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Gesundheit

Die Zukunft des flüssigen Golds

Wenn Öl und Wasser knapp werden. Die Ressourcen auf unserem Planeten sind natürlicher Weise begrenzt.

Während es ums Öl nicht ganz so schlimm steht, herrscht in vielen Ländern bereits Wasserknappheit. Menschen müssen Durst leiden oder bekommen Krankheiten, weil sie verschmutztes Wasser trinken
Während es ums Öl nicht ganz so schlimm steht, herrscht in vielen Ländern bereits Wasserknappheit. Menschen müssen Durst leiden oder bekommen Krankheiten, weil sie verschmutztes Wasser trinken © fotolia.de © Riccardo Niels Mayer (#123132793)

Nimmt die Erdbevölkerung zu, steigt damit auch der Bedarf an Rohstoffen. Diese Entwicklung ist logisch und nicht zu ändern. Allerdings verbrauchen viele Menschen mehr, als sie es zum Leben nötig hätten, weshalb die Ressourcen oft schneller knapp werden, als sie es müssten. Auch Öl und Wasser gelten als knapper werdende Ressource. Man weiß, dass die weltweiten Vorräte noch für einige Jahrzehnte reichen werden, die Konsequenzen der Verknappung zeigen sich ansatzweise aber schon jetzt. Wie schlimm steht es wirklich um die Zukunft von Öl und Wasser? Was wird dagegen getan? Und wie wirkt sich die aktuelle Entwicklung auf die Preise der Rohstoffe an der Börse aus?

Mehr Menschen, mehr Bedarf nach Ressourcen

Die Weltbevölkerung wächst derzeit kontinuierlich. Zwar gibt es immer wieder auch Prognosen, dass sie in einigen Jahrzehnten wieder abnehmen wird, davon sind wir momentan allerdings noch weit entfernt. Die Sieben Milliarden-Marke ist längst überschritten und wir bewegen uns mit sicherem Kurs auf die acht Milliarden zu. So jedenfalls die Schätzung der Behörden und falls kein unvorhersehbares Unglück, wie eine globale Seuche oder Ähnliches geschehen sollte, könnten bereits im Jahr 2025 über acht Milliarden Menschen auf der Erde leben.

Sie sind alle abhängig von den Rohstoffen, die auf unserem Planeten vorhanden sind. Öl, Gas und Kohle sind derzeit die (noch) wichtigsten Energieträger für Industrie, Transport, Verkehr und den Privatverbrauch. Sie kommen einem meist als erstes in den Sinn, wenn man an knapper werdende Rohstoffe denkt. Das mag auch daran liegen, dass sie nicht erneuerbar sind. Sie wachsen nicht nach.

Andere Rohstoffe wie Holz, Pflanzenöle, Zucker und Stärke (Futtermittel) sind dagegen erneuerbar. Auch Wasser gehört zu den erneuerbaren Ressourcen. Dennoch werden auch sie knapper, wenn sie mit einer zu hohen Geschwindigkeit und in zu großer Menge abgebaut, bzw. verbraucht werden. Dann nämlich können sie sich mitunter nicht schnell genug erneuern.

Nicht vergessen werden darf, dass eine gesicherte Energieversorgung für unser Leben im 21. Jahrhundert unentbehrlich ist. Vor allem ohne Öl und Gas könnten Industrien derzeit nicht mehr produzieren, Unternehmen und private Haushalte könnten nicht mehr miteinander kommunizieren. Denn Internet, E-Mail und Telefon sind von der Energieversorgung durch diese beiden Rohstoffe abhängig. Genauso betroffen ist der Transport von Menschen und Waren.

Wichtig ist aber, Maß zu halten und nur so viel zu verbrauchen, wie es zum Leben notwendig ist. Unnötig viel Strom etwa im Haushalt zu verbrauchen oder gar nicht darauf zu achten, wieviel Plastikmüll man produziert, ist verantwortungslos. Hin und wieder den persönlichen ökologischen Fußabdruck zu testen dagegen sinnvoll. Nur wer bewusst lebt, schont das Klima. 

