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Die traurige Mühle

Am Sonntag startet der Hüttertal-Lauf an der leer stehenden Gaststätte „Hüttermühle“. Und dann hört man dort sicher auch eine viel gestellte Frage.

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© Thorsten Eckert

Von Jens Fritzsche

Radeberg. Am Sonntag wird es mal wieder so richtig voll werden an der Hüttermühle. Bis vor einigen Jahren war die Mühle ja noch Radebergs wohl beliebteste Ausflugsgaststätte inmitten des idyllischen Tals, das ja quasi gleich neben dem Marktplatz im Stadtzentrum beginnt. Doch nachdem das letzte Wirts-Ehepaar nach massiven Umsatz-Ausfällen nach dem schlimmen Tornado und kurz darauf nach einigen Hochwassersorgen aufgegeben hatte, steht die traditionsreiche Gaststätte direkt am Hütterteich leer.

Der Radeberger Hüttertalverein hat zumindest mit seiner im Garten aufgestellten Hüttertal-Baude dafür gesorgt, dass zwischen Ostern und Herbst an den Wochenenden Ausflügler im Tal nicht durstig und hungrig bleiben müssen –  aber natürlich schwebt über den Baumwipfeln der Idylle immer auch die Frage, was denn die Stadt als Eigentümer der Gaststätte eigentlich so vorhat mit dem historischen Gemäuer? Eine Frage, die sicher auch am Sonntag wieder eine wichtige Rolle spielen wird, wenn hier am Vormittag der Hüttertal-Lauf Hunderte Freizeitläufer anlocken wird. Dann geht es hier um 10 Uhr auf die Zehn-Kilometer-Strecke – und zehn Minuten später startet der Teamwettbewerb über zwei Kilometer, an dem sich Dreierteams beteiligen dürfen, von denen mindestens ein Läufer unter 14 Jahre alt sein muss.

Seminar-Hotel im Gespräch

Und was hat die Stadt nun vor mit der Hüttermühle? „Wir sind nach wie vor mit Interessenten im Gespräch, aber können leider noch keine konkreten Ergebnisse öffentlich machen“, sagt Radebergs Stadtsprecher Jürgen Wähnert. Auch ein Verkauf der Gaststätte ist offenbar nicht ausgeschlossen. „Es wird sich im Laufe der Gespräche zeigen, welchen Weg wir da gehen“, will sich der Stadtsprecher aber nicht festlegen lassen, ob ein künftiger Nutzer das Haus und das Areal so wie bisher pachten oder letztlich eben auch ganz kaufen kann.

Ideen geisterten ja schon einige durchs Tal und die Stadt. Wie zum Beispiel eine Art Ausbildungsrestaurant. Dort könnten dann künftige Servicekräfte oder Restaurantleiter quasi in der gastronomischen Realität „üben“ und die Kosten wären für den Betreiber überschaubar. Auch ein Weiterbildungs- und Seminar-Hotel war mal im Gespräch. Auf diese Weise wäre eine stabile Einnahmeseite möglich, die dann auch die Chance auf ein nicht immer stabiles, weil wetterabhängiges Saisongeschäft zulässt. „Wie gesagt, wir sind im Gespräch“, will sich Stadtsprecher Jürgen Wähnert nicht allzu tief in die Karten möglicher Projekt-Ideen schauen lassen.

Klar ist nur, der sprichwörtliche Zahn der Zeit nagt an der Hüttermühle …