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Die Zittauer Feuerwehr soll privatisiert werden

Die Stadt will Kosten sparen und orientiert sich am dänischen Modell. Erste Gespräche mit einer Betreiberfirma laufen.

© privat

Von Thomas Mielke

Zittau. Die Stadtverwaltung Zittau plant seit einiger Zeit die Privatisierung der Zittauer Feuerwehr. Nach SZ-Informationen sollen damit Einsparpotenziale gehoben und die immer schwierigere Suche nach Personal auf private Firmen verlagert werden. Bisher ist die Feuerwehr weitestgehend von Sparmaßnahmen verschont geblieben. Zittau leistet sich wie viele andere deutsche Städte ein leistungsfähiges, aber kostenintensives System. Die Dänen dagegen haben ein ganz anderes: Die Nachbarn im Norden werden bereits von privaten Feuerwehren geschützt. Laut World Fire Statistics ist das dänische System das drittgünstigste der Welt. Vor diesem Hintergrund plane man in Zittau ein Pilotprojekt, welches es so in Deutschland noch nicht gegeben hat, heißt es im Rathaus. Offiziell wollte dazu allerdings weder Oberbürgermeister Arnd Voigt (Freie Bürger) noch Feuerwehrchef Lothar Reichbodt Stellung beziehen.

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Angeblich soll es aber bereits erste Gespräche mit dem dänischen Unternehmen Falck – Betreiber der größten privaten Feuerwehr weltweit – gegeben haben. Auch wenn Falck zurzeit nur beabsichtigt, sich im Rettungsdienst in Deutschland zu etablieren, seien bereits erste Konzepte für die Übernahme der Zittauer Wehr samt Gerätehaus und Fahrzeuge ausgearbeitet worden. Das dänische Modell ist in Europa auf dem Vormarsch. In zehn Ländern von Spanien bis Finnland betreibt Falck schon Rettungsdienste oder Feuerwehren. Daneben hat das Unternehmen Sparten für Pflegedienste sowie Pannenhilfe aufgebaut und bietet auf fünf Kontinenten Sicherheitsschulungen etwa für Matrosen an.

Was im Fall der Feuerwehr-Übernahme durch Falck allerdings aus den Freiwilligen wird, ist noch völlig unklar. Bislang sind noch keinerlei Gespräche mit der Wehrleitung geführt worden. Allerdings bestehe für geeignete Kameraden die Möglichkeit einer Übernahme in ein Arbeitsverhältnis, heißt es hinter vorgehaltener Hand. Ob der Verein „Freiwillige Feuerwehr Zittau e.V“ bestehen bleiben kann, wenn er kein Gerätehaus, keine Fahrzeuge und keine anderen Ausrüstungsgegenstände mehr besitzt, steht ebenfalls noch in den Sternen.

Unter den Feuerwehrleuten herrscht angesichts der Pläne große Unruhe. Bisher sind die Kameraden von der Stadt und der Firma Falck noch nicht eingeweiht worden. „Eins ist allerdings sicher, kampflos geben wir unsere Feuerwehr nicht auf“, sagte ein Mitglied, das nicht genannt sein wollte, der SZ.

http://sz-link.de/Falck

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