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Die Wähler von morgen

© Karl-Ludwig Oberthür

Wer kommt in den Bundestag? Schüler konnten darüber am Dienstag abstimmen.

Von Carina Brestrich

Freital. Pauline hat sich entschieden. Nach wenigen Augenblicken kommt sie aus der Wahlkabine, steckt ihren Stimmzettel in die Wahlurne – und fertig. Alles ist wie bei einer richtigen Wahl. Nur dass Pauline mit ihren 16 Jahren eigentlich noch gar nicht wählen darf. Bei der Juniorwahl ist das anders. Der bundesweite Aktionstag soll Demokratie für Schüler erlebbar machen und sie fürs Wählen sensibilisieren. Auch das Weißeritzgymnasium hat sich beteiligt. Rund 300 Schüler der neunten bis zwölften Klassen haben dort am Dienstag ihre Stimme abgegeben.

Vorab hatten sich die Schüler im Gemeinschaftskunde-Unterricht mit den anstehenden Bundestagswahlen beschäftigt. Sie studierten die Parteiprogramme und befragten für ihre Entscheidung den Wahl-O-Maten. Lisa hat ihre Erststimme der CDU gegeben, für die Zweitstimme hat sie ihr Kreuzchen bei den Grünen gesetzt. „Ich habe auch zu Hause mit meinen Eltern über die Wahl gesprochen“, erzählt die 15-Jährige, für die die Flüchtlingspolitik zu den wichtigsten Themen zählt. „Ich werde später auf jeden Fall wählen gehen. Ich finde es wichtig, sich einzubringen“, sagt sie. So sieht es auch Sebastian. Der Schüler hat sich auch zu Hause mit den Wahlprogrammen der Parteien beschäftigt. „Ich habe mir im Internet die Zusammenfassungen durchgelesen.“ Am Ende hat er seine beiden Stimmen der FDP gegeben. Der wirtschaftsliberale Ansatz der Partei gefalle ihm. „Mich überzeugen die Inhalte vor allem in der Bildungspolitik“, sagt er. „Die betreffen schließlich meine Zukunft.“

Wie das Wahlergebnis nach dem Willen der Schüler aussehen würde, das steht wie bei der richtigen Wahl erst am Sonntagabend fest. Dann erst werden die Ergebnisse veröffentlicht. Eine ähnlich wie die Juniorwahl angelegte Umfrage unter U18-Wählern hatte kürzlich bereits für Überraschung gesorgt. Demnach kam die AfD im Landkreis auf 23 Prozent der Zweitstimmen unter den U18-Wählern. Nach ersten Stichproben sei ein solches Ergebnis am Weißeritzgymnasium aber nicht zu erwarten, sagt Franz Thiele. Der Referendar für Gemeinschaftskunde an der Schule ist mit der Beteiligung an der Juniorwahl zufrieden. „Die Aktion kommt gut an.“