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Hoyerswerda

Die Seenlandbahn nimmt wieder Fahrt auf

In den Sommerferien gibt es jeden Samstag einen Pendelverkehr zwischen Dresden und Senftenberg – über Bernsdorf.

Triebwagen wie dieser werden an den Samstagen in den Sommerferien als Seenlandbahn von Dresden über Bernsdorf und Wiednitz nach Senftenberg und zurück fahren.
Triebwagen wie dieser werden an den Samstagen in den Sommerferien als Seenlandbahn von Dresden über Bernsdorf und Wiednitz nach Senftenberg und zurück fahren. © Foto: VVO/Schmidt

Von Ralf Grunert

Vor genau zehn Jahren machten sich der Bernsdorfer Bürgermeister Harry Habel (CDU) und sein damaliger Wiednitzer Amtskollege Gottfried Jurisch für eine Wiederaufnahme des Personenverkehrs auf der Bahnstrecke zwischen Kamenz und Hosena mit Halt in Bernsdorf und Wiednitz stark. Zum Tag der Sachsen 2011 fuhr ein Sonderzug von Bernsdorf nach Kamenz. 2013 startete das Projekt Seenlandbahn und brachte drei Jahre lang Neugierige aus dem Raum Dresden in den Sommermonaten zu touristisch vermarkteten Touren ins Lausitzer Seenland. Nach zwei Jahren Pause wird die Seenlandbahn in diesem Jahr wieder Fahrt aufnehmen, erstmals als eine zeitlich befristete, aber reguläre Zugverbindung zwischen der Landeshauptstadt und Senftenberg. Hier sind die Details:

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Wann genau wird die Seenlandbahn mit welchen Stopps unterwegs sein?

Vom 6. Juli an wird die Seenlandbahn an sieben Samstagen in den sächsischen Sommerferien mit jeweils zwei Zugpaaren unterwegs sein. Abfahrt auf dem Dresdener Hauptbahnhof ist für 9 Uhr und 15 Uhr geplant, in entgegengesetzte Richtung geht es von Senftenberg aus um 10.30 und 16.30 Uhr. Von Dresden bis Kamenz ist das die reguläre Städtebahn-Fahrt. Von Kamenz aus geht es weiter nach Senftenberg mit Stopps in Bernsdorf, Wiednitz und Hosena. Die letzten Fahrten erfolgen am 17. August.

Was für ein Zug mit welchen Kapazitäten wird unterwegs sein?

Zum Einsatz kommen Triebwagen mit 120 Plätzen pro Zug, die über mindestens sechs Fahrradstellplätze verfügen. Da im regulären Fahrplan gefahren wird, werden zwischen Dresden und Kamenz zwei Triebwagen unterwegs sein. In Kamenz werden sie entkoppelt. Ein Triebwagen fährt zurück nach Dresden, der andere weiter in Richtung Senftenberg. Der Rückweg ist nach dem gleichen Prozedere vorgesehen.

Was kostet die Fahrt mit der Seenlandbahn? Wo gibt‘s Fahrscheine?

Auch das ist neu: Für die Nutzung der Seelandbahn auch über die Landesgrenze zu Brandenburg hinaus bis nach Senftenberg gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Oberelbe. Die Tageskarte für Hin- und Rückfahrt ist zum Beispiel für 14 Euro zu haben, eine Familienkarte kostet 20 Euro und die Gruppenkarte für fünf Personen 29,50 Euro. Fahrscheine können beim Zugbegleiter gelöst werden, da für die wenigen Wochen keine Automaten an den Haltepunkten Bernsdorf und Wiednitz aufgestellt werden, und selbstverständlich an den Automaten überall dort, wo sie vorhanden sind.

Wie erfolgt Werbung für die Bahn und touristische Seenland-Angebote?

Der Verkehrsverbund Oberelbe will insbesondere Pressemitteilungen, das Internet, die Möglichkeit der Werbung in Zügen und die auflagenstarke Kundenzeitung nutzen, um im Großraum Dresden die Werbetrommel zu rühren. Darüber hinaus können sich Interessierte auf der Homepage des Tourismusverbandes Lausitzer Seenland (www.lausitzerseenland.de) sowie unter www.seenlandbahn.de informieren.

Wer unterstützt das Projekt der Seenland-Bahn?

Was vor zehn Jahren angeschoben wurde, hat zuletzt viele Mitstreiter vereint, eingeschlossen den Freistaat Sachsen mit dem Wirtschaftsministerium und in Form des Landtages. In diesem hat sich Aloysius Mikwauschk (CDU) stark dafür eingesetzt, dass Gelder für das Projekt im Haushalt eingeplant wurden, jeweils 150 000 Euro für dieses und nächstes Jahr als eine Art Anschubfinanzierung. Ab 2021 soll die Finanzierung über den erwarteten Strukturwandel-Beihilfe-Fonds erfolgen. Der Bautzener Landrat in dieser Funktion und als Vorsitzender des Verkehrsverbundes Oberelbe gehört ebenso wie dessen Geschäftsführer Burkhard Ehlen zu den Wegbereitern. Nicht zu vergessen Dr. Ralf Böhme mit der RegioInfra-Gesellschaft, die die Bahnsteige an den Haltepunkten in Bernsdorf und Wiednitz im Auftrag der Stadt Bernsdorf betriebssicher herrichten wird. Auch der Tourismusverband ist mit im Boot.

Welche Zukunft-Perspektive hat das Projekt Seenlandbahn?

Das hängt natürlich in erster Line davon ab, wie sie von Fahrgästen genutzt wird. Und das müssen nicht nur Touristen und Urlauber sein, wie der Bernsdorfer Bürgermeister betont. Er betrachtet die Seenlandbahn als Vorläufer für eine ständige S-Bahn-Verbindung zwischen Dresden und dem Lausitzer Seenland, künftig auch unter Einbeziehung der Stadt Hoyerswerda. Harry Habel verweist auf die im Einzugsbereich der Bahn liegenden Großbetriebe wie zum Beispiel Accumotive in Kamenz, Müllermilch in Leppersdorf und TDDK in Straßgräbchen. Die Beschäftigten in diesen Betrieben kommen von überallher, weiß er. „Warum sollen sie in Zukunft nicht auch mit der Bahn fahren?“, fragt er sich.