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Die Störche sind im Anflug

Viele Nester in der Region sind bereits besetzt. Einige bereiten den Betreuern aber noch Sorgen. Für die Störche war 2017 seit Langem wieder ein gutes Jahr.

© Sven Görner

Von Sven Görner

Radeburg/Moritzburg. Der Bärwalder Storch war in diesem Jahr einer der Ersten, der aus dem warmen Süden in die Moritzburger Kleinkuppenlandschaft zurückkehrte. Bereits am 9. März beobachteten Anwohner den Adebar. In den Tagen darauf drehte er noch einsam seine Runden über den verschneiten Wiesen und Feldern.

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„Das männliche Tier ist derselbe Storch, der auch schon die letzten beiden Jahre in Bärwalde war“, sagt Günter Opitz. Das Mitglied der Nabu-Fachgruppe Ornithologie Großdittmannsdorf ist langjähriger Storchenbetreuer. An dem Aluring am Storchenbein konnte er den ursprünglich aus Tschechien stammenden Adebar genau identifizieren. Mit seiner Partnerin schaffte der große Vogel in den vergangenen beiden Jahren jeweils zwei erfolgreiche Aufzuchten. Inzwischen ist der zeitige Ankömmling nicht mehr allein auf seinem Nest. Am gestrigen Freitag hat Günter Opitz die Störchin eine ganze Weile beobachtet. „Der Storch hat sich dabei aber die ganze Zeit ins Nest geduckt, sodass ich nicht sehen konnte, ob es immer noch der aus Tschechien ist.“

Ganz unbegründet sind diese Überlegungen nicht, schließlich kommt es zwischen Störchen auch immer wieder mal zu Revierkämpfen. Und im Vorjahr hatte der Bärwalder dem Dorf für kurze Zeit sogar freiwillig den Rücken gekehrt und mit einer Störchin das Nest in Schönborn bezogen. Zur großen Überraschung von Günter Opitz war das Tier dann aber nach Bärwalde zurückgekehrt.

Wie der Storchenbetreuer bei seinen regelmäßigen Touren beobachtet hat, sind mittlerweile die meisten Nester belegt. „In einigen wird auch schon gebrütet.“ An einem wichtigen Standort hat Günter Opitz bisher aber erst einen Storch gesehen – auf dem Nest in der Siedlung am Waldteich. Von dort waren seit 2014 jeweils drei Jungstörche im Herbst in Richtung Süden geflogen. Im Jahr 2016 waren es sogar vier gewesen. Das Nest ist damit derzeit das mit den meisten erfolgreichen Aufzuchten in der Region. Der ehrenamtliche Storchenbetreuer hofft daher sehr, dass diese Erfolgsgeschichte auch in diesem Jahr fortgesetzt werden kann.

Das Storchendomizil am Kindergarten in Großdittmannsdorf scheint dagegen wie schon im Vorjahr leer zu bleiben. „Vielleicht hängt das ja mit den Bauarbeiten in der Nachbarschaft zusammen.“ Die letzten Jungstörche sind dort 2012 ausgeflogen.

Sorgen bereitet den Storchenfreunden derzeit aber auch noch ein anderes Nest. Das am Fasanenschlösschen in Moritzburg. Dort ist zwar Anfang April ein Storch gelandet, aber offenbar ist auch der noch immer alleine. Zudem, so Peter Hummitzsch von der Nabu-Fachgruppe Ornithologie und Naturschutz Radebeul, habe es dort ein weiteres Problem gegeben. „Der Storch musste das Nest gegen eine Nilgans verteidigen“, ergänzt der Radebeuler. Diese Art hat sich in den vergangenen Jahren in Deutschland immer weiter ausgebreitet. „Die Nilgänse sind sehr robust und dreist. Es wurde schon mehrfach beobachtet, dass sie Weißstörche und sogar Wanderfalken aus ihren Nestern vertrieben haben.“

Rückblickend auf 2017 sagt Peter Hummitzsch, dass in Dresden-Stadt und -Land überdurchschnittlich viele Störche aufgezogen wurden. In der Kleinkuppenlandschaft waren es mit 18 nur zwei weniger als im bisherigen Rekordjahr 2008.