merken

Familie

Die Vorbilder der Kinder von heute

Im Babyalter seid ihr als Eltern in der Regel noch die einzigen Vorbilder für eure Kinder.

© stock.adobe.com © Anton (DATEI-NR.: 214513527)

Nahe Familienmitglieder und vor allem Omas und Opas kommen dazu, allerdings liegt der Hauptfokus der Kleinen auf den Eltern. Doch im Kinder- und vor allem im jungen Jugendalter kann sich das schnell ändern. Plötzlich kommen Vorbilder vor allem aus der Medienlandschaft hinzu, an denen sich Kinder orientieren. Und mit denen sie sich zu identifizieren versuchen und die ganz automatisch einen Teil zur Erziehung beitragen. 

Die Funktion von Vorbildern für Kinder

Kinder suchen immer nach Menschen, an denen sie sich orientieren können. Sie "ahmen" meist Ältere in ihrer nächsten Umgebung nach, was einen wichtigen Bestandteil der natürlichen Entwicklung darstellt. Kinder lernen durch das Übernehmen und Selbst-Ausprobieren von Beobachtetem. Nur, wenn Kinder Orientierungspunkte finden, können sie auf gesunde Weise eigenständig und selbstverantwortlich aufwachsen.

Während bei den Allerjüngsten noch vorwiegend ihr als Eltern, die Geschwister und andere Erwachsene aus dem Familien- oder Bekanntenkreis als irgendwie beeindruckend wahrgenommen und nachgeahmt werden, kommen bei Kindern im späteren Grundschulalter oder jungen Jugendlichen auch andere Vorbilder hinzu. Ihr verbietet vielleicht manche Dinge, die Spaß machen, habt andere Ansichten und seid oft auch einfach nicht so cool für eure Kleinsten, wie andere Erwachsene. Dann beginnt die Suche nach anderen Vorbildern.

Mit diesen wird dann experimentiert, etwa im Rahmen von „Identifikationsspielen“. Hier versuchen die Kinder, sich so zu verhalten, so zu reden, so zu sein, wie die Idole. Sie bilden dabei im Spiel anhand der Vorbilder durchaus auch schon ihre eigenen Normen und Werte heraus, die mit euren Werten nicht unbedingt übereinstimmen. Läuft es gut, ahmen eure Kinder ihre Vorbilder zumindest nicht nur nach, sondern hinterfragen diese auch, stellen Vergleiche an und machen sich ebenso ihre Gedanken. 

Vorbilder in vergangenen Zeiten

Helden aus Cartoonserien sind bei Kindern seit Jahren beliebt. 
Helden aus Cartoonserien sind bei Kindern seit Jahren beliebt.  © stock.adobe.com © lavizzara (DATEI-NR.: 255840584)

Zunächst muss gesagt werden: Früher wie heute lässt es sich schwer verhindern, dass Kinder sich auch andere Menschen oder auch fiktive Personen zum Vorbild nehmen, als die Eltern. Im Grunde ist das nicht verkehrt, solange Kinder eben nicht blind nachahmen, sondern sich ihre Gedanken machen und aus ihren Erfahrungen lernen.

Natürlich spielt hier die Bildung eine Rolle, genauso wichtig ist es aber auch, dass Kinder, angestoßen durch eure Erziehung als Eltern, lernen, ihr eigenes Verhalten immer zu hinterfragen und aus Fehlern zu lernen.

Wie schon angedeutet, unterscheiden sich die Vorbilder für Kinder von früher zu denen von heute. Das ist ganz logisch, verändert sich doch auch der Input, den Kinder heute haben, indem sich die Gesellschaft, die Medien, die Möglichkeiten zu konsumieren verändern.

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass tragische und rebellische Idole, die früher stark vertreten waren, immer mehr in den Hintergrund rücken. Pendants zu Personen wie etwa Kurt Cobain der Kultband „Nirvana“ oder dem Schauspieler James Dean in den 50er Jahren gibt es heute nur noch selten. Auch die Rebellen scheinen nur noch seltener zu erscheinen. Wir werden an späterer Stelle sehen, dass selbst Rapper/innen, von denen man annehmen könnte, dass sie rebellisch auftreten, heute eher zu den konservativen Idolen gezählt werden können. 

