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Äpfel bestimmen auf dem Herbstmarkt

Mitmachen ist eigentlich Pflicht auf der Streuobstwiese in Ulberndorf. Auf dem Fest ist dieses Jahr jedoch einiges anders als sonst. Eine Tradition bleibt aber bestehen.

Der Pomologe Klaus Schwartz bestimmt beim Herbstfest mitgebrachte Äpfel und Birnen.
Der Pomologe Klaus Schwartz bestimmt beim Herbstfest mitgebrachte Äpfel und Birnen. © Rafael Sampedro

Sobald Äpfel und Pilze reif werden, richtet der Landschaftspflegeverband Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ein Fest aus: "Normalerweise würden wir am Sonntag zum Streuobstwiesenfest laden", sagt Naturmärkte-Organisatorin Heidrun Gärtner. Doch in diesem Jahr strich Corona manches aus dem bewährten Konzept: "Mitmach- und Spielstände können wir nicht anbieten", sagt Gärtner: "Unsere abgespeckte Lightvariante nennen wir deshalb Herbstfest." 

Doch auch abgespeckt wird es am Sonntag viel zu sehen, zu riechen und zu kosten geben auf dem Streuobstwiesengelände rund um den Lindenhof in Ulberndorf, wo der Landschaftspflegeverband seinen Sitz hat. Der Dippoldiswalder Pilzberater Gunter Redwanz und seine Mitstreiter suchen bereits die Wälder der Umgebung ab. Sie halten Ausschau nach besonders typischen, seltenen oder auch skurrilen Exemplaren für die geplante große Pilzausstellung. Bis zu 300 verschiedene Arten tragen sie dafür zusammen. Vor Ort beantworten sie natürlich auch die Fragen der Festbesucher.   

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Der Drang zum Selbergärtnern

Dass in Dresden die Nachfrage nach Kleingärten ungeahnte Dringlichkeit annimmt, seit viele Familien ihren Lockdown lieber im Grünen verbringen wollten, merken die Pomologen, also Experten für Obst jeder Art,  auf dem Ulberndorfer Herbstmarkt an den mitgebrachten Äpfeln. "Leute, die einen Garten übernehmen, sind meist sehr interessiert an dem Angebot, die Äpfel- und Birnenbäume darin bestimmen zu lassen", sagt Heidrun Gärtner. 

Wer die Pomologen Klaus Schwartz und Ralf Frenzel zu seinen Äpfeln und Birnen befragen möchte, sollte mindestens drei Exemplare mitbringen, ungewaschen und mit Stiel, idealerweise im Korb oder einer Papiertüte transportiert. Denn auch der Geruch hilft beim Bestimmen, und Plastiktüten könnten ihn verfälschen. 

Allerdings sind die Dresdner auf dem Fest kein neues Phänomen: "Die kommen schon seit drei, vier Jahren", sagt Gärtner. Dass es immer mehr Menschen wieder lohnenswert finden, das eigene Obst und Gemüse anzubauen und zu verwerten, merkt auch die Pirnaer Firma Paufler, deren Trockenrahmen und stabile Obst- und Gemüse-Lagerkisten regen Zuspruch finden.

Streuobstprodukte wie Apfelgelee und -saft werden ebenfalls auf dem Naturmarkt verkauft, auch die Gewürze, Liköre und Gelees von Holunder & Co aus Hohenstein-Ernstthal sind dort zu haben. Der Imker Volker Schmidt aus Schmiedeberg hat seinen Honig dabei. Der Naturschutzverband selbst verkauft Kräuter im Topf und im Bündel aus seinem großen Kräutergarten. Dort wird auch Helma Bartolomay ihre Beratungsstation aufschlagen. Die Expertin der Gartensprechstunde des MDR gibt unter anderem Tipps zur Baum- und Beerenpflege.   

Herbstmarkt, 27. September, 10-17 Uhr, Ulberndorf bei Dippoldiswalde, Lindenhof, Alte Straße 13 

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