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Warum gibt es nur große Gelbe Tonnen?

Im Kreis wird Verpackungsmüll künftig nicht mehr in Säcken gesammelt. Das freut viele. Wirft aber auch Fragen auf. Hier einige Antworten.

Gerold Grießbach, Anwohner der Altenberger Fernblickstraße, fragt sich, wo er die Gelbe Tonne unterstellen soll. Ähnlich geht es Schlottwitzern.
Gerold Grießbach, Anwohner der Altenberger Fernblickstraße, fragt sich, wo er die Gelbe Tonne unterstellen soll. Ähnlich geht es Schlottwitzern. © Egbert Kamprath

Die Zeit der Gelben Säcke geht zu Ende. Das Duale System Deutschland wechselt im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge zu Gelben Tonnen. Das war angesichts umherfliegender Abfälle und Mangel an Gelben Säcken lange ersehnt worden. Doch nicht alle sind mit dem Wechsel zufrieden. Gerold Grießbach aus Altenberg etwa hat  gleich ein paar Dinge, die ihn ärgern. So beklagt er, dass die Bürger nicht rechtzeitig  über den Wechsel informiert wurden. 

Und warum wurden die Bürger nicht angefragt, welche Tonnengröße für den betreffenden Haushalt sinnvoll wären?, fragt er. Beim Bio- und Restmüll sei es so gewesen. Die nun verteilten 240-Liter-Tonnen halte er für zu groß. Ähnlich geht es Gerd Schenke aus Schlotwitz. Warum erhält ein Zwei-Personen-Haushalt in einem Einfamilienhaus eine so große Tonne?, fragt er. 

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"Bisher sind wir in der Regel mit einem gelben Sack aller zwei Wochen ausgekommen", sagt Grießbach. Seit Jahren werde man dazu angehalten, Plastikmüll zu vermeiden, und jetzt würden solche Riesenbehälter aufgestellt. "Das ist in meinen Augen Unfug hoch drei", sagt Grießbach. Und mit dieser Meinung stehe er nicht allein. Ihm seien viele Mitbürger bekannt, denen es ähnlich gehe.

Grießbach hatte zwar beim Abfallentsorger und dem Abfallzweckverband angefragt. Die Antworten, die er dort erhalten habe, seien aber nicht zufriedenstellend gewesen.  Ähnlich erging es Schwenke. "Ich habe das Gefühl, dass in letzter Zeit viel über die Köpfe der Bürger hinweg entschieden wird", so der Schlottwitzer. Beide wandten sich an Sächsische.de. Und die SZ fragte bei Stefan Wessel, Regionalleiter Nord der Landbell AG nach, dessen Unternehmen für die Wertstoffsammlung zuständig ist.

Am ehemaligen Grenzzollamt Altenberg stehen massenhaft Gelbe Tonnen, die von hier aus verteilt werden.
Am ehemaligen Grenzzollamt Altenberg stehen massenhaft Gelbe Tonnen, die von hier aus verteilt werden. © Egbert Kamprath

Wer ist für die Sammlung von Verpackungsmüll im Landkreis zuständig?

Laut Wessel führt das Dualen System in den Landkreisen in regelmäßigen Abständen Ausschreibung zur Erfassung und Sortierung von Leichtverpackungen durch. In der Regel sind die Zeiträume drei Jahre lang. Nun war diese Ausschreibung im hiesigen Landkreis fällig. Dies sei in Absprache mit dem Abfallzweckverband Oberes Elbtal (ZAOE) geschehen. "Ein Losverfahren entscheidet darüber, welches der aktuell zehn Dualen Systeme für welches Ausschreibungsgebiet zuständig ist", so Wessel. Im Kreis Sächsische Schweiz-Ostererzgebirge ist es aktuell Landbell. 

Warum werden Gelbe Tonnen aufgestellt?

Es gibt es keine deutschlandweite Regelung, dass Wertstoffe in Gelben Tonnen oder Gelben Säcken gesammelt werden sollen. Allerdings gibt es einen Trend zur Abschaffung der Gelben Säcke. Aus Hygiene- und Umweltgründen werden in immer mehr Regionen Gelbe Tonnen bevorzugt. Diese halten Nagetiere und Vögel zurück und werden bei Wind und Sturm nicht weggefegt. "Der Wunsch zur Einführung der Gelben Tonne ist jeweils ein Beschluss des Landkreises, der entsprechend berücksichtigt werden muss", so Wessel.

Diese Tonnen wurden für ein Mehrfamilienhaus in Schlottwitz angeliefert. Viel zu viele, findet SZ-Leser Gerd Schwenke.
Diese Tonnen wurden für ein Mehrfamilienhaus in Schlottwitz angeliefert. Viel zu viele, findet SZ-Leser Gerd Schwenke. © Gerd Schwenke

Warum müssen es die großen Tonnen sein?

Für die 240-Liter-Tonne haben sich der Landkreis und der Abfallzweckverband entschieden, so Wessel. Dabei orientierten diese sich am durchschnittlichen Anfall pro Kopf. Der künftige Entsorger hatte kein Mitspracherecht. Die 240-Liter-Tonne ist das sogenannte Standardgefäß. Berücksichtige man, dass ein Gelber Sack ein Fassungsvolumen von 90 Litern hat, ist die einzige kleinere Tonne, die 120-Liter-Tonne, für einen durchschnittlichen Haushalt mit drei bis vier Personen zu klein, rechnet er vor. 

Wird die Entscheidung überprüft?

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Ja. Verantwortlich sind die Firmen Kühl und Becker, die sich zