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Bischofswerda

Die untrennbare Gefahr

Dr. Sebastian Wolf sprach beim SZ-Gesundheitsforum über Thrombose und Lungenembolie. Das interessierte viele.

Dr. Sebastian Wolf ist Oberarzt in der Medizinischen Klinik des Krankenhauses Bischofswerda. Beim SZ-Gesundheitsforum in dieser Woche sprach er über „Thrombose und Lungenembolie – die untrennbare Gefahr“.
Dr. Sebastian Wolf ist Oberarzt in der Medizinischen Klinik des Krankenhauses Bischofswerda. Beim SZ-Gesundheitsforum in dieser Woche sprach er über „Thrombose und Lungenembolie – die untrennbare Gefahr“. © Steffen Unger

Bischofswerda. Elf Bischofswerdaer erkranken jedes Jahr an einer Thrombose. Zumindest statistisch gesehen. Die Wahrscheinlichkeit, betroffen zu seien, liegt bei 1:1.000, sagte Dr. Sebastian Wolf, Oberarzt in der Medizinischen Klinik des Krankenhauses Bischofswerda, zu Beginn seines Vortrages beim letzten SZ-Gesundheitsforum in diesem Jahr. Die Zahl der Verdachtsfälle ist natürlich wesentlich höher. Allein im Krankenhaus an der Kamenzer Straße melden sich jede Woche aus diesem Grund im Schnitt fünf bis zehn Patienten, wenn nicht schon zuvor der Hausarzt den Verdacht ausschließen konnte. Thrombose und Lungenembolie stellen eine untrennbare Gefahr dar, betonte Dr. Sebastian Wolf. „Jede Thrombose kann eine Lungenembolie auslösen, und jede Lungenembolie kann zum Tod führen.“

Thrombosen bleiben im Frühstadium oft unerkannt – auch weil Patienten die Symptome nicht immer sofort als solche erkennen (können) bzw. die Symptome auch auf andere Krankheiten hindeuten können. Unter anderem Schwellungen und Schmerzen im Unterschenkel und/oder im Leistenbereich, Wassereinlagerungen sowie Luftnot, Schmerzen beim Atmen, Schwindel oder ein Kreislaufzusammenbruch können für eine mögliche Thrombose, aber auch auf eine andere Erkrankung schließen lassen. Oft kann schon der Hausarzt durch ein Befragungs- und Untersuchungssystem helfen und den Verdacht bestätigen – oder aber in den meisten Fällen auch ausschließen. Ist der Hausarzt unsicher, helfen die Ärzte im Krankenhaus. Sie nutzen dafür zum Beispiel den Ultraschall und die Gefäßcomputertomographie. Bestätigt sich der Verdacht einer Thrombose, bekommen die Patienten als Akuttherapie Medikamente, die die Blutgerinnung verzögern. In schwierigeren Fällen kann einem Patienten auch durch eine Lysetherapie geholfen werden. Dabei werden hochwirksame Medikamente in die Blutbahn gespritzt, die das Gerinnsel auflösen. Fällt der Test im Krankenhaus negativ aus – das heißt, die Mediziner können eine Thrombose ausschließen – wird der Patient in der Regel zur weiteren Behandlung zurück an seinen Hausarzt überwiesen, der dann über eine Schmerztherapie entscheidet, sagt Sebastian Wolf.

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Rund 40 Besucher kamen zum Gesundheitsforum in den Konferenzraum des Krankenhauses. Besonders beim Thema Blutverdünnung, um ein Gerinnsel aufzulösen bzw. dieser Gefahr vorzubeugen, gab es zahlreiche Fragen, aber auch Erfahrungsberichte. So erzählte eine Frau von einem Bekannten, der einige Tage nach einer Operation zu Hause eine Lungenembolie erlitten hatte. Kein Einzelfall, wie Dr. Wolf, der selbst als Notarzt im Bereich Bischofswerda im Einsatz ist, bestätigte. In so einer Situation sollte man es als Angehöriger oder Helfer tunlichst unterlassen, den Betroffenen im eigenen Auto ins Krankenhaus zu fahren. Jeder Schritt verstärkt die Atemnot und sorgt dafür, dass das ohnehin schon stark beanspruchte Herz der Belastung nicht mehr gewachsen sein könnte, was zum Tod des Patienten führen kann. Zudem können sich durch jeden Schritt weitere Gerinnsel lösen. Der einzig richtige Weg ist, sofort den Notarzt zu rufen. „Jede Lungenembolie ist ein Notfall“, betonte Dr. Sebastian Wolf.

Faktoren wie das Alter, Gefäßschäden, Gerinnungsstörungen, Tumore, Veränderungen im Hormonsystem beispielsweise durch die Pille, Flüssigkeitsmangel, aber auch eine Schwangerschaft und Immobilität – etwa bei einem Langstreckenflug oder weil man krankheitsbedingt ans Bett gebunden ist – verstärken das Risiko einer Thrombose. Um einer Thrombose vorzubeugen, hat Dr. Sebastian Wolf vor allem ein Rezept: Bewegung. Ausreichend zu trinken, um das Blut dünnflüssig zu halten, ist eine weitere Empfehlung. Speziellen Risikogruppen kann es auch helfen, Thrombosestrümpfe zu tragen.

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