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Die stille Gefahr unter der Erde

Zwischen Cunnersdorf und Königstein liegt viel Munition. Die soll bald beräumt werden.

© Sebastian Schultz

Von Katharina Klemm

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Gohrisch. Nachdem bereits in Pirna entlang der Trasse der Südumfahrung akribisch nach Kampfmitteln gesucht wird, ist auch das Gebiet zwischen Cunnersdorf und Königstein dran. Oder vielmehr bald wieder. Denn bereits im vergangenen Jahr hatten Bürger sich mit entsprechenden Hinweisen an die Polizei gewandt. Daraufhin trat der Kampfmittelbeseitigungsdienst auf den Plan, so Jürgen Scherf von der Pressestelle des Polizeiverwaltungsamtes Dresden. Die Spezialisten machten dann größere punktuelle Kampfmittelfundstellen aus.

„Nach anfänglichen Einzelfunden kristallisierte sich zunehmend eine größere Belastung mit Kampfmitteln beiderseits der S 169 sowie im Bachverlauf heraus.“ Ende 2017 habe man dann entschieden, eine private Kampfmittelräumfirma zu beauftragen, die das betroffene Gebiet überprüfen soll. Nach dem Winter, wenn der Boden nicht mehr friert, werden die Spezialisten ihre Arbeit wieder aufnehmen. Sollte es einen begründeten Verdacht geben, dass sich auch unter der Straße Kampfmittel befinden, muss auch dies untersucht werden. Das geschehe in Absprache mit den zuständigen Straßenbaubehörden im Verlauf der Räumarbeiten, so Scherf.

Sollte die Räumung der Munition es notwendig machen die Straße zu sperren, werde man diese Arbeiten mit den geplanten Bauarbeiten an der Stützmauer der S 169 zusammenlegen, sagt Jürgen Scherf. Dann sei die Staatsstraße sowieso gesperrt.

Welche Arten von Munition und welche Menge in dem zu untersuchenden Gebiet verborgen liegen, kann noch nicht konkret gesagt werden. Die bisherigen Funde lassen laut Scherf jedoch unterschiedlichste Kampfmittel und Kaliber vermuten. Mit einer Fliegerbombe rechne man auf Grundlage der bisherigen Untersuchungen derzeit nicht. Allerdings könne man auch nichts ausschließen. Warum in diesem Gebiet so viel Munition zu finden ist, kann Scherf nicht sagen. „Diese Frage wendet sich jedoch an Historiker oder Zeitzeugen.“