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Zittau

Digades weiht Entwicklungszentrum ein

7,5 Millionen Euro sind in das neue Gebäude investiert worden. Der Zittauer Elektronikspezialist will damit seine Innovationskraft weiter erhöhen.

Das neue Entwicklungszentrum der Zittauer Firma Digades bietet eine moderne, offene und helle Atmosphäre.
Das neue Entwicklungszentrum der Zittauer Firma Digades bietet eine moderne, offene und helle Atmosphäre. © Matthias Weber

Wer das neue Entwicklungszentrum der Firma Digades betritt, den empfängt eine offene und helle Atmosphäre. In der Mitte des Gebäudes befindet sich ein Atrium, ein zentraler großer Raum mit einer Öffnung im Dach, die für genügend Licht sorgt. Hier ist heute auch die offizielle Einweihung gefeiert worden. Die beiden Digades-Geschäftsführer Lutz und Sascha Berger haben sich dazu etwa 250 Gäste eingeladen, unter ihnen Sachsens Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU). 

Kretschmer ist 2001 das erste Mal zu Besuch gewesen, wie er den Gästen erzählt. Seitdem sei er immer wieder mal dagewesen und habe beobachtet, wie die Zittauer Firma investiert und stetig wächst. Und gewachsen ist das Familienunternehmen seit seiner Gründung deutlich. Begonnen hat es 1991 mit drei Beschäftigen, zehn Jahre später sind es bereits 85 Mitarbeiter und heute zählt Digades rund 180 Angestellte. Auch seinen Umsatz konnte der Elektronikspezialist innerhalb von gut 20 Jahren mehr als verdreifachen - von rund 7 Millionen Euro (2001) auf zuletzt 23,5 Millionen Euro (2018). 

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Und die Geschäftsführer hoffen auf weitere Zuwächse. Dazu soll auch das neue Entwicklungszentrum beitragen. Auf weit über 2.000 Quadratmetern finden verschiedene Bereiche wie Beschaffung, Vertrieb, Marketing und das Projekt- und Qualitätsmanagement ihren Platz. In weniger als zwölf Monaten ist das neue Entwicklungszentrum fertiggestellt worden. "Da hat die Planungsphase länger gedauert", sagt Lutz Berger. Im Zuge des Neubaus sei die gesamte Firma umgekrempelt worden. Ein altes Gebäude wurde abgerissen, das neue gebaut und mit dem noch vorhandenen Altbestand verknüpft. Es ist schneller entstanden als mancher Flughafen und zu den geplanten Kosten, kann sich der Digades-Chef eine Spitze auf den neuen Berliner Airport nicht verkneifen. 7,5 Millionen Euro hat das neue Entwicklungszentrum gekostet. Es bietet bessere Arbeitsbedingungen, erklärt Junior-Chef Sascha Berger. Auch vorher seien sie gut gewesen, aber eben nicht gut genug. 

Bereits seit Dezember sind die Mitarbeiter in den neuen Räumen tätig. Und das in einer flexiblen Form: Die Mitarbeiter sind nicht jeden Tag am gleichen Arbeitsplatz tätig, sondern dort, wo ihr Wissen gerade gebraucht wird. Gleichzeitig können die neuen Räume jederzeit auch von externen Mitarbeitern oder Mitarbeitern anderer Standorte des Unternehmens zur Projektarbeit genutzt werden. Das neue Gebäude bietet auch genügend Platz für künftige Erweiterung. So hat es Digades bereits 2014 beim Bau seines neuen Fertigungszentrum gehalten.

Mit der jüngsten Investition will Digades seine Innovationskraft weiter erhöhen und am Puls der Zeit bleiben. Tim Berger, der den Standort in Dresden leitet, präsentierte dies anhand eines sogenannten Head-up-Displays. Dabei handelt es sich um ein Anzeigesystem, das in das Sichtfeld des Nutzers projiziert wird. Am Mittwoch ist dafür das Patent beim Deutschen Patentamt angemeldet worden. Es soll auch für künftige Umsatzsteigerungen sorgen. Digades beweist damit, dass entgegen den Aussagen einer Hallenser Studie Innovationen auch in kleineren Städten möglich sind.

Nachdem Digades im Vorjahr ein großes Entwicklungsprojekt weggebrochen war, konnte der Zittauer Elektronikspezialist den "Verlust" inzwischen durch mehrere kleinere Aufträge und die eigene Produktion ausgleichen. Aus diesem Grund werde auch die Kurzarbeit, die für gut 20 Prozent der Belegschaft angemeldet wurde, ab April beendet. Dann sind alle Angestellten wieder voll beschäftigt und arbeiten an den nächsten Innovationen. "Digades ist ein Begriff für steten Entwicklungswillen, für Erfindergeist, Kreativität und High-Tech", lobt Zittaus Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm) und fügt hinzu: "Es freut mich sehr, wie sich das Unternehmen auch mit einer gewissen Risikobereitschaft immer wieder neu positioniert."

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