merken

Die Spitzenkosmetikerin

Karin Schöne ist für den deutschen Kosmetikpreis Gloria nominiert. Vielleicht hält sogar Veronica Ferres die Laudatio.

© Norbert Millauer

Von Ines Scholze-Luft

Anzeige
Wir sind Meister. Wir können das. 

33 Frauen und 242 Männer sind unter den frisch gebackenen Meisterabsolventen der Handwerkskammer Dresden und damit Aushängeschild der „Wirtschaftsmacht von nebenan“.

Coswig. Ansteckendes Lachen klingt durch das helle, weiträumige Studio auf der Coswiger Bahnhofstraße. Kosmetikmeisterin Karin Schöne hat allen Grund dazu. Sorgt sie doch gerade dafür, dass der Name der Stadt – wo sie aufwuchs und inzwischen Institut Nummer drei führt – noch bekannter wird. Durch eine Branche, die man eher weniger mit dem Industrieort verbindet.

Denn Karin Schöne ist nominiert für den deutschen Kosmetikpreis Gloria. Zum fünften Mal zu vergeben, ist er den Veranstaltern von Kosmetik international zufolge der wichtigste Höhepunkt im Beauty-Kalender. Ausgezeichnet werden international überragende Hautpflegeexperten, so die Ankündigung. Mancher Promi will sich das wohl nicht entgehen lassen. Für die Gala am 9. März im Düsseldorfer Hilton haben sich unter anderem die Schauspielerinnen Veronica Ferres und Gerit Kling sowie Moderatorin Birgit Schrowange, Model Franziska Knuppe und Schauspieler Francis Fulton-Smith als Laudatoren angekündigt, Moderator und Schauspieler Alexander Mazza übernimmt die Moderation.

Und aus Coswig wird dann – gemeinsam mit Tochter Katja – Karin Schöne mit im Festsaal sein. Als eine von drei Nominierten in der Kategorie Lebenswerk. Eine der vier Auserwählten aus dem Osten der Republik bei insgesamt 18 in sechs Kategorien. Dass die Jury ihre Bewerbung überhaupt herausgefiltert hat, ist für sie an sich schon Anerkennung genug, sagt die lebhafte Frau. Zumal sie in diesem Jahr gleich mehrfach Anlass zum Feiern hat. Ihren Geburtstag 59 plus 1 – wie sie mit einem Augenzwinkern erklärt, das 25-jährige Bestehen ihres Geschäftes. Und 40 Jahre ist es her, dass sie Lehrausbilderin wurde.

In dem Beruf, der für sie als einziger in Frage kommt, schon in der achten Klasse. Eine Alternative gab es nicht, erzählt die fröhlich-freundliche Dunkelhaarige. Allerdings auch nur wenige Chancen, zur damaligen Zeit an eine solche Ausbildung heranzukommen. Ihr Vater hat sie dabei sehr unterstützt, so wird sie erster Kosmetiklehrling bei der Friseur PGH Weinböhla, kann an der Uniklinik Dresden lernen.

Auf die Lehrausbilderin folgen der Meisterbrief und eine schicksalhafte Begegnung. Mit einem Mann namens Schöne. Ein Name als Programm. Beruflich und privat. Nach langjähriger Arbeit in der PGH macht die Coswigerin sich selbstständig. Mit Verständnis und Unterstützung der ganzen Familie. Als das im Februar 1993 in einer Neubauwohnung eröffnete erste Geschäft zu klein wird, steht der Umzug an auf die Dresdner Straße, heute Wreesmann, und schließlich der Schritt auf die Bahnhofstraße. Mit vier Behandlungskabinen auf 1 00 Quadratmetern.

Manchmal könnte das Studio noch größer sein, sagt die Fachfrau. Und freut sich beim Blick durch die großen Schaufenster auf die belebte Gegend über Räumlichkeiten und Nachfrage. Sie hofft, dass sich Kundinnen und Kunden genau so wohlfühlen, wenn sich die Expertinnen hier um ihre Gesundheit und Schönheit kümmern. Um Entspannung, ums perfekte Aussehen, auch für Menschen mit Problemen wie Allergien, Akne, Narben. Klassische Gesichtsbehandlung gehört zum Angebot wie Massagen, Anti-Aging und professionelle Technologien wie Ultraschall und Micro Needling, dazu modernes Make-up.

Dem Unternehmen Babor ist Karin Schöne seit PGH-Jahren verbunden. Eine deutsche Firma mit eigener Forschungsabteilung und Produkten, deren Qualität sie immer wieder überzeugt, sagt sie.

Wobei es ihr und ihren vier Mitarbeiterinnen – darunter eine ihrer beiden Töchter, Katja, ihre Nachfolgerin – neben der fachlichen Kompetenz speziell um den menschlichen Faktor geht. Der muss einfach stimmen, sagt Karin Schöne. Wer nicht auf Leute zugehen kann, wer keinen festen Händedruck und Augenkontakt schafft, der sollte lieber Abstand nehmen vom Kosmetikerberuf.

Nicht so ihr Azubi Melanie. Die junge Frau im zweiten Lehrjahr passt wie die anderen Mitstreiterinnen toll ins Team, sagt die Chefin. Sie legt großen Wert darauf, jederzeit alles offen anzusprechen. Um Unstimmigkeiten zu vermeiden. Nicht zuletzt deshalb schaut sie sich ihre Kundinnen und Kunden – etwa zehn Prozent sind Männer – jedes Mal genau an. Wie geht es Ihnen, möchten sie ein Gespräch, einen Rat?. Oder lieber Besinnung und Ruhe? Man muss die Menschen mögen, so findet sich der optimale Kontakt, sagt Karin Schöne.

Wenn dann eine Kundin erklärt, sie fühle sich nach der Behandlung wie neu geboren, sehr familiär aufgenommen und von heilenden Händen umsorgt, schön und rein, bestätigt das Karin Schönes Engagement. Das sie jetzt sogar nach Düsseldorf bringt. Wo vielleicht die Gloria wartet.