Vorbilder heute

Nach wie vor schauen die meisten Kinder auch heute gerne noch Zeichentrickserien oder animierte Serien und Filme. Sie sind bunt, es passiert viel und oft kann gelacht werden. Charaktere wie Batman, Bibi Blocksberg, Die kleine Prinzessin Lillifee oder Spongebob und Co. bieten Kindern eine Fülle von Identifizierungsmöglichkeiten.

Diese Figuren kommen für Kinder als Idol aus verschiedenen Gründen in Frage:

• Kinder wären mitunter gerne mit ihnen befreundet, um mit ihnen Abenteuer zu erleben.

• Sie finden sich in deren Erleben wieder und identifizieren sich so mit ihnen.

• Sie sehen, dass ihre Freunde diese Idole gut finden und wollen dann Teil dieses Phänomens sein.

Oft halten sich Jungs an männliche Helden, während Mädchen die weiblichen Figuren als Vorbilder nehmen. Gerade wenn Geschlechterrollen mitunter stark überzeichnet werden, seid ihr als Eltern angehalten, eure Kinder zu ermuntern, genau das zu erkennen und auch einmal kritisch zu hinterfragen.

Abseits der Comic- und Zeichentrickfiguren im Fernsehen gewinnt für Kinder und Jugendliche jedoch immer stärker auch das Internet an Bedeutung. Und hier sind es wiederum vor allem Videoplattformen und die sozialen Medien, die für die Kleinsten von Interesse sind.

Während die Zeichentrickfiguren euch vielleicht selbst noch bekannt sind und ihr euch sicher auch mal mit euren Kindern hinsetzt, um die ein oder andere Folge oder einen Film zu schauen, sieht es mit Vorbildern aus dem Bereich des Internets oft anders aus.

Die Vorbilder und ihr Einfluss sind hier zum einen nicht so leicht zu greifen, zum anderen verändern sie sich die verfügbaren Inhalte viel schneller. Im Folgenden stellen wir drei große und entscheidende Vorbildergruppen und ihre typischen Vertreter vor. 

Vorbildergruppen und typische Vertreter

YouTuber

YouTuber gehören derzeit zu den wohl einflussreichsten Vorbildern für Kinder. Sie produzieren oft täglich neue Videos, die sie auf der mit Abstand meistgenutzten und größten Onlinevideo-Plattform hochladen und somit verbreiten. Jeder kann die Videos von fast überall auf der Welt anklicken, insofern ein Internetanschluss vorhanden ist.

Knapp 98 Prozent aller 14- bis 29-Jährigen nutzen YouTube regelmäßig. Die Gruppe liegt damit weit vorne. Dennoch wurde etwa in einer amerikanischen Studie herausgefunden, dass vereinzelt betrachtet, die Videos mit Kindern oder für Kinder unter 13 Jahren oft am erfolgreichsten sind.

Und das obwohl YouTube eigentlich einen eigenen Kinder-Ableger hat. Dieser wiederum ist Kindern allerdings oft zu "kindisch". Sie nutzen dann gleich lieber das normale YouTube.

YouTuber/innen sind unter Kindern und Jugendlichen oft nicht nur wegen der Inhalte ihrer Videos so beliebt. Sie stehen auch für die Tatsache, dass auch ganz gewöhnliche Menschen eine Plattform haben, um sich selbst zu präsentieren und womöglich berühmt zu werden. Das ist faszinierend – gerade für die Jüngsten.

Sie bekommen gezeigt, dass auch sie selbst einen solchen Traum erreichen können. Problematisch wird es, wenn dies als einziges Ziel auserkoren wird. Und noch problematischer, wenn die verbreiteten Inhalte mitunter gar gefährliche Ideologien repräsentieren.