Der Ressourcenabbau und das Klima

Das Klima ist vom Ressourcenabbau, wie er derzeit stattfindet, unbestreitbar bedroht. Denn mehr Menschen brauchen mehr Rohstoffe – vor allem, wenn viele ohne Rücksicht auf die Umwelt leben. Der Schaden wird unter anderem durch die Treibhausgasemissionen generiert, die der Abbau und die Verarbeitung von Materialien, Brennstoffen und Nahrungsmitteln verursacht. Auch die biologische Vielfalt geht durch den vermehrten Rohstoffabbau verloren und die weltweiten Gewässer werden belastet.

Der "Global Resources Outlook 2019" des International Resource Panel (IRP), eines UN-WissenschaftlerInnen-Forums, zeigt die Brisanz: So hat sich der Abbau von Rohstoffen seit 1970 mehr als verdreifacht. Geht es so weiter, wird sich der Ressourcenverbrauch bis 2060 auf 190 Milliarden Tonnen pro Jahr verdoppelt haben. Die Treibhausgasemissionen werden damit um 43 Prozent steigen.

Zwar fordert die UN politische Maßnahmen zu einer rohstoffschonenden, ressourceneffizienten, zirkulären Wirtschaft und einige Parteien setzen sich genau für diese Maßnahmen auch besonders ein. Allerdings ist der Widerstand gegen konsequente Klimaschutzpolitik derzeit noch groß.

Joyse Msyua, die ausführende Direktorin der UN Umweltabteilung kommentiert den Bericht des IRP mit den Worten: "Der Global Resource Outlook zeigt, dass wir die endlichen Ressourcen dieses Planeten plündern, als gäbe es kein Morgen. Dummerweise wird es für viele Menschen auch kein Morgen geben, wenn wir damit nicht aufhören."

Da die Lösung nicht sein kann und wird, von heute auf morgen keine Energie mehr zu verbrauchen, müssen praktische Maßnahmen her. Langlebige Produkte, intelligenteres Produktdesign, Standardisierung, Reuse, Recycling und Remanufacturing sind die Stichworte und Instrumente der Zukunft. Vor allem aber auch – und das kann nicht oft genug betont werden – müssen gerade wir in den wohlhabenderen Ländern nachhaltiger mit den Ressourcen umzugehen. Dann ist auch keine absolute Knappheit zu fürchten. Denn ausreichend vorhanden sind sie ja eigentlich schon. 

Für mehr Ressourcen, muss mehr Regenwald abgeholzt oder abgebrannt werden. Die CO2-Emissionen treiben dir Klimaerwärmung weiter voran.
Für mehr Ressourcen, muss mehr Regenwald abgeholzt oder abgebrannt werden. Die CO2-Emissionen treiben dir Klimaerwärmung weiter voran. © fotolia.de © ThKatz (#82256486)

Wird das Öl immer knapper?

Womit wir die Beantwortung der Frage nach der Verknappung des Öls nun schon vorweggenommen haben. Das Öl wird natürlich knapper, so wie jede nicht-erneuerbare Ressource, die kontinuierlich abgebaut wird. Allerdings ist es nicht so dramatisch, wie selbsternannte Experten es gerne behaupten. Weder ist das Öl-Zeitalter bald vorbei, noch ist die Zukunft der Ölkonzerne in absehbarer Zeit ungewiss.

Man muss sich hier einmal die Zahlen und Falten vor Augen führen, um genauere Einblicke zu bekommen. Nach den Daten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), liegen die sicheren Erdölreserven weltweit bei etwa 241 Milliarden Tonnen. Sie sind damit so hoch, wie nie zuvor. Weitere mehrere hundert Milliarden Tonnen Erdöl könnten in Zukunft gefördert werden, wenn die technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen bis dann gegeben sind. Beim heutigen Welterdölverbrauch würden die gesicherten Reserven somit noch mehr als fünfzig Jahre ausreichen.

Aller Voraussicht nach werden die weltweiten Vorkommen an Erdöl aber sogar noch länger ausreichen, als wir Menschen sie brauchen. Das liegt unter anderem auch daran, dass der Einsatz von erneuerbaren Energien, wie etwa Solarthermie oder Biobrennstoffen zunimmt. Das führt dazu, dass der Bedarf an fossiler Energie reduziert wird und somit auch weniger Erdöl abgebaut werden muss.

