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Diebe stehlen historische Pumpe

Waren es Metalldiebe oder will jemand den Garten verschönern? Die Baruther sind sauer und hoffen auf aufmerksame Bürger.

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© privat

Kerstin Fiedler

Baruth. Wer klaut denn so etwas? Am Sonntag bemerkten Baruther, dass die Pumpe am Basaltwerk nicht mehr da war. Hans-Joachim Schmidt, der sich seit vielen Jahren um das technische Denkmal kümmert, kennt die Geschichte der Schwengelpumpe. Und er weiß, dass das Gras das Teil eigentlich verdeckt hat. „Wahrscheinlich hat das jemand ausgenutzt, der von dem Standort wusste“, sagt Schmidt. Ortsvorsteherin Sylvia Michel ist sauer. „Wir hatten schon mit der Feuerwehr vereinbart, dass wir die Pumpe vorsichtshalber abbauen“, sagt sie. Nun sind Diebe dem zuvorgekommen.

Die Schwengelpumpe war bis zur Errichtung eines Sozialtrakts die einzige Möglichkeit, an Wasser zum Waschen zu kommen, berichtet Hans-Joachim Schmidt. Der Brunnen war immerhin 27 Meter tief und hatte durchschnittlich einen Wasserstand von elf Metern. Da eine normale Wasserpumpe nur bis zu sieben Metern Wasser zieht, war im Steigrohr noch ein dünneres Rohr, das in einem Kolben endete. „So wurde das Wasser nicht hochgezogen, sondern hochgedrückt“, erklärt Hans-Joachim Schmidt. Später wurde dann eine Unterwasserpumpe eingebaut. Bis vor einigen Jahren konnten Besucher den Schwengel noch in Bewegung setzen und Wasser aus der Tiefe holen.

Jetzt hoffen die Baruther, dass die Pumpe wieder auftaucht oder aber aufmerksame Leute sehen, wohin sie gebracht wurde. Die Polizei hat die Anzeige aufgenommen. „Hoffentlich ging es nicht um Metalldiebe, sondern nur um jemanden, der die historische Pumpe als Schmuckstück nutzen will. Auch bei Facebook versuchen die Baruther schon, Kontakte zu knüpfen.

Kontakt: Hans-Joachim Schmidt, 035932-31112