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Wirtschaft

Die Spender von Notre-Dame

Frankreichs Wirtschafts-Promis überbieten sich nach nach dem Brand der Kathedrale mit Millionenzusagen.

Bernard Arnault mit seiner Frau Helene Mercier. © imago images/PanoramiC

Von Finn Mayer-Kuckuk

Gucci oder Louis Vuitton – wer spendet mehr? Unter Frankreichs Wirtschaftsgrößen ist ein Wettbewerb ausgebrochen, wer sich nach dem Brand der Kathedrale Notre-Dame großzügiger zeigt. Die höchste Summe stellte bislang Bernard Arnault in Aussicht. Seine Familie ist schließlich mit einem Vermögen von 85 Milliarden Euro die reichste in Frankreich. Der Mitbesitzer und Chef des Luxusgüter-Konzerns LVMH ließ 200 Millionen Euro für den Wiederaufbau der Kirche bereitstellen.

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Arnault meldete sich jedoch erst mehrere Stunden, nachdem ein konkurrierender Milliardär bereits einen Betrag in ähnlicher Größenordnung angeboten hatte – die Kathedrale brannte da noch. François-Henri Pinault hatte jedoch „nur“ 100 Millionen Euro versprochen. Arnault und Pinault sind als geschäftliche Gegenspieler bekannt. Die Spenden-Konkurrenz wirkt daher ein bisschen wie eine Wettstreit zwischen Onkel Dagobert und Klaas Clever.

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François-Henri Pinault ist mit der amerikanischen Schauspielerin Salma Hayek verheiratet.  © imago

Tatsächlich sind 100 bis 200 Millionen Euro für Milliardäre von diesem Format eigentlich nur ein besseres Taschengeld. Arnault und Pinault mussten jeweils nur rund ein Vierhundertstel ihres Ersparten auf den Tisch legen, um einen substanziellen Beitrag zur Wiederrichtung von Notre-Dame zu leisten. Zum Vergleich: Bei einem deutschen Durchschnittsbürger mit 120.000 Euro auf der hohen Kante entspräche das nur einer Spende von 300 Euro.

Der 70-jährige Arnault gilt dabei durchaus als großer Wohltäter – und als guter Geschäftsmann. Seine Familie war erst in Immobilien unterwegs, bevor sie das Modelabel Dior übernommen hat. Später kamen die Handtaschen-Marke Louis Vuitton, die Champagner-Kellerei Moët & Chandon und der Cognac-Brenner Hennessy hinzu. Aus den Anfangsbuchstaben dieser Marken ergibt sich der Firmenname LVMH. Heute sind noch Dutzende weitere bekannte Namen dabei; der Konzern macht 46 Milliarden Euro Umsatz im Jahr. Er behält davon fast ein Drittel als Gewinn ein und wächst rasend schnell. Da wundert es fast, dass Arnault nicht noch mehr spendet. Es ist schließlich gut angelegtes Geld. Am Tag nach dem Kirchenbrand fördert kaum etwas das Image so sehr wie eine Gabe für den Wiederaufbau.

Das dürfte sich auch Pinault gedacht haben, mit 56 Jahren der jüngere der beiden Milliardäre. Pinault ist Sohn und Erbe eines gleichnamigen Unternehmers, der als Kind noch im Sägewerk geschuftet hat. Einen besonderen Promi-Bonus erhält er für seine glückliche Ehe: Er ist mit der amerikanischen Schauspielerin Salma Hayek verheiratet. Das Familienvermögen hat kürzlich den Wert von 30 Milliarden Euro überschritten.

Pinault ist in der gleichen Branche wie Arnault unterwegs: Luxus. Und wie Arnault leitet er sein Unternehmen, die Kering-Gruppe, persönlich. Die bekanntesten Marken unter dem Dach von Kering sind Gucci und Saint Laurent. Doch auch Bottega Veneta, Balenciaga, Brioni oder Boucheron gehören dazu. Beide Unternehmen, LVMH und Kering, haben es meisterhaft verstanden, die aufstrebende Mittelklasse Asiens geradezu süchtig zu machen nach dem Prestige, das ihre Logos versprechen. Das erklärt in beiden Fällen das schnelle Wachstum der vergangenen Jahre.

Kering macht heute fast 14 Milliarden Euro Umsatz. Dank ebenfalls üppiger Margen kommen vier Milliarden Euro Gewinn heraus. Den Pinaults gehören 40 Prozent der Aktien an diesem hochprofitablen Geschäft. Der Name der Firma soll an das englische Wort für „fürsorglich“ erinnern: „caring“. Die Unternehmerfamilie will damit ausdrücken, dass sie sich um Mitarbeiter, Kunden und Aktionäre besonders hingebungsvoll kümmert – anders als die kurzfristig denkenden Manager anderer Firmen. Eine Großspende passt da bestens ins Bild.