Das Öl und die Börse

Die weltweiten Ölreserven sind noch üppig. Ölpreise an der Börse sind dennoch unberechenbar, da unter anderem politische Spannungen sie von heute auf morgen stark beeinflussen. 
Die weltweiten Ölreserven sind noch üppig. Ölpreise an der Börse sind dennoch unberechenbar, da unter anderem politische Spannungen sie von heute auf morgen stark beeinflussen.  © fotolia.de © gerasimov174 (#263270328)

Wie viele andere Rohstoffe auch, wird Öl seit langem an der Börse gehandelt. Doch wie sicher oder riskant ist der Handel damit? Lohnt sich für Anleger eine Investition in Öl? Und wie verhält sich der Ölpreis angesichts der Debatte um die Ressourcenknappheit und der globalen politischen Spannungen?

Zunächst einmal: Öl eignet sich als Spekulations- und Wettgeschäftsstoff wie kaum ein anderer. Denn die Einflussfaktoren sind heute so vielfältig, dass ihre Auswirkungen auf die Ölpreise kaum zu erfassen sind. Und das wiederum bedeutet: Mit etwas Glück schießen die Preise für Öl über Nacht stark nach oben. Genauso gut natürlich können sie auch stark abfallen. Risikolos ist der Börsenhandel mit dem Öl definitiv nicht.

Der Finanzkollaps 2008 hat wieder einmal gezeigt, dass gerade „Märkte mit ihrer bisweilen unbegrenzten Geldschöpfung“ ein großes Risiko für Spekulationsblasen darstellen. Der Ölmarkt ist hier nicht ausgeschlossen. Durch den Ölpreisverfall 2015 ist das Risiko eines Kollapses hier allerdings geringer geworden. Dennoch sorgen heute vor allem politische Spannungen für ein ständiges Auf und Ab der Ölpreisentwicklung.

Derzeit ist hier vor allem immer noch der ungelöste Handelskonflikt zwischen den USA und China zu nennen. Experten befürchten, dass die ohnehin geschwächte Weltwirtschaft durch den Konflikt weiter abgebremst würde und dadurch auch die Nachfrage nach Rohöl zurückgehe. Auf der anderen Seite erhalten die Erdölpreise Unterstützung durch die politischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Nach neuen Sanktionen der USA gegen den Iran wegen dessen Atomprogramm hieß es von Seiten des Iran, dass damit der Weg zu diplomatischen Lösungen verschlossen worden sei. Sollte der Iran die Meeresenge von Hormus schließen, könnte das einen immensen Anstieg der Ölpreise bedeuten. Denn die Meeresenge verbindet die ölreiche persische Golfregion mit dem weiten Meer und stellt damit eine wichtige Route für den Öltransport dar.

Die weltweite Wasserversorgung – Ein Alarmzustand

Von einem Alarmzustand kann man beim Öl nicht sprechen, beim Wasser allerdings schon. Vor allem deshalb, weil Öl nicht unbedingt zum alltäglichen Überleben benötigt wird. Ohne Wasser jedoch kommt kein Lebewesen aus.

In den meisten westlichen Ländern und Regionen kann man es sich kaum vorstellen, doch 2,1 Milliarden Menschen weltweit haben – unter anderem nach Angaben von Unicef – keinen Zugang zu sauberem Wasser. Und rund 884 Millionen Menschen verfügen nicht einmal über eine Grundversorgung mit Wasser. Währenddessen verbrauchen Amerikaner und Europäer gerne mal bis zu 200 Liter Wasser am Tag, obwohl 20 Liter international als ausreichende Menge gelten.

Ein großes Problem ist also, dass das Trinkwasser extrem ungleich verteilt ist. Das knappe ein Prozent des Wassers auf unserem Planeten, das uns als Trinkwasser zur Verfügung steht, wird an manchen Orten literweise zum Duschen verwendet. Andernorts steht diese Menge oder weniger manchen Familien gerade einmal für einen ganzen Tag zur Verfügung. Um davon zu trinken, zu kochen, zu waschen und eventuell sogar um ein kleines Beet oder Feld zu wässern. Derzeit betrifft der Wassermangel vor allem die Ärmsten. Allerdings sind die Wasservorräte auch dort bedroht, wo die lebenswichtige Ressource derzeit noch im Überfluss verfügbar ist.

