merken

Gesundheit

Digitalisierung in der Pflege

Zwei der gesellschaftspolitischen meist diskutierten Themen ist der Pflegenotstand und die Digitalisierung des Gesundheitssystems.

© whitfieldink

Auf politischer Ebene passiert aktuell sehr viel. Die Ankündigung des Digitale-Versorgungs-Gesetzes, sowie der Start der digitalen Patientenakte lassen hoffen, dass sich in den kommenden Monaten und Jahren einiges verändern wird. Spannend wird auch zu beobachten, wie sich das am 1. März in Kraft tretende Fachkräfte Einwanderungsgesetz auf die Situation in der Pflege auswirken wird. Ganz aktuell hat die Universität Bremen einen Bericht veröffentlicht. Demnach müssen Pflegeheime über 100.000 Fachkräfte einstellen, um die Personalsituation zu verbessern. 

Gefordert wird ein einheitlicher Personalschlüssel, wonach sich eine Pflegekraft um 1,8 Patienten kümmern soll - bisher liegt dieser bei 1-2,5 Patienten. Veranschlagte Kosten hierfür: bis zu 4 Mrd. Euro.

Rauf auf den Sattel

Fit unterwegs und immer auf der Suche nach etwas Sehenswertem? Auf unserer Themenwelt Fahrrad gibt es ganz viel zu entdecken!

Klar ist, dass darüber hinaus trotz aller ergriffene Maßnahmen noch an weiteren Stellschrauben gedreht werden muss, um langfristig die Situation zu entspannen.

Einer der Innovationstreiber in dieser Branche ist das als Teil der Noventi Health SE etablierte Berliner Unternehmen BoS&S. Die Maxime hinter deren Handeln ist klar: Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern muss auf die notwendige Optimierung von Prozessen einzahlen. Aktuell sieht sich die Pflegelandschaft in Deutschland einem Fachkräfte- und Ressourcenproblem gegenüber. Durch die Digitalisierung kann aber nicht das Problem, dass nur auf mangelnde Ressourcen zurückzuführen ist, gelöst werden. Sie kann es nur abschwächen. Ein banales, aber dennoch sehr gutes Beispiel, ist das zur Verfügung stellen von Software in mehreren Sprachen, um es ausländischen Fachkräften zu erleichtern, die hiesigen Prozesse schnell anzunehmen. 

Wie pflegen wieder zur sozialen Arbeit am Menschen wird

Durch Software von beispielsweise BoS&S können Pflegekräfte ihre Ressourcen wieder für ihre Arbeit am Patienten aufwenden, da administrative Aufgaben erleichtert oder sogar automatisch abgeschlossen werden. So übernimmt die Software die Verwaltung von Leistungen, die Erstellung von Plänen oder die Abrechnung und strukturiert die einfache und sichere Ablage patientenbezogener Daten. Diese sind dann wiederum mobil abrufbar und stehen der Pflegefachkraft jederzeit, unter Einhaltung aller datenschutzrelevanter Richtlinien, zur Verfügung.

Der Einsatz innovativer Technik entlastet Pflegekräfte ungemein und kann den Beruf wieder ein Stück weit zur sozialen Arbeit am Menschen werden lassen. Feststeht, dass die ganze Thematik auch ethische Auswirkungen auf den Diskurs hat. Wie viel Arbeit soll digitalisiert und eventuell auch vollautomatisch übernommen werden? Welche Grenzen gilt es zu bewahren, wenn es darum geht alten oder kranken Menschen beizustehen? Die Digitalisierung, so viel ist sicher, birgt richtig angewendet mehr Vor- als Nachteile. Viel zulange wurde von politischer Seite weggeschaut und auch die Problemstellungen des demografischen Wandels zu später erkannt. Der Beruf der Pflegefachkraft muss von politischer Seite noch attraktiver gemacht werden. Junge Menschen müssen wieder dafür begeistert werden den ohne Frage anspruchsvollen Beruf zu erlernen und sich um unsere pflegebedürftigen Menschen zu kümmern. Hierfür ist sowohl die gesellschaftliche als auch eine finanzielle Anerkennung unabdingbar. Die Symbiose aus Digitalisierung und mehr Personal könnte der Schlüssel sein, die Situation zukünftig zu entschärfen.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Redakteur Robin Büssing.