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Die SPD ist der Zeit voraus

Raus, rein – es klingt wie in einem billigen Film. Aber mit der Partei muss man rechnen, sie brennt förmlich.

© André Wirsig

Von Andreas Weller

Bücherverbrennungen sind im März in Dresden offenbar beliebt. 1933 am 8. und 10. März fanden die ersten Verfeuerungen durch Nationalsozialisten überhaupt statt. Bereits am 4. März – allerdings 2018 – verbrannte der Bald-SPD-Stadtrat Michael Bäuerle sein Parteibuch. Man könnte sagen, die SPD ist der Zeit voraus, was den Tag im Monat anbetrifft. Das kann man natürlich nicht vergleichen. Aber gerade wegen der Nazis, sollte jeder Demokrat sein Feuerzeug von Büchern fernhalten.

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Begeisterung direkt vor Ort erleben

Bäuerle macht den Martin Schulz: raus, rein. Bei Schulz war es die Regierung, bei Bäuerle die Partei. Alles nur, weil die SPD ihren Fraktionschef Christian Avenarius nach Brüssel schickt. Vielleicht, weil sie erkannt hat, dass er eher ein guter Repräsentant für Sachsen werden kann, als ein gewiefter Politiker im Dschungel der Rathausbefindlichkeiten und -intrigen.

Ja, die Partei hat ganz offensichtlich eine Strategie. Welche, können wir zwar nicht erkennen, aber irgendwas muss hinter dem Erfolg stecken. 1 220 Mitglieder in Dresden. Das ist ein Zuwachs von mindestens 99 Prozent. Mittlerweile hat die SPD hier etwa so viele wie die CDU. Nur merkt man es bei den Wahlen nicht. Aber auch das gehört wohl zur Strategie. Zu viel Wählergunst führt zu Macht und dann drohen -Kämpfe, -Fantasien und am Ende -Verlust.

Also lieber erst gar nicht zu viel Einfluss haben. Dann kann einem diesen auch keiner mehr nehmen. Und dennoch immer irgendwie versuchen, an der Macht beteiligt zu sein. In Dresden im Dreier-Bündnis mit Linken und Grünen und parallel immer wieder der CDU signalisieren: Wenn es reicht, machen wir es auch mit euch – erinnert auch an die große Politik.

Osterüberraschung