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Dieser Weltcup ist ein Gewinn

© dpa/Hendrik Schmidt

Der Schnee hielt, und viele Bedenken schmolzen: Der erste Skiweltcup sendete ein tolles Bild von Dresden in die Welt. Warum auch eine künftige Förderung gut angelegtes Geld wäre - ein Kommentar von Redakteurin Juliane Richter.

Der Schnee hat gehalten, doch zahlreiche Bedenken sind am Sonntag dahingeschmolzen. Die Dresdner Kulisse im warmen Sonnenlicht, dazu ein randvolles Stadion, tausende Fans an der Strecke und spannende Wettkämpfe – genau diese Bilder wollten die Organisatoren des ersten Dresdner Skiweltcups in alle Welt senden. Das Herzensprojekt der beiden Fernsehjournalisten René Kindermann und Torsten Püschel ist geglückt. Sowohl die Mannschaften als auch der internationale Skiverband sind voll des Lobes für die Premiere dieses City-Skiweltcups.

Doch was ist mit der Nachhaltigkeit eines solchen Wettkampfs? Fakt ist: Die Ökobilanz innerstädtischer Weltcups fällt meist positiver aus, als eine vergleichbare Veranstaltung in den Bergen. Dorthin würden tausende Menschen mit dem Auto anreisen. Der Dresdner Weltcup der kurzen Wege hat funktioniert. Die mehr als 25 000 Besucher konnten bequem Bus und Bahn nutzen, die Sportler zu Fuß zwischen Strecke und Hotel pendeln. Dass die Veranstalter vor allem mit Kunstschnee gearbeitet haben, ist mittlerweile gängige Praxis im Weltcupgeschehen. Selbst in den Bergen.

SZ-Redakteurin Juliane Richter. © Sven Ellger

Impressionen vom Weltcup in Dresden

Am Sonntagabend schoben Bulldozer den Schnee am Elbufer zusammen, damit die Strecke noch in den kommenden Tagen erhalten bleibt.
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Kritisch zu sehen sind die mehrfachen Schneetransporte per LKW aus Oberwiesenthal. Die Umweltbilanz, die der Dresdner Stadtrat im Gegenzug für seine 300 000 Euro schwere Unterstützung gefordert hat, wird Aufschluss geben. Die Bilanz sollte nun zügig vorgelegt werden und selbstkritisch darstellen, wo es gehakt hat. Dass beim ersten Mal nicht alles funktionieren kann, ist klar. Meist braucht es Jahre, um Veranstaltungen dieser Größe zu etablieren. Auch die finanzielle Bilanz des Weltcups steht noch aus. Zwar wurden alle Tickets verkauft, doch der Veranstalter muss mehr als 100  000 Euro Preisgelder selbst aufbringen.

Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert hat bereits signalisiert, dass die Stadt den Weltcup weiter finanziell unterstützen will. Das Land sollte hier erneut mitziehen – natürlich abhängig von der Öko- und der finanziellen Bilanz. Zu oft in den vergangenen Jahren haben deprimierende Schlagzeilen das Bild dieser Stadt bestimmt. Dieser Weltcup ist dagegen ein Gewinn für Dresden und Sachsen.

Mail an Juliane Richter