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Die Wanne ist voll

Das Nieskyer Waldbad öffnet. Was gibt es Neues? Und worauf müssen die Badegäste vorerst verzichten?

© André Schulze

Von Thomas Staudt

Niesky. Ein Dunstschleier aus winzigen Wassertröpfchen schwebt über den Zaun des Waldbads und zieht weiter über die Zufahrt Richtung Eisstadion. Ein Mitarbeiter des Waldbads hält den Schlauch eines Hochdruckreinigers in den hochgereckten Händen und bearbeitet mit gezielten Attacken das Vordach. Ein Bademeister? „Man sagt Fachpersonal, nicht Bademeister“, korrigiert Sabine Michler freundlich. Seit 2005 ist sie für den Freizeitpark Niesky und damit auch für das Waldbad zuständig. Heute checkt sie die Vorbereitungen für die Saisoneröffnung. „Wir machen auf, wenn richtiges Badewetter ist“, sagt sie. Dazu muss die Lufttemperatur deutlich über 20 Grad liegen. Ansonsten ist es den meisten Badegästen zu kalt. Draußen wohlgemerkt, denn das Wasser in den Becken wird durch die Solaranlage auf kuschelige 24 Grad Mindesttemperatur angewärmt. Anders als in anderen Bädern, bleibt das Wasser während des Winters in den Becken, zur Kühlung des Eisstadions. Erst kurz vor Saisonbeginn werden die Becken abgelassen. Auf die notwendigen Reparaturarbeiten folgt eine Generalreinigung. Dann können die beiden Becken wieder befüllt werden.

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Aber nur wenn die Wasserproben bestimmte Grenzwerte nicht überschreiten, gibt das Gesundheitsamt grünes Licht. Die Proben wurden bereits vor einigen Tagen gezogen und eingereicht. Die Antwort ist auch schon da: keine Beanstandungen.

Nachdem die Wetterdienste für die nächsten Tage kontinuierliche Temperaturen über 25 Grad vorhergesagt haben, steht der Saisoneröffnung nichts mehr im Wege. Am Freitag ist es endlich soweit. Dann kann angebadet werden. Ab 12 Uhr heißt es: Hinein ins kühle Nass!

Die Gäste dürfen sich auf die neue Terrasse mit den drei ebenfalls neuen übergroßen Sonnenschirmen freuen. Neu ist auch der Imbiss. Die ehemalige Gaststätte musste dem Neubau des Eisstadions weichen. In den letzten beiden Jahren sorgte ein Imbisszelt, gleich bei der Rutsche, dafür, dass keine Kehle trocken blieb und jedes Loch im Bauch der Badegäste gestopft werden konnte. Wer ungünstig stand oder saß, bekam hier und da einen Schwapps Wasser von der Rutsche ab. Das ist nun vorbei. Mit dem im Herbst vergangenen Jahres eingeweihten multifunktionalen Eisstadionneubau gibt es eine „bilaterale“ Essensversorgung. Im Winter, während der Eishockeysaison, kann Essen im Eisstadion gereicht werden, im Sommer auf der anderen Seite im Waldbad. Für die Bewirtung sorgt das Bürgerhaus.

Ganz abgeschlossen sind die Arbeiten an der Terrasse noch nicht. Was fehlt, ist der Bereich für die Spielgeräte. „Hier stand zum Beispiel ein Klettergerüst“, erklärt Sabine Michler und zeigt auf eine Stelle, die jetzt mit der übrigen Wiese zusammengewachsen ist. Bei der Neuplanung der Terrasse sei man sich einig gewesen, dass Eltern entspannter beim Kaffee sitzen, wenn sie einen Blick auf den Spielbereich haben. Deshalb kommen die neuen Spielgeräte gleich neben den Freisitz mit den Sonnenschirmen. „Aber das wird erst in der nächsten Saison.“ Solange müssen Familien auf den Mini-Spielplatz verzichten. Nur ein paar Schritte sind es zu den neuen Toiletten. Auch sie gehören – wie der Imbiss – eigentlich zum Eisstadion, sind im Sommer aber ebenso von der Waldbadseite aus zugänglich.

Etwas weiter vorn ist Olaf Hansch damit beschäftigt, Schadstellen in der Rutsche mit Epoxidharz auszubessern. Auch er ist „Fachpersonal“ und tut im Winter als Eismeister seinen Dienst. Irgendwann wird die Rutsche ersetzt werden müssen, meint Michler. Das Spielgerät ist ziemlich ausgeblichen, hat bereits 23 Jahre auf dem Buckel, aber die Überprüfung durch den TÜV problemlos geschafft.

Noch ein Stückchen weiter sind Mitarbeiter von Kernchen Miet-Bau damit beschäftigt, unmittelbar vor den Technikräumen mithilfe eines Minibaggers ein Regenwasserproblem zu lösen. „Anschließend wird gleich das Pflaster miterneuert“, sagt Sabine Michler. In den letzten Jahren wurden einige Verschleißteile im technischen Herz des Waldbads ausgetauscht. Auch die Desinfektion wurde von Chlorgas auf Chlorgranulat umgestellt, weil das einfacher zu handhaben ist. Aber das Gros der Gebäude und der Ausstattung stammt von 1995, dem Jahr der letzten Generalsanierung. Die Badeanstalt ist im Kern aber viel älter. Im nächsten Jahr feiert das Waldbad seinen hundertsten Geburtstag.

Sabine Michler ist wieder am Ausgangspunkt ihres Rundgangs angekommen und steht nun am Einlass. „Übrigens, es gibt noch eine gute Nachricht: Die Eintrittspreise ändern sich nicht.“ Erwachsene zahlen vier, Kinder drei Euro Eintritt. Für Kleinkinder bis drei Jahre wird kein Eintrittsgeld erhoben. Außerdem sind Gruppenermäßigungen möglich. Wenn das mal keine guten Gründe für einen Besuch im Waldbad sind? Oder für eine Saisonkarte?