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Dieses Jahr weihnachtet es länger

Erstmalig wird der Großenhainer Markt bis zum 23. Dezember öffnen. Eine Neuerung, die einiges mit sich bringt.

© Klaus-Dieter Brühl

Von Catharina Karlshaus

Großenhain. Er gehört zu den Beliebtesten in der Region. Aufwendig gestaltete Hütten, gemütliche Kleinteiligkeit inmitten malerischer Kulisse und immer die eine oder andere Veranstaltung, die verschiedene Generationen nach Großenhain lockt. Der Weihnachtsmarkt, in einer städtischen Chronik 1868 noch als Basar benannt, kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Bereits 1926 lockte er die Besucher auf den Hauptmarkt, verblüffte sechs Jahre später mit einem Weihnachtsbaum nebst elektrischer Beleuchtung und lädt seit 1972 zu einem Rundgang in der heutigen Form.

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Damit die Begeisterung anhält, haben sich die Großenhainer Stadtväter bereits im Sommer mit ihrem städtischen Vorweihnachtsschmankerl beschäftigt. Immerhin: „Seit Jahren ist der Weihnachtsmarkt zu einer festen Größe in unserer Stadt und zu einem beliebten Anziehungspunkt in der Adventszeit geworden“, betonte Matthias Schmieder.

Wie der Geschäftsbereichsleiter Stadtkultur und Ordnung in der jüngsten Ratssitzung mitteilte, werde stets nach neuen Ideen und Möglichkeiten gesucht, den Markt abwechslungsreich zu gestalten. Ziel sei es, die Attraktivität des als familienfreundlich geltenden Marktes zu erhalten – auch unter den zugegebenermaßen immer härter werdenden Bedingungen. So gestalte sich die Suche nach neuen Händlern zunehmend schwieriger. Denn zwar würden von vielen Besuchern Händler mit handwerklichen Produkten gewünscht. Aber der Umsatz sei oft nicht kostendeckend und bliebe hinter den Erwartungen zurück. Insofern lehnten es die Betroffenen lieber von vornherein ab, sich über Wochen hinweg die Beine in den Bauch zu stehen, ohne dass es erfolgreich in der Kasse klingele. Zudem sei der Dezember für Geschäftsinhaber ein denkbar ungünstiger Monat, dieses zu verlassen, da sie mitunter die höchsten Einnahmen im Jahr erzielten. Für den Weihnachtsmarkt hätten sie dann keine personellen Kapazitäten.

Und das sei nicht das einzige Problem, mit dem die Großenhainer Weihnachtsmarktorganisatoren zu kämpfen hätten. Durch die ständigen Erweiterungen der elektrischen Ausstattungen der Hütten war im vergangenen Dezember ein Kabel vor dem Rathaus durchgeschmort. „Das hat dazu geführt, dass wir die Verträge mit den Händlern hinsichtlich der Stromnutzung überarbeitet und Einschränkungen festgelegt haben“, so Matthias Schmieder. Auf dem Anmeldeformular für den Markt müssten die Händler jetzt schon angeben, wie viel Stromleistung sie benötigen. Diese Leistung werde geprüft und könne aufgrund der nur vorhandenen Stromkapazität eventuell auch begrenzt werden. Darüber hinaus werde ab diesem Jahr eine Servicepauschale für alle Elektroarbeiten eingeführt. Diese richte sich nach der Höhe der beantragten Leistung und sei zwischen 45 bis 150 Euro je Händler gestaffelt.

Geld, das letztlich zur Finanzierung des Marktes auch dringend gebraucht werde. Um nicht selbst so tief ins Stadtsäckel greifen zu müssen, sei man ohnehin auf verschiedenste Formen der Unterstützung angewiesen. Während die Händler Süßigkeiten für den Weihnachtsmann sponsorten, finanzierten Firmen und Privatpersonen unter anderem das kulturelle Programm.

Eines, an welchem die Großenhainer auch künftig nicht sparen wollten. Auf dieses dürften sich die Marktbesucher ebenso freuen, wie auf die Rodelschanze, die Kinderbackstube im Hexenhäuschen, eine zünftige Hüttenzauberparty am 9. Dezember und den täglichen Besuch des Weihnachtsmannes. Nicht nur für alle Stammgäste gut zu wissen: Erstmalig wird der Markt unmittelbar bis zum Fest, also dem 23. Dezember, geöffnet sein. „Dieser Wunsch entspricht sowohl den Besuchern als auch den Händlern“, weiß Matthias Schmieder.

Praktisch bedeute das allerdings auch, dass die Hütten über den Jahreswechsel stehenblieben. Lediglich die Rodelbahn werde am 20. Dezember abgebaut. Die Umfahrung des Hauptmarktes ist aufgrund des Abbaus ab 2. Januar frühstens erst wieder ab 8. Januar möglich. Je nach Wetterlage könne sich dieser Terminplan noch etwas verschieben.