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„Die wollen sich nicht quälen“

Die fünfmalige Olympiasiegerin Claudia Pechstein hat angesichts der Misere im deutschen Eisschnelllauf das Engagement des Nachwuchses kritisiert: „Bei den meisten fehlt es an der grundsätzlichen Einstellung“.

© dpa

Berlin. Die fünfmalige Olympiasiegerin Claudia Pechstein hat angesichts der Misere im deutschen Eisschnelllauf das fehlende Engagement des Nachwuchses kritisiert. „Es ist erschreckend. Es gibt Athleten, da fasse ich mir ungläubig an den Kopf, wenn ich mir deren Trainings- und Wettkampfplanung anschaue“, sagte die 41 Jahre alte Berlinerin in einem Interview der „Bild am Sonntag“.

„Bei den meisten fehlt es an der grundsätzlichen Einstellung, sich quälen zu wollen. Manche Wettkämpfe werden weggelassen, weil die Belastung angeblich zu hoch ist“, meinte Pechstein. „Teilweise wissen sie scheinbar selbst nicht, was sie wollen. Es gibt Mädels, die Sprint trainieren und Mehrkampf laufen. Da weiß jeder Laie, dass das nicht funktioniert“, sagte die Berlinerin. Sie zählt bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi neben der 34 Jahre alten Jenny Wolf zu den einzigen Medaillen-Hoffnungen im deutschen Eisschnelllauf-Team.

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Sie gebe viele Tipps, „aber die Mädels sind nicht selbstständig genug. Viele vertrauen blind ihren Trainern. Doch bei manchen Trainern habe ich das Gefühl, dass sie im Kopf abgeschlossen haben und ihre Tage bis zur Rente zählen“, kritisierte Pechstein indirekt auch Mehrkampf-Bundestrainer Stephan Gneupel, der mit 65 Jahren nach den Olympischen Spielen seine erfolgreiche Laufbahn beendet.

Auf die Frage, was sich im deutschen Eisschnelllauf ändern müsse, sagte Pechstein: „Eigentlich alles. Einsatz, Disziplin und die Leidenschaft, sich stets mit den besten messen zu wollen. Ich habe für den Sport sogar unbezahlten Urlaub genommen. Man kann auch mal was in den Sport investieren, statt ins neue Handy.“ (dpa)