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Die Stadt ist überfordert

DA-Lokalreporter Jens Hoyer über die Initiativen des Stadtrats zum Hochwasserschutz.

Jens Hoyer © SZ-Fotomontage

Döbeln wird einmal eine der aufwendigsten Hochwasserschutzanlagen Sachsens besitzen. Wenn irgendwann alle Schutzmaßnahmen auch im Oberlauf der Mulde und der Bobritzsch umgesetzt sind, übersteht die Stadt ein Hochwasser wie 2013 voraussichtlich ohne größere Schäden. 

Die Gefahr, die von Starkregenfällen rund um Döbeln ausgeht, ist damit aber nicht gebannt. Jedes heranziehende Gewitter wird die Bewohner der unteren Dresdner Straße oder von Sörmitz in Alarmbereitschaft versetzen, weil dann die Flut nicht von der Mulde, sondern von den Feldern kommt. 

Einen wirklichen Schutz davor wird es nicht geben. Schon wegen der intensiven Landwirtschaft mit ihren riesigen Feldern nicht. Das Rückhaltebecken im Pommlitzgrund hilft nur bei kleinem Regen. Bei großem wie im Juni vergangenen Jahres reicht es nicht aus. Der Bau eines großen Beckens durch die Stadt ist derzeit eine Illusion.

An dieser Stelle wird es unlogisch. Das Rückhaltebecken im Amselgrund, das 2002, 2013 und bei anderen Gelegenheiten viel Wasser zurückgehalten hat, ist in Trägerschaft des Landes Sachsen. Aber ein ähnlich effektives Rückhaltebecken im Pommlitzgrund müsste die Stadt bauen. 

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Das ist eine Aufgabe, mit der die Kommune überfordert ist. Nicht nur, weil sie das derzeit nicht finanzieren kann, sondern auch, weil die Fachleute an anderer Stelle sitzen. Nämlich bei der Landestalsperrenverwaltung. Das Land sollte deshalb auch für solche Großprojekte an Gewässern 2. Ordnung verantwortlich sein.

E-Mail an Jens Hoyer