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Dieb geht auf Beutezug

Wegen gemeinschaftlichen Diebstahls muss ein Mann aus Ostrau in Haft. Sein Kumpan erhielt eine Bewährungsstrafe.

© David-Wolfgang Ebener/dpa

Von Helene Krause

Ostrau/ Döbeln. Eine kuriose Geschichte veranlasste einen 22-jährigen Mann aus Ostrau und einen 23-Jährigen aus Döbeln, gemeinsam auf Diebeszug zu gehen. Nun mussten sich beide vor dem Amtsgericht Döbeln verantworten–- und zeigten sich geständig.

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Zunächst war der Döbelner bei dem Ostrauer eingebrochen und hatte aus dessen Wohnung 13 000 Euro sowie verschiedene Gegenstände gestohlen. Bei dem Geld handelte es sich offenbar um Drogengeld, das der Ostrauer mit dem Verkauf von Crystal Meth verdient hatte. Die Polizei stellte außerdem eine geladene Schreckschusspistole, Munition, einen Ninjastern, ein Einhandmesser und Quarzsandhandschuhe in dessen Wohnung sicher. Das Crystal hatte er im Kühlschrank deponiert.

Um den entstandenen Schaden zu begleichen, verlangte der Bestohlene, dass der Döbelner mit ihm Einbrüche begeht. Die Beute wollten sie sich teilen.

Am 15. März 2017 hebelten sie in Ostrau in einem Grundstück die Tür zu einem Nebengebäude auf. Aus dem darin befindlichen Büro sollen sie fast 5 700 Euro, einen Akkuschrauber, eine Sammlung Taschenuhren, eine Festplatte und andere Dinge gestohlen haben.
In der Nacht des 12. März 2017 sollen sie in das Einfamilienhaus einer 88-jährigen Frau in Ostrau eingestiegen sein – diesmal in den Heizraum. Weil die Hausbesitzerin augenscheinlich im Wohnzimmer schlief, verließen die Eindringlinge das Haus jedoch, ohne etwas zu stehlen. „Sie hat auf der Couch in der Stube geschlafen. Da habe ich nur gesagt: weg hier“, so der Ostrauer. Die 88-Jährige erklärte jedoch, sich nur schlafend gestellt zu haben. „Es war ein unglaublicher Krach. Als es wieder ruhig war, habe ich die Polizei gerufen.“Dennoch stellte das Gericht die Verurteilung wegen des Einstiegs in das Einfamilienhaus ein. Diese würde im Hinblick auf die Einbrüche nur gering ins Gewicht fallen. „Was Sie der Frau jedoch angetan haben, geht gar nicht“, sagte die Staatsanwältin.

Nur wenige Wochen später, in der Nacht zum 30. April 2017, hebelte das Duo ein Fenster zum Bürogebäude der Tiefbaufirma Hoff in Ostrau auf. Die Beute: 400 Euro Bargeld, ein Laptop, zwei Kameras, mehrere Flaschen Wein und Kekse.

Die Angeklagten gestanden die Diebstähle, allerdings im Fall der Firma Hoff nicht in dem Umfang. Dass der Akkuschrauber gestohlen wurde, kann den Angeklagten nicht nachgewiesen werden. Auch der Diebstahl der Weinflaschen, des Laptops und der 400 Euro bleibt offen. Das Gericht geht aufgrund der Beiweise davon aus, dass die Beschuldigten in der Baufirma außer den Kameras nur 100 Euro Bargeld mitgenommen haben.

Beide Angeklagte haben Drogenprobleme und sind vorbestraft. So verbüßt der Ostrauer in der JVA Waldheim gegenwärtig eine dreijährige Haftstrafe wegen des unerlaubten und bewaffneten Handelns mit Betäubungsmitteln und unerlaubten Besitzes einer Waffe.

Für die Büroeinbrüche erhält der Ostrauer eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten. Diese wird nicht zur Bewährung ausgesetzt. In das Urteil geht die bereits laufende Haftstrafe mit ein.

Der Döbelner erhält eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und einem Monat, ausgesetzt auf drei Jahre Bewährung. Als Auflage muss er 2 400 Euro an die Wohlfahrt zahlen und er erhält einen Bewährungshelfer. Außerdem werden von den Beschuldigten 6 196,14 Euro als Wertersatz eingezogen.

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