Das Internet gewinnt immer weiter an Bedeutung. YouTube ist für viele Kinder und Jugendliche dabei die Videoplattform Nummer eins und ein zweites Zuhause geworden.
Das Internet gewinnt immer weiter an Bedeutung. YouTube ist für viele Kinder und Jugendliche dabei die Videoplattform Nummer eins und ein zweites Zuhause geworden. © stock.adobe.com © Steve (DATEI-NR.: 255830032)

Leon Lovelock

Widmen wir uns also einigen Beispielen: Leon Lovelock ist ein durchtrainierter junger YouTuber, der vor allem im Bereich des Raps zu Hause ist. Allerdings nicht als Rapper selbst, sondern als sympathischer Interviewer. Früher vorwiegend Fitness-YouTuber, heute selbstgelernter Journalist, fällt er durch seine lockere Art aus dem Raster. Er kommt dadurch als „Typ aus der Platte“, der kein Blatt vor den Mund nimmt und Straßenslang spricht, bei jungen Leuten gut an.

In einem Interview erklärt Leon Lovelock, was er an der Arbeit auf YouTube besonders schätzt: "Zu wissen, dass es Menschen da draußen gibt, die den positiven Vibe, den ich versuche zu vermitteln, spüren und ihnen den Tag versüßt." Und das trifft es im Grunde auf den Punkt. Lovelock hat immer gute Laune, wirkt lässig und extrovertiert. Damit dient er auch schüchterneren Kindern oft als Vorbild.

BibisBeautyPalace

Mit mehr als 5,5 Millionen Abonnenten auf YouTube gehört Bianca Claßen, die den Kanal "BibisBeautyPalace" betreibt, zu den größten und erfolgreichsten deutschen Webvideoproduzenten. Vorwiegend in ihren älteren Videos konnte vor allem Mädchen noch etwas von Bibi lernen. Zumindest, was das Schminken und eben alles rund um den "Beautybereich" betrifft.

Inzwischen jedoch gibt Bibi eigentlich fast nur noch Einblicke in ihr familiäres Privatleben und präsentiert verschiedene "Challenges". Die Gefahr, dass Kinder den luxuriösen Lifestyle der YouTuberin als einziges erstrebenswerte Ziel wahrnehmen ist dadurch nicht unbedingt gering. Ihr solltet euren Kindern erklären, dass Bibi ein Ausnahmeleben führt und eine heile Welt repräsentiert, die es so nur begrenzt gibt.

Gute Nachrichten übrigens beim Thema Lernen: Immerhin wird YouTube von Schülern und Schülerinnen nachgewiesenermaßen häufig auch zum Lernen genutzt. Und da einige Kanäle wirklich hilfreiche Mathe-Erklärvideos und Ähnliches produzieren, könnt ihr euch die Kosten für die Nachhilfe damit eventuell sparen.

Julien Bam

Ähnlich erfolgreich wie Bibi ist auch Julien Bam. Zu seinem Kanal kann gar nicht viel gesagt werden. Ein bis drei Videos, die ihr euch anschaut, dürften dem entsprechen, um was es geht: Seichte Unterhaltung in Form von Clips und auf eine junge Zielgruppe ausgerichteten Humor.

Auch hier wieder tauchen etliche "Challenges" auf. Als Unterhaltung ab und an dürfte der Kanal für Kinder recht unproblematisch sein. Allerdings sollte es neben der "Flucht" in diese doch eher stumpfe Unterhaltung ab und an auch mal anspruchsvoller zugehen.

Dagi Bee

Das tut es bei Dagi Bee nicht, wir wollen und können sie aber nicht unerwähnt lassen, folgen doch auch ihr knapp vier Millionen Videoliebhaber und darunter vor allem Kinder und Jugendliche. Auch bei ihr steht das Thema Unterhaltung im Vordergrund, doch auch der Beautybereich wird natürlich abgedeckt. Dagi Bee verdient ihr Geld aber (wie viele anderen YouTuber/innen auch) nicht nur mit den Videos und der darin geschalteten Werbung, sondern auch mit Product Placement.

Ihr als Eltern seid genau hier angehalten, euren Kindern zu erklären, dass nicht alle Produkte, die ihre Idole in die Kamera halten, authentische Empfehlungen sind. In vielen und vielleicht sogar den meisten Fällen geht es stattdessen darum, Geld mittels Gewinnbeteiligungen zu verdienen. Die Vorbilder werden dann ganz schnell zu einfachen Verkäufern. Und das sollte den jungen Abonnenten stets bewusst sein.

