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Die Zeppeline der Erde

Europas größter Baumaschinenhändler hat seit 25 Jahren alles, was Schaufel und Räder hat – auch in Klipphausen.

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© Claudia Hübschmann

Von Udo Lemke

Klipphausen. Zeppelin – das klingt nach Luftschiff. Und da ist auch etwas dran. Der heutige Baumaschinenhändler geht auf den legendären Luftschiffbauer zurück, erklärt Matthias Lützner, der Leiter der Zeppelin-Niederlassung Dresden/Chemnitz mit Sitz im Gewerbegebiet Klipphausen. Denn Ferdinand Graf von Zeppelin legte 1908 mit der Gründung der Luftschiffbau Zeppelin GmbH und der Zeppelin-Stiftung den Grundstein für den heutigen Zeppelin-Konzern, der 1950 gegründet worden ist. „Mittlerweile bieten wir in 30 Ländern an 190 Standorten unsere Produkte und Dienstleistungen an. Wir, das sind 7 800 Mitarbeiter des Zeppelin-Konzerns.“

40 davon arbeiten in Klipphausen. Sie verkaufen und verleihen Geräte als Mitarbeiter der Zeppelin Baumaschinen GmbH. Und seit mehr als fünfzig Jahren hat Zeppelin auch die Händlervertretung von Caterpillar, dem weltgrößten Baumaschinenhersteller mit Sitz in den USA, in Deutschland übernommen. „Wir haben 15 Außendienstmonteure, die die Maschinen auch reparieren.“ Das kann natürlich auch in Klipphausen selbst gemacht werden. Denn auf dem 10 000 Quadratmeter großen Gelände der Niederlassung gibt es auch eine Werkstatt. Hier werden Maschinen gewartet und repariert. Und für die Kunden fit gemacht, denn dieser Zweig trägt nicht unwesentlich zum Umsatz der Niederlassung bei. Laut Matthias Lützner liegt der Jahresumsatz bei 35 Millionen Euro.

Die Spannbreite der angebotenen Maschinen ist riesig, rund 300 verschiedene werden angeboten. Sie reicht von der Baumaschine, die nicht einmal einhundert Kilogramm wiegt, bis zum mehrere Hundert Tonnen wiegenden Koloss. Dem entspricht die Spannbreite der Preise, „das geht von zehntausend Euro los bis zu mehreren Millionen“. Das größte Gerät, das bislang über die Niederlassung verkauft worden ist, ist ein Bagger, der in einem Grauwacke-Steinbruch bei Kamenz arbeitet und 180 Tonnen Gewicht auf die Waage bringt. Mittlerweile hat der Bagger in 21 Jahren weit über 31 000 Betriebsstunden geleistet, und er läuft immer noch. „Je größer das Eisen, desto eher lohnt sich eine Generalreparatur“, erklärt Matthias Lützner. Dabei werden bei solchen Riesenmaschinen ganze Baugruppen ausgetauscht.

Das war Pionierarbeit

Zeppelin hat 1991, also vor 25 Jahren, seine Niederlassung Dresden in Kesselsdorf eröffnet. Das waren ein Containerstützpunkt mit einer kleinen Werkstatt sowie ein Lager im ehemaligen Trockenwerk Grumbach. Schon nach zwei Jahren galt der Standort Dresden als etabliert, wozu der Nachwendeboom in der Bauwirtschaft beitrug. „Es wurde entschieden, einen massiven Niederlassungsbau zu errichten, und zwar im Gewerbegebiet Klipphausen. Am 23. Juni 1993 wurde der Grundstein gelegt. „Im Januar 1994 sind wir dann in einem langen Baumaschinen-Konvoi von Kesselsdorf nach Klipphausen umgezogen.“ Während eines Tages der offenen Tür anlässlich des Jubiläums, zu dem fast 600 Besucher gekommen waren, erinnerte der Niederlassungsleiter, der seit 2001 in Klipphausen die Verantwortung trägt, an die „damals geleistete Pionierarbeit“. Da wurde eine Baumaschine auch schon mal per Telefon bestellt.

Matthias Lützner stellte erfreulicherweise weiter wachsende Marktanteile fest. „Was sicher, neben dem ausgereiften Servicekonzept bei Zeppelin, auch den sehr innovativen Caterpillar-Geräten geschuldet ist, die mittlerweile in der Wirtschaftlichkeit Maßstäbe setzen.“ Was das Servicekonzept betrifft, so könne Zeppelin zu 98 Prozent garantieren, dass ein bis 17 Uhr bestelltes Bauteil am nächsten Morgen da ist. Zum Service gehört auch, dass gebrauchte Baumaschinen wieder aufgearbeitet und mit Garantie verkauft werden.

Und wie geht es weiter bei Zeppelin in Klipphausen? Die Firma bildet aus. „Das sind Mechatroniker, da geht es nicht bloß ums Schrauben, sie müssen auch die Elektronik beherrschen.“ Was die Mitarbeiterzahl betrifft, stellt Matthias Lützner fest: „Tendenz steigend.“