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„Die Südkoreaner wären ein Gewinn“

Die Ansiedlungspläne kommen für viele Gemeinderäte überraschend – werden aber überwiegend positiv gesehen.

© Archiv/Alexander Schröter

Von Antje Steglich

Zeithain. Die ersten Gespräche waren vertraulich und fanden im engsten Kreis statt. Deshalb kam die Nachricht, dass sich ein südkoreanisches Automobil-Logistik-Unternehmen für die südliche Fläche des Alten Lagers in Zeithain interessiert, für viele völlig überraschend. Auch die meisten der Gemeinderäte ahnten nichts davon. „Ich finde das Vorgehen aber eigentlich ganz gut“, sagt Holger Krüger (parteilos), „es hätte doch keiner still gehalten.“ Er fände eine solche Ansiedlung zwar super für die Gemeinde, zeigt sich aber doch erstaunt, „denn ideale Anbindungen haben wir hier ja nun mal nicht.“

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Die Wege zu den nächsten Autobahnen sind bekanntlich weit, lässt auch Sascha Dienel, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Meißen, durchklingen. Die Vorteile der Fläche am Rande der Gohrischheide wären dagegen die Größe, die Gleisanbindung, der Preis und dass mit dem Bebauungsplan die rechtlichen Weichen für eine solche Ansiedlung bereits gestellt seien. Solche großen Flächen könne man im Landkreis Meißen nur noch in Großenhain und Zeithain finden.

Sascha Dienel sieht deshalb gute Chancen, dass sich die Südkoreaner tatsächlich für Zeithain entscheiden. „Das könnte funktionieren und wäre natürlich ein echter Gewinn für Zeithain.“ Ein gutes Zeichen sei, dass das asiatische Unternehmen, das namentlich noch nicht genannt werden will, einer Veröffentlichung des Ansiedlungsinteresses bereits zugestimmt hat. „Ich bin nicht davon ausgegangen, dass es jetzt schon öffentlich wird“, so der Wirtschaftsförderer.

Seine Kollegen von der Wirtschaftsförderung Sachsen, die den Kontakt zwischen Zeithain und Asien hergestellt haben, wollten sich noch nicht zu der Ansiedlung äußern, um den Erfolg nicht zu gefährden – und bis vor einer Woche sei das Thema auch noch völlig offen gewesen, sagt Zeithains Vize-Bürgermeister Dieter Wamser (BIG), einer der wenigen Eingeweihten. Wenn die Ansiedlung gelänge, „wäre das eine super Sache“.

Man hätte mit den Südkoreanern einen Investor gefunden, der mit einer solch kampfmittelbelasteten Fläche zurechtkäme und der gleichzeitig das gesamte, noch zu vermarktende Areal kaufen würde. „Mit einem Schlag wäre das ganze Alte Lager gefüllt. Da wäre ich sehr beruhigt – wir hätten das Kapitel EVGZ damit erfolgreich abgeschlossen.“

Ähnlich äußert sich CDU-Fraktionschef Christian Wagner: „Da können wir auch ein bisschen stolz drauf sein.“ Er selbst habe die Entwicklung und Vermarktung von Anfang an mit begleitet – und auch den langen Stillstand mit beobachten müssen. „Wir freuen uns deshalb, wenn es im Alten Lager vorangeht. Und 150 Arbeitsplätze sind natürlich eine stattliche Sache“, so Christian Wagner.

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Ob das Unternehmen tatsächlich in Zeithain baut, dazu soll es am Freitag zumindest eine Vorentscheidung geben: Bürgermeister Ralf Hänsel (parteilos) hofft dann, entweder eine Investitionszusage zu erhalten oder zumindest einen Optionsvertrag abschließen zu können. Erst am Montagabend hatte Hänsel im Gemeinderat bekannt gegeben, dass er seit Kurzem in Kontakt mit den Südkoreanern stehe, die für mehrere Millionen Euro einen neuen Standort mit 150 Arbeitsplätzen errichten wollen.