Influencer

Der Begriff Influencer meint zunächst einmal Personen, die eine starke Präsenz und ein hohes Ansehen in etwa den sozialen Netzwerken haben und die sich damit gut dafür eignen, Träger von Werbung zu werden. Alle in diesem Abschnitt genannten Personen (also auch die YouTuber und Rapper) sind Influencer.

Wir konzentrieren uns bei den folgenden vier Kandidaten aber vor allem auf die Plattform Instagram, wo Product Placement und Marketing noch eine größere Rolle spielen, als etwa auf YouTube.

Möchtet ihr verhindern, dass eure Kinder ihr Taschengeld nur für Markenkleidung und ihr Äußeres ausgeben, solltet ihr euch mit ihnen auch über die Macht der Influencer und das System der Marketingkampagnen unterhalten.

Eine der größten Gefahren für Kinder ist, dass sie die Produkte, die Influencer vermarkten, blind nachkaufen. Sie sollten lernen, einen kritischen Blick zu entwickeln.
Eine der größten Gefahren für Kinder ist, dass sie die Produkte, die Influencer vermarkten, blind nachkaufen. Sie sollten lernen, einen kritischen Blick zu entwickeln. © stock.adobe.com © gstockstudio (DATEI-NR.: 2332102

Lisa and Lena

Schon seit sie Dreizehn sind, produzieren die Zwillinge Lisa und Lena Videos oder andere Inhalte fürs Internet. Inzwischen haben sie über 15 Millionen Abonnenten auf Instagram. Die Zwillinge singen, schminken sich und kleiden sich modisch. Insgesamt scheinen Mode und Style im Vordergrund zu stehen. Die beiden leben nicht das normale Leben von unter 18 Jährigen. Aber durchaus eines, nach dem sich viele Kinder und Jugendliche sehnen.

Toni Kroos

Fußballer zählen zu den erfolgreichsten Influencern überhaupt. Der Deutsche Spieler des Vereins Real Madrid zählt über 22 Millionen Abonnenten. Wie die meisten anderen Fußballer auch, gibt er auf seinem Insta-Profil Einblicke in den Trainingsalltag und erlaubt Blicke hinter die Kulisse, um so seinen Fans näherzukommen.

Ansonsten dreht sich bei den meisten Fußballern alles um Werbedeals. Product Placement gehört zum Job. Schon 2016 hieß es, dass Toni Kroos der "Geheimtipp unter den Nationalspielern" sei, was Werbung betreffe. Damals hatte er nicht einmal sieben Millionen Abonnenten. Längst kaufen also auch viele junge Fans nach, was Kroos bewirbt. Und darüber solltet ihr mit euren kleinen Fußballfans sprechen.

Heidi Klum

Fast sieben Millionen Abonnenten hat auch Heidi Klum, die Modelmama der deutschen Nachwuchsmodels. Kaum erstaunlich, dass die inzwischen 46-Jährige auch bei den Jüngsten immer noch beliebt ist und als Vorbild dient. Schließlich ist sie mit dem 16 Jahre jüngeren Tom Kaulitz verheiratet, der ebenfalls wieder eine riesige Anhängerschaft mit sich bringt.

Außerdem hält sie sich fit, modelt noch immer fleißig und bewegt sich modisch am Zahn der Zeit. Gerade durch die Sendung Germanys Next Top Model hat sie an Bekannt- und Beliebtheit zugelegt. Kinder sollten allerdings nicht als Lebensziel haben, in die Sendung zu kommen.

Dieter Bohlen

Ein deutlich erstaunlicheres Phänomen stellt Dieter Bohlen dar. Inzwischen 65 Jahre alt folgen ihm auf der Plattform für vorwiegend junge Leute immerhin 1,3 Millionen Menschen. Bohlen erreicht diese außerdem immer noch über seine jährliche stattfindende Show "DSDS". Der Umgang mit den Kandidaten in dieser Show wird seit jeher kritisiert, Bohlens direkte und oft verletzende Art aber auch als cool und authentisch bezeichnet. Als Vorbild sollte man sich den deutschen "Poptitanen" aber wohl eher nicht nehmen.

Rapper/innen

Wir haben schon angedeutet, dass die Vorbilder der Kinder von heute nur noch selten als Rebellen bezeichnet werden können. Auch die berühmtesten und beliebtesten unter den Rappern und Rapperinnen, von denen man meinen könnte, dass sie einen rebellischen Lebensstil pflegen, sind heute eher konservative Idole geworden.

