Teilen:
Weihnachten  

Die Weihnachtsbaum-Macher

Vorne steht hier eine Blautanne, dahinter Nordmanntannen. Die Plantage von Sandra und Johannes Putz im Dippoldiswalder Ortsteil Naundorf ist jetzt soweit gediehen, dass sie die Weihnachtsbäume zum Verkauf anbieten können. © Egbert Kamprath

Ehepaar Putz verkauft erstmals eigene Bäumchen aus dem Osterzgebirge. Worauf es bei der Auswahl ankommt.

Jeder Weihnachtsbaum ist anders. Wie unterschiedlich die vielen verschiedenen Bäumchen sind, davon kann Johannes Putz ein Lied singen. Er hat vor acht Jahren ein Grundstück zwischen Naundorf und Sadisdorf gekauft und dort eine Plantage für Weihnachtsbäume angelegt. Heute stehen dort rund 6 700 Bäumchen und er kümmert sich das ganze Jahr über um die künftigen Weihnachtsbäumchen.

Das kostet viele Stunden Arbeit und so manchen Euro Lehrgeld, die er und seine Frau Sandra bezahlen mussten – obwohl er eigentlich gute fachliche Voraussetzungen mitbringt. Der 33-jährige Putz ist Landwirt, genauer Agraringenieur, und bei der Agrargesellschaft Ruppendorf für den Pflanzenbau verantwortlich.

Der gebürtige Bayer arbeitet seit 2010 im Osterzgebirge. Die Weihnachtsbäume sind sein Hobby. Er hat sich 2010 die Fläche gekauft. Es war Wald gewesen, kahlgeschlagen worden und lag dann einige Jahre brach. „Die Brombeeren waren mannshoch gewachsen“, erinnert er sich. Er hat dann einen Forstmulcher drüber geschickt, der die ganze Wildnis zerkleinert hat. Und Putz hat die erste Partie Weihnachtsbäumchen gepflanzt. Er hat sich vorher kundig gemacht bei einem Studienkollegen, der eine Plantage mit 30 Hektar bewirtschaftet.

Aber gleich zu Beginn hat er Pech gehabt und schlechte Pflänzchen geliefert bekommen. Das ist heute noch zu sehen. In den ersten Reihen sind Lücken, wo gar nichts gewachsen ist, und die Bäumchen stehen mickriger da als die Nachbarpflanzen, welche jünger sind.

Eine andere Lücke wird sich in etlichen Jahren zeigen. Dieses Jahr konnte Putz nichts pflanzen, weil es schon im Frühjahr viel zu trocken war.

Putz hat dann die Baumschule gewechselt und bessere Qualität bekommen. Jedes Jahr hat er seitdem neu gepflanzt. Inzwischen sind die Bäumchen aus dem zweiten und dritten Jahr soweit, dass er sie dieses Jahr zum ersten Mal zum Verkauf anbieten will.

Er hat insgesamt 28 verschiedene Sorten gepflanzt. Das ist aber sein persönliches Interesse. Nur Fachleute erkennen die feinen Differenzen. Für die Interessenten, die einen Schmuck für ihre Stube suchen, sind drei große Unterschiede wichtig. In Naundorf wachsen Fichten, Blautannen und Nordmanntannen. Wie verschieden die sind, spürt man auch im Wohnzimmer. Die Blautannen haben eine interessante Farbe, aber stacheln stärker. Da müssen sich dann Kinder in Acht nehmen und beim Schmücken kann man sich kratzen. Die Fichten nadeln schneller. Die Nordmanntanne ist für einen Familienweihnachtsbaum ideal. Sie hat weiche Nadeln, die kaum stechen. Die Tannen halten lange, nadeln kaum und verbreiten einen angenehmen Duft.

Aber es ist in der Plantage auch der anspruchsvollste Baum. Er benötigt länger, bis er eine schöne Größe hat, weil er die ersten Jahre seine Kraft mehr in die Wurzeln steckt. Das macht sich dann beim Preis bemerkbar.

In den Preis fließt natürlich auch die Arbeit ein, die Putz all die Jahre mit seinen Weihnachtsbäumchen hat. Zuerst muss er ihnen helfen, damit sie sich gegen das Gras durchsetzen und nicht von ihm überwuchert werden. Zwischen den Reihen fährt er sechsmal im Jahr mit dem Rasenmähertraktor entlang. Dann bleibt noch ein Streifen zwischen den Bäumchen, den macht er auch noch dreimal im Jahr mit der Motorsense frei.

Und jeder Baum will auch noch einzeln betrachtet werden. Mal bekommt einer zwei Triebe. Da muss einer gekappt werden. Wer will denn schon einen Weihnachtsbaum, der sich oben gabelt? Auf Pflanzenschutz verzichtet Putz in seiner Plantage völlig. Und damit ihm die Rehe nicht die frischen Triebe abfressen, hat er einen Zaun um die Fläche gezogen. Wenn er diese ganze Arbeit betrachtet, ist ein Preis von 20 bis 22 Euro für einen schönen Baum gerechtfertigt, je nach Größe und Art, sagt er.

Jetzt ist er gespannt, wie sein Angebot ankommt. Zuerst müssen die Interessenten den Platz finden, der sich hinter der Siedlung Naundorf versteckt. Aber seine Frau Sandra verspricht: „Wir schildern das alles noch gut aus.“ Eine Parkfläche ist auch vorbereitet.

Nun wollen Sandra und Johannes Putz an drei Adventwochenenden jeweils von 8 Uhr bis 12 Uhr direkt von der Plantage verkaufen.