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Diese Inflation hat sogar Vorteile

SZ-Redakteur Georg Moeritz sieht sogar Positives in den  Preissteigerungen in Sachsen

Von Georg Moeritz
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© Montage: SZ/dpa

Wer gerade jetzt Heizöl nachkaufen muss oder häufig tanken muss, wird sich ungerecht behandelt fühlen. Die Spritpreise sind in diesem Jahr kräftig gestiegen, auch Gemüse ist fast zehn Prozent teurer als vor einem Jahr. Diese Teuerung trifft nicht nur arme Menschen, auch Leute mit Geld auf dem Konto machen sich Sorgen. Wer für Tagesgeld nur 0,3 Prozent Zinsen bekommt, aber in einem Land mit 1,9 Prozent Inflationsrate lebt, sieht seine Ersparnisse schrumpfen.

Doch die Teuerung hat schon wieder etwas nachgelassen. Im Oktober hatte sie mit 2,5 Prozent den höchsten Stand in Sachsen seit zehn Jahren erreicht, nun liegt sie wieder unter zwei Prozent. Das hat nichts zu tun mit der Hyperinflation von 1923, als Geldscheine mit Millionen-Werten gedruckt wurden. Eine Teuerung von rund zwei Prozent im Jahr hat sogar Vorteile. Sie kurbelt die Wirtschaft an und kann Arbeitsplätze schaffen. Wenn die Preise nicht steigen oder sogar fallen, halten sich viele Menschen mit Neuanschaffungen zurück – es könnte ja noch billiger werden. Derzeit aber wächst die Wirtschaft, davon haben fast alle etwas.

Die Renten und die Löhne in vielen Branchen sind stärker gestiegen als zwei Prozent. Der Staat erhöht den Mindestlohn zum Jahresanfang um rund vier Prozent. Freilich wird damit nicht jede Ungerechtigkeit ausgeglichen. Wer eine saftige Miet-Erhöhung bekommen hat, kann sich kaum damit trösten, dass die Kaltmieten in Sachsen laut Statistik dieses Jahr nur um ein Prozent gestiegen sind.