Sie verkörpern in diesem Fall Konformität und schnellen Aufstieg in der Erwachsenenwelt sowie Umgang mit den zugehörigen Werten. Es gilt als cool, wenn ein Rapper es schafft, aus prekären Verhältnissen auszubrechen und sich zu integrieren und anzupassen.

Vergleicht man die bekannten Rapidole fällt eines auf: Ein eigener Stil spielt viel weniger eine Rolle, als sich mit Statussymbolen zu umgeben. Ihre Fans wünschen sich somit oft auch genau das: Einen Lebenswandel hin zum Luxus.

Capital Bra

"Capital Bra" ist der derzeit wohl erfolgreichste deutsche Rapper. Zahlreiche Nummer Eins¬ Hits haben ihn zum Rapper der Stunde gemacht. Mit über 3,5 Millionen Instagram-Abonnenten ist er auch ein Star in den sozialen Medien. Bei ihm dreht sich alles um Luxus und Erfolg. Da er diesen Erfolg letztlich wiederum nur anhand von Statussymbolen ausstellt, ist Kritik an diesem Lebensstil durchaus angebracht.

Shirin David

Man könnte meinen, bekannte Frauen im Rapuniversum brächten etwas Abwechslung hinein. Doch falsch gedacht. Die derzeit erfolgreiche Rapperin und YouTuberin "Shirin David" stellt vor allem ihren Körper und, wer hätte es gedacht, ebenfalls ihren Luxus aus. 2017 war sie sogar in einen kleinen Skandal um den Rapper "Mert" verwickelt, mit dem zusammen sie ein Video gedreht hatte. Mert wurde zuvor aufgrund eines seiner anderen Videos Homophobie vorgeworfen.

Andere sehen in ihr allerdings eine Feministin, die sich selbstbewusst der“ typisch männlichen“ Klischees bemächtigt und mit diesen Spielt. Auch hier ist eine kritische Auseinandersetzung und Hinterfragung ihrer Künstlerfigur angebracht.

Kollegah

Dem Rapper "Kollegah" und seinem Freund und Kollege "Farid Bang" wiederum wurde im Rahmen der Echo-Verleihung 2018 Antisemitismus vorgeworfen. Fragwürdige Textzeilen und mehrdeutige Symbole, die auf eine antisemitische Denkweise hindeuteten wurden auch in den sozialen Medien analysiert und kritisiert. Immerhin nahmen die beiden Rapper um Deutschrapidol Kollegah die auf den Skandal folgende Einladung des Internationalen Auschwitz-Komitees an und zeigten Reue.

Wenn ihr als Eltern euch die Texte einmal genauer ansehet, fallen euch vielleicht die teilweise doch raffinierten Wortspiele und die Lyrik des Rappers auf, die man auf jeden Fall anerkennen muss. Am besten geht ihr mit euren Kindern zusammen auf ein Konzert eines solchen Künstlers, um vor Ort mit kritischem Auge und Ohr urteilen zu können.

Juju

Und zum Abschluss noch gute Nachrichten: Es gibt sie ja doch, die Frauen, die ein wenig Abwechslung in den deutschen Rap bringen. Die Rapperin "Juju", ehemals Mitglied des Duos "SXTN" steht für selbstbewussten Feminismus, ohne diesen zur Ideologie zu erklären.

Ihre Texte sind durchaus auch mal kritisch der Gesellschaft gegenüber und sie scheint eher weniger Wert auf Luxus zu legen, als ihre Kollegen und Kolleginnen. Einen Nobelpreis wie Bob Dylan wird man ihr für ihre Texte zwar nicht verleihen, diese können sich aber durchaus hören lassen!

Rapper sind in den Charts vertreten wie keine zweiten Musiker. Leider propagieren sie nur selten etwas pädagogisch Wertvolles.
Rapper sind in den Charts vertreten wie keine zweiten Musiker. Leider propagieren sie nur selten etwas pädagogisch Wertvolles. © stock.adobe.com © OscarStock (DATEI-NR.: 231991702

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der externen Redakteurin K. Eis.