Laut UN-Weltwasserbericht 2019 lebt etwa die Hälfte der Menschen mit weltweit unzureichendem Zugang zu sicherem Trinkwasser auf dem afrikanischen Kontinent. Doch selbst in Europa und Nordamerika verfügen 57 Millionen Menschen in ihren Häusern nicht über Wasserleitungen. Qualitativ und quantitativ sind die Wasservorkommen heute vor allem im Nahen Osten und Nordafrika sowie in Zentralasien und in Teilen Australiens bereits an einem kritischen Punkt. Doch auch die Entwicklung der Landschaft bei unseren europäischen Nachbarn, wie etwa Spanien, sollte jedem zu denken geben. So entsteht dort nämlich die erste Wüste Europas. Etliche Seen, wie zuvor schon der Aralsee, und unzählige Flüsse trocknen langsam, aber sicher aus.

Wie kommt es dazu, dass das Wasser immer knapper wird?

Mehrere Faktoren spielen hier eine entscheidende Rolle. Zunächst ist wieder das Bevölkerungswachstum zu nennen. Mehr Menschen bedeuten mehr Durst. Mehr Menschen bedeuten zudem mehr Bedarf an Nahrungsmittel, für deren Produktion wiederum mehr Wasser benötigt wird. Vor allem die Landwirtschaft braucht große Teile des Wasservorkommens in der Lebensmittelproduktion.

Weiterhin wird Wasser, wie auch Öl, weltweit "übernutzt". Das heißt, dass wir der Natur mehr Wasser entnehmen, als sie wieder bereitstellen kann. Auch das Argument "Kein Wasser geht verloren, weil wir es ja immer recyceln, also wiederaufbereiten können", geht fehl. Denn die menschengemachten Wiederaufbereitungssysteme gelangen irgendwann, genau wie das natürliche Wiederaufbereitungssystem der Natur, an ihre Grenzen. Hier wieder ist jeder Einzelne dafür verantwortlich, weniger Wasser zu verbrauchen. Solange Haushalte nicht anfangen etwa auch Regenwasser zu nutzen und damit vielen Pflanzen im Garten sogar einen Gefallen zu tun, wird die Übernutzung kein Ende nehmen.

Auch die Abwasserkrise darf nicht vergessen werden. Die Verschmutzung von Wasser vor allem infolge der Verstädterung oder industrielle Abwässer und Abfälle, die ins Wasser geworfen werden, führen zu irreversiblen Umweltschäden. Diese wiederum dezimieren die knapper werdenden Trinkwasservorräte zusätzlich. Gerade in China war die Verschmutzung des Wassers durch industrielles Wachstum in den letzten Jahrzehnten so stark, dass dort Millionen von Menschen keinen Zugang mehr zu sauberem Trinkwasser haben. Doch auch das Mittelmeer vor unserer eigenen Haustür ist extrem stark belastet.

Letztlich sorgt auch der Klimawandel, genauer die globale Erwärmung, dafür, dass die Wasserressourcen nach und nach schwinden. 

Nicht alle Haushalte haben Zugang zu frischem Trinkwasser. Verschmutztes Wasser, das getrunken wird, kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen mit sich bringen.
Nicht alle Haushalte haben Zugang zu frischem Trinkwasser. Verschmutztes Wasser, das getrunken wird, kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen mit sich bringen. © fotolia.de © Andreas Gruhl (#257076155)

Der Klimawandel und seine Auswirkungen

Seit vielen Jahren ist bekannt, dass der Klimawandel auch Auswirkungen auf die Ressource Wasser hat. In einer Studie aus dem Jahr 2013 wurde erstmals der relative Anteil des Klimawandels an der Wasserknappheit bestimmt. Die Ergebnisse des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) waren erschütternd: Durch den Klimawandel sind ganze 40 Prozent mehr Menschen betroffen, als wenn es keine Veränderungen durch den menschengemachten Treibhauseffekt gäbe.

Problematisch sind vor allem die Veränderungen der Wasserkreisläufe durch die Klimaerwärmung und damit auch Veränderungen der Niederschläge und der Verdunstung. In unterschiedlichen Regionen der Erde sind die Auswirkungen verschieden drastisch. Regionen, die bereits jetzt unter Wasserknappheit leiden, werden durch den Klimawandel noch trockener. Das betrifft vor allem zahlreiche Länder Afrikas sowie Südasien und Lateinamerika.

