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Digades baut und baut und baut

Der Zittauer Elektronik-Spezialist errichtet für 7,5 Millionen Euro ein neues Entwicklungszentrum und hat große Pläne.

© Grafik: digades

Von Thomas Mielke

Zittau. Es ist noch keine vier Jahre her, da hat sich die digades-Spitze um Lutz Berger mit Bauplänen und -grafiken beschäftigt. Im Sommer 2014 ging die neue, 4,5 Millionen Euro teure und 2 400 Quadratmeter großere Fertigungshalle an der Ecke Rathenau-/Dresdener Straße in Betrieb. Damals sollte die Entwicklung und Produktion getrennt werden. Die Tüftler und Forscher blieben auf der anderen Seite der Dresdner Straße im angestammten Komplex. Schon damals kündigte der Inhaber und Geschäftsführer an, dass „wir in Richtung eines Entwicklungszentrums denken“.

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Nun folgt der nächste Schritt in diese Richtung. Im nächsten Jahr will die Firma ihr Entwicklungszentrum um einen dreigeschossigen Neubau an der Ecke Rathenau-/Äußere Weberstraße erweitern. 7,5 Millionen Euro sind für den Bau laut Berger veranschlagt. Die Bauvoranfrage ist bereits positiv beschieden worden. Wenn der Bauantrag genehmigt wird und der für die nächsten Wochen geplante Abriss auf dem Werksgelände geschafft ist, können nächstes Jahr die Bagger anrollen. Berger will bereits im zweiten Halbjahr 2018 in das neue Gebäude einziehen.

Für die Erweiterung der Entwicklung gibt es naheliegende Gründe. „Wir brauchen sie, weil alle Räume voll sind“, sagt der Firmeneigentümer. Rund 50 der 200 digades-Beschäftigten arbeiten dort in der Produktentwicklung. Damit hat der Elektronik-Spezialist die Gesamtzahl seiner Mitarbeiter innerhalb von zwölf Jahren verdoppelt. Und will in diesem Tempo weiterwachsen, wie Lutz Berger ankündigt. Auch den Umsatz konnte das Unternehmen in dieser Zeit auf mehr als 23 Millionen Euro im vergangenen Jahr verdoppeln.

Aber nicht nur um mehr Platz an sich geht es. Digades will beste und modernste Bedingungen unter anderem für die Produktentwicklung und den Musterbau schaffen. Die Anforderungen daran steigen mit neuen Produkten. Laut Berger hat digades eine ganze Reihe neuer Aufträge in Sicht. Viel dazu darf er noch nicht verraten, aber zum Beispiel, dass die Zittauer zur Serienausstattung der neuen Mercedes G-Klasse – der Geländewagen-Serie der Stuttgarter Nobelautos – beitragen.

Im Prinzip ist digades zweigleisig unterwegs. Auf der einen Seite entwickelt und produziert die Firma elektronisches Zubehör für namhafte Hersteller. Dazu gehört vor allem die Automobiltechnik, aber auch Gebäude- und Infrastrukturlösungen. Auf der anderen Seite entwickeln die Zittauer eigene Produkte und vermarkten sie. Die beiden bekannten Angebote sind das erste Motorrad-Notruf-System der Welt, der dguard, und die Steuerung von Standheizungen mit einer App. Es gibt zumindest in dieser Branche nicht viele mittelständische Firmen in Ostsachsen, die ihre Produkte selber entwickeln.

Die Investition in die Erweiterung des Entwicklungszentrums sieht Lutz Berger als klares Bekenntnis des Unternehmens zur Stadt Zittau und zur Region. Und wenn alle Pläne aufgehen, wird sie nicht die letzte gewesen sein. In der Ecke Rathenau-/Äußere Weberstraße ist noch ein Platz für eine zusätzliche Erweiterung frei. Der Verbinderbau wird nächstes Jahr schon mit errichtet.