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Die vergessene Kreuzung

Seit Jahren ist in den Plänen eine Vergrößerung des Abzweiges zu Sachsenmilch in Leppersdorf verzeichnet. Aufgefallen ist das erst jetzt.

© Thorsten Eckert

Von Thomas Drendel

Da hat vor einigen Jahren wohl keiner so richtig hingesehen. Anfang der 90er-Jahre stimmte der Gemeinderat für den Bebauungsplan des Industriegebietes Leppersdorf mit Europas größter Molkerei. Darin war auch ein kleines Detail zu sehen, freilich etwas abseits des eigentlichen Werkstandortes. Es betrifft die Kreuzung Pulsnitzer Straße/An den Breiten, die ja bekanntlich die Zufahrt zu Sachsenmilch ist. In dem rechtskräftigen Plan ist eine Vergrößerung dieses Knotenpunktes vorgesehen. Die Straße soll an der Stelle verbreitert und eine Linksabbiegerspur eingerichtet werden. Über die Jahre passierte nichts. „Seit Jahren haben wir quasi diesen Planungsauftrag mitgeschleppt, ohne ihn umzusetzen“, sagte auch der Wachauer Bürgermeister Veit Künzelmann (CDU).

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Jetzt muss es offenbar sehr schnell gehen. Das Landratsamt hat die Gemeinde aufgefordert , doch die 1992 beschlossenen Pläne umzusetzen. Hintergrund ist natürlich das in den nächsten Jahren enorm ansteigende Verkehrsaufkommen. 2020 geht das neue Homann-Werk in Betrieb mit knapp 1 00 Mitarbeitern. Schon jetzt arbeiten rund 2 500 Menschen bei der Sachsenmilch. In den zwei, drei Jahren bis zur Werkseinweihung werden zahllose Lkw die Anlagen anliefern, sie rollen zusätzlich zu den 700 Milchtransportern täglich über die Kreuzung. Jetzt überschneiden sich zwei Projekte, der Homann-Neubau und die Knotenerweiterung. „Ja, wir haben eine sehr enge Zeitschiene“, sagte auch das Wachauer Gemeindeoberhaupt.

Planungsauftrag vergeben

Wie sehr die Zeit drängt, zeigt der Fakt, dass Wachau in dieser Woche eine Sondersitzung des Gemeinderates einberufen hat, um keine Zeit bei der Vergabe des Planungsauftrages zu verlieren. Die sind inzwischen vergeben. Nach den derzeitigen Überlegungen wird die Hauptverkehrsstraße, die Pulsnitzer Straße, an dem Knoten aufgeweitet und für alle Fahrzeuge, die aus Richtung Autobahn kommen und auf das Molkereigelände wollen, eine Linksabbiegerspur eingerichtet. Zusätzlich soll eine Ampelanlage installiert werden. „Dabei wird wichtig sein, sie mit der nur wenige hundert Meter entfernten Ampel an der Autobahnauffahrt abzustimmen“, sagte der Wachauer Bürgermeister.

Volkmar Lehmann (Offene Bürgerliste), Ortsvorsteher von Leppersdorf, hatte zunächst gefordert, zusätzlich eine Rechtsabbiegerspur für die Fahrzeuge einzurichten, die Richtung Sachsenmilch wollen. Diese Variante ist offenbar vom Tisch. Er wies außerdem darauf hin, bei den Planungen zu beachten, noch genügend Platz für einen straßenbegleitenden Radweg zu lassen.

Noch nichts entschieden

Endgültig ist diese Variante aber nicht. Mit der Fertigstellung der Schnellstraße S177 wird die jetzige Autobahnauffahrt nicht mehr benötigt. Eine Neue entsteht ja bekanntlich rund einen Kilometer weiter Richtung Dresden. Die alte Auffahrt will Sachsenmilch dann als Zufahrt auf das Werksgelände nutzen. Entsprechende Pläne liegen bereits vor. Damit würde der Abzweig „An den Breiten“ wieder entlastet. Außerdem würden Hunderte Lieferbrummis weiter vom Ort entfernt unterwegs sein. Die größte Entlastung für Leppersdorf ergibt sich jedoch mit der Inbetriebnahme der Schnellstraße. 2020 soll das der Fall sein.

Momentan beginnen die Arbeiten an der Brücke über die Autobahn. Mehrere weitere Bauwerke werden ebenfalls ab diesem Jahr errichtet. So ziehen die Bauleute zwei sogenannte Überflugbrücken für Fledermäuse hoch. Sie entstehen in Höhe der Häuser am Waldstück zwischen Radeberg und Leppersdorf. Das Gleiche gilt für zwei Regenrückhaltebecken. Auch mit ihrem Bau soll noch in diesem Jahr begonnen werden. Insgesamt entsteht für rund 50 Millionen Euro ein 5,3 Kilometer langer Straßenabschnitt.