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„Die spielen mit unserem Leben“

Zwei der betroffenen Krebspatientinnen haben sich gegenüber dem DA geäußert. Sie wollen weiterhin in der Helios Klinik behandelt werden.

Von Verena Toth
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Müssen Krebspatienten künftig zu einem anderen Arzt gehen?
Müssen Krebspatienten künftig zu einem anderen Arzt gehen? ©  dpa

Leisnig. „Ich bin über diese Vorgehensweise erschüttert und schockiert“, findet die 47-jährige Anja Schmidt kaum Worte. Die Leisnigerin hatte nach den Weihnachtsfeiertagen erfahren, dass ihre nächste Chemotherapiebehandlung in der Helios Klinik möglicherweise nicht mehr durchgeführt werden kann. 

„Wir sind schwerkrank, quälen uns Woche für Woche durch diese kräftezehrende Behandlung, in der Hoffnung, dass es aufwärtsgeht. Und dann kommt so etwas. Die spielen doch mit unserem Leben“, so die Brustkrebspatientin, die seit August gegen die Krankheit kämpft. 

Vollkommen unverständlich sei für sie, wieso sie gezwungen werden soll, für ihre Behandlung zu einem Internisten gehen zu müssen, wenn sie sich bei den Fachärzten des Brustzentrums der Leisniger Klinik bestens aufgehoben fühle.

Auch für eine 40-jährige Leidensgenossin war die Mitteilung über das mögliche Aus der ambulanten Praxis der Helios Klinik eine Hiobsbotschaft. „Die Feiertage waren für mich und meine Familie gelaufen. Ich war fix und fertig“, berichtet die Frau. 

Ausgerechnet an ihrem Geburtstag hatte sie erfahren, dass ihre Behandlung am Donnerstag möglicherweise nicht stattfinden kann. „Ich war fassungslos. Ich verstehe nicht, wieso mir meine freie Arztwahl in dieser Art und Weise beschnitten werden kann“, so die Patientin.

Sie erklärt, wie wichtig neben der rein medizinischen Behandlung auch die psychische Komponente sei. „Es geht dabei um Vertrauen und die Vermittlung von Sicherheit“, sagt die Brustkrebserkrankte. 

Lange habe sie mit sich gehadert und eine Zeit gebraucht, ehe sie überhaupt die schwere Behandlung einer Chemotherapie akzeptieren konnte. Nun habe sie sich diesem Prozess gestellt und wolle ihre Behandlung nicht in Gefahr bringen. 

Sie weiß nicht, welche Auswirkungen es haben kann, wenn die Therapie unterbrochen oder verändert werden würde. „Außerdem wird jeder Patient mit einer individuell zusammengestellten Chemotherapie behandelt. Ich muss doch darauf vertrauen können, dass ich genau das bekomme. Schließlich geht es bei uns nicht nur um eine Erkältung “, sagt sie weiter.