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Dresden

Eingesackt: die Top 5 des Elbwiesen-Mülls

Hunderte Dresdner sammelten am Wochenende die Ufer der Elbe sauber. SZ-Redakteur Henry Berndt schaute besonders genau hin.

Konzentrierten Blickes und festen Schrittes schreitet der Müllsammler über die Elbwiese und befreit das Grün von fiesen Fundsachen. © Sven Ellger

Dieses krönende Finale der großen Dresdner Putzwoche "Sauber ist schöner" wollten sich viele nicht entgehen lassen. Hunderte Freiwillige schnappten sich am Samstagvormittag einen der roten Müllsäcke und machten sich auf die Jagd nach dem Unrat an der Elbe.

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Da wollte ich mich nicht drücken und setzte mir auch gleich ein Ziel: Fünf Säcke wollte ich voll machen. Na dann, auf geht's!

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Nie beteiligten sich mehr Freiwillige an der Aktionswoche. Allerdings sorgen liegengebliebene Säcke für Misstöne. 

Am Fährgarten Johannstadt ist einer der 13 zentralen Treffpunkte im Stadtgebiet. Hier gibt es Infos, Säcke und Handschuhe. Obwohl es Punkt 9 Uhr ist, sehe ich überall schon Fleißige mit halbvollen Säcken. Einige haben sogar Müllgreifer dabei. Was ich nicht sehe, ist Müll. Der gesamte Bereich um den Fährgarten scheint abgesammelt, geharkt und frisch vertikutiert zu sein.

Es dauert nur wenige Minuten, bis mir bewusst wird: Das mit den fünf Säcken ist völlig utopisch - wenn ich nicht mindestens bis Bad Schandau laufe. In die Plastiktüten passen sicher 100 Liter - also Berge von Kronkorken und Zigarettenstummeln.

Die Stimmung gleicht einer Schatzjagd. Überall wuseln Menschen mit ihren Tüten übers Grün: schleppen sie auf den Schultern, schleifen sie hinter sich her, schieben sie gezielt über die Grasnarbe. Eine gefühlte Ewigkeit weht meiner bloß gelangweilt im Wind und bleibt konsequent komplett leer. Dann endlich! Ein weißes Plastik-Schnipsel, fette Beute, der Bann ist gebrochen. 

Mit Sack und Pack widmeten sich die Dresdner dem Aufruf zum Aufräumen.  © Sven Ellger

Ich laufe in Richtung Carolabrücke und je näher ich dem Betonklotz komme, desto mehr Unrat liegt mir zu Füßen: viele Reste von Plastikverpackungen, Schnüren, Strohhalme und hier und da auch eine Flasche. Auf der anderen Elbseite tummeln sich noch mehr Menschen und gehen im Takt einer Trommlergruppe mehr oder weniger kollektiv koordiniert in die Hocke und greifen den Boden ab. Der Klang in den Ohren erleichtert das Bücken und Einsammeln enorm, Frühsport für den guten Zweck.  

Um auch noch an den letzten verirrten Plastikdeckel zu gelangen, balanciere ich auf glitschigen Steinen am Ufer entlang. Nach einer Stunde habe ich etwa drei Kilogramm zusammen. Damit ist der Beutel ist nicht mal zu einem Drittel gefüllt. Trotzdem überwiegt das gute Gefühl. 

Besonders interessant war derweil die Erkenntnis, welche Art von Müll auf den Elbwiesen am häufigsten zu finden ist. Das hier sind die Top 5: 

Trotz des kühlen Wetters machten sich 1.500 eifrige Sammler auf die Socken und toppten damit die Teilnahme um 200 Aktive im Vergleich zum Vorjahr. Zusammen sammelten sie laut Stadtverwaltung an die 10,5 Tonnen Abfälle sowie Schwemmgut. Auch dabei überboten sie das Ergebnis von 2018 um ganze 1.000 Kilogramm. Besonders Schulen rückten gleich in Team-Stärke und zogen mit den Tüten los. 

Zentraler Treffpunkt der Sammler war die Veranstaltungsecke am Johannstädter Ufer. © Henry Berndt

Zu den Fundstücken zählten Grill- und Picknickreste, ganze (Einweg-)Grills, Portmonees, ein Fahrrad und diverses Schwemmgut. Die zu den Treffpunkten gebrachten sowie am Elberadweg abgestellten Abfälle und roten Müllsäcke wurden so weit wie möglich am Ende der Aktion abgeholt. Der Rest wird Anfang nächster Woche beräumt.

Die Elbwiesenreinigung wird seit 1996 vom Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft organisiert. Sie ist Höhepunkt des alljährlichen Dresdner Frühjahrsputzes „Sauber ist schöner!“ und Teil der europaweiten Initiative „Let’s clean up Europe“.