In anderen Regionen werden sich wiederum die Regenzeiten verschieben: In Teilen Ostafrikas, dem Westen Chinas und in Südindien wird mehr Wasser zur Verfügung stehen als heute. Einige Regionen aber werden in negativer Weise betroffen sein – Es regnet dort dann in kürzester Zeit so viel, dass eine so große Regenmenge das Land überschwemmt, wie sie normalerweise innerhalb eines Jahres fällt. Felder werden zerstört und das restliche Jahr über herrscht Trockenheit.

Genau wie zu viel, schadet auch zu wenig Regen den Böden: Fruchtbarer Grund wird fortgespült oder das Land versteppt. Als Ergebnis dieser Prozesse sinken die Ernten und mehr Menschen leiden Hunger oder sterben an den Folgen des menschengemachten Klimawandels.

So kommentiert auch Ko-Autor der Studie des PIK, Qiuhong Tang von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, die Situation: "Wasserknappheit ist eine große Bedrohung für die menschliche Entwicklung, etwa in Regionen, wo die Nahrungssicherheit von der Bewässerung abhängt – die Landwirtschaft ist der größte Wasserverbraucher weltweit. Trotzdem ist auch eine Zunahme von Niederschlägen eine Herausforderung – zusätzliches Wasser kann Überflutungen und Störungen der Infrastruktur wie etwa der Kanalisation verursachen."

Selbst in Deutschland hinterlassen Dürresommer, wie jener im Jahr 2018, ihre Spuren. Flüsse trocknen aus und manche Landkreise verbieten der Bevölkerung, Wasser von dort zu entnehmen. Einige Kommunen rufen sogar den Notstand aus. Und selbst in der Hauptstadt Berlin wird das Wasser zu einem wichtigen Thema. Die Digitalisierung soll bei der Erhaltung der Wasserqualität durch diverse Projekte helfen. Gleichzeitig wird dazu aufgerufen, weniger Wasser in Flaschen zu kaufen, um den ökologischen Fußabdruck zu verkleinern und dort, wo es geht, auf Leitungswasser umzusteigen. Bleibt zu hoffen, dass derlei Initiativen und Projekte fruchten und das Bewusstsein für den Alarmzustand sich global verbreitet.

In vielen Regionen der Erde, auch in Teilen Europas, trocknen die Flüsse aus. Andernorts kämpfen Menschen aufgrund von Überschwemmungen um ihr Überleben.
In vielen Regionen der Erde, auch in Teilen Europas, trocknen die Flüsse aus. Andernorts kämpfen Menschen aufgrund von Überschwemmungen um ihr Überleben. © fotolia.de © Bits and Splits (#276154102)

Das Wasser und die Börse

Der Wasserbedarf wird mit der wachsenden Weltbevölkerung und mit der Abnahme der Ressource weltweit weiter steigen. Das bedeutet auch, dass die Investitionen in Wasseraufbereitungs- und Abwasserreinigungs-Anlagen vermutlich weiter zunehmen werden. Schließlich wird man mehr Wasser recyceln und verteilen müssen. Um eine Überlastung der bisherigen Möglichkeiten zu vermeiden, müssen diese ergänzt, erweitert und erneuert werden.

Nach Hinweisen der Investment-Boutique Veritas auf eine Prognose sollen dafür bis 2030 Wasser-Investitionen von 7,5 Billionen Dollar notwendig sein. Anleger können von diesen Umständen gleichzeitig profitieren und etwas gegen die Wasser-Not tun.

So kann etwa in breit angelegte Wasserfonds investiert werden. In Deutschland werden 15 dieser ETFs gehandelt, die im Jahr 2018 solide Gewinne abwarfen. Laut Angaben des Analysehauses "Scope" erbrachten sie auf eine Sicht von drei Jahren eine durchschnittliche Performance von rund zehn Prozent. Nicht alle Wasserfonds jedoch schließen Mineralwasserproduzenten wie den nicht unbegründet vielfach umstrittenen, Schweizer Konzern Nestlé aus. Wer vorhat, sein Geld in Wasser zu stecken, sollte daher genau hinschauen. Es lohnt sich, einen Blick auf Nachhaltigkeitsstandards, die sogenannten ESG-Kriterien zu werfen und anschließend zu entscheiden, ob man nur Geld machen oder vielleicht auch noch etwas zur Verbesserung der aktuellen globalen Lage beitragen möchte.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Redakteur Luis Ströbel.