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Radebeul

Zahl ausgesetzter und misshandelter Tiere steigt

Im 15. Jahr seines Bestehens hat der Tierschutzverein mehr denn je zu tun: Katzen, Igel, Hunde und Nager sind auf seine Hilfe angewiesen.

Der in Riesa ausgesetzte Hund sorgte zuletzt für Schlagzeilen.
Der in Riesa ausgesetzte Hund sorgte zuletzt für Schlagzeilen. ©  Sebastian Schultz

Großenhain/Moritzburg. Wenn sie der menschlichen Sprache mächtig wären, gebe es viel zu erzählen: Wie sie achtlos im Straßengraben abgelegt, an der Mülltone ausgesetzt oder einfach unbeachtet zurückgelassen werden. Ganz zu schweigen von den Fußtritten, den Schlägen oder anderen mutwillig durch Menschenhand herbeigeführten Verletzungen. 

Zahlreiche Vierbeiner waren in der Vergangenheit bereits auf die rettende Hilfe des Tierschutzvereins Großenhain angewiesen und könnten anlässlich seines 15-jährigen Bestehens gewiss ihre ganz eigene Lobrede halten. „Wenn Sie so wollen, sind es aber eigentlich viel zu viele Tiere! Denn machen wir uns nichts vor, jede ausgesetzte oder misshandelte Katze ist eine zu viel. Und die Tendenz solcher Fälle ist leider nicht rückläufig, sondern stetig steigend“, gibt Armin Krake zu bedenken.

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Wie der Vorsitzende des Vereins betont, sei die Hemmschwelle immer mehr gesunken. Gerade jetzt im Sommer wäre man jedes Jahr aufs Neue mit den zurückgebliebenen Vierbeinern konfrontiert, welche urlaubende Besitzer aussetzten. Natürlich könne Menschen die Liebe zum Tier nicht eingeimpft werden. Aber die Achtung vor dem Lebewesen sollte selbstverständlich sein. 

„Insofern wünsche ich mir sehr, dass doch endlich mal ein Umdenken einsetzt“, hofft Armin Krake. Irgendwann seien schließlich auch die Möglichkeiten des Vereins – sowohl räumlich, finanziell und kräftemäßig – erschöpft. Neben der engagierten Arbeit der Pfötchenhilfe Priestewitz um Manja Baumgartner wäre man deshalb immer auch auf die Unterstützung durch private Pflegestellen angewiesen. Angesichts des wachsenden Bedarfes gebe es davon in der Region aber leider viel zu wenig.

Nicht zuletzt deshalb sei der Jubel auch groß gewesen, als sich die Großenhainer Räte im Mai zur Einführung einer Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Freigängerkatzen bekannten. Denn trotz aller Bemühungen habe die Zahl der herrenlosen und verwilderten Katzen in der Stadt, und vor allem in den Ortsteilen, stark zugenommen. Wilde Populationen gebe es unter anderem in Zschauitz, Strauch und Wildenhain. Die Tiere pflanzten sich mittlerweile unkontrolliert fort und müssten teilweise unter erbärmlichen und tierschutzwidrigen Umständen leben.

Immerhin: Jede nicht kastrierte Katze, die Freilauf erhalte, könne bis zu dreimal im Jahr Katzenwelpen werfen. „Geht man davon aus, dass vier bis sechs Tiere geboren werden, kann man sich ausrechnen, wie viele Nachkommen aus einem Katzenpaar innerhalb von zehn Jahren hervorgehen können“, rechnet Krake vor. Tierheime oder die Pfötchenhilfe seien nicht mehr in der Lage, die Flut von herrenlosen und verwilderten Katzen aufzunehmen.

Und damit nicht genug. Längst haben sich die Aktivitäten der Großenhainer Tierschützer auf andere Regionen des Landkreises Meißen ausgedehnt. Zu den 44 Ehrenamtlern zählten mittlerweile auch die Igel-Station in Radebeul-Lindenau und das „Nagerglück“ in Moritzburg. Während in der Lößnitzstadt verletzte ältere Tiere oder untergewichtige, noch kleine Igel aufgepäppelt werden, würden nicht weit entfernt heimatlose Meerschweinchen oder Kaninchen ein neues Zuhause finden. 

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„Ich appelliere hier wirklich an das Verantwortungsgefühl der Besitzer! Die Vierbeiner sich selbst zu überlassen oder gar auszusetzen, ist nicht nur die schlechteste Lösung, sondern eine Straftat!“

Wer den Großenhainer Tierschutzverein unterstützen will, bitte an: Sparkasse Meißen, IBAN: DE 43 8505 5000 3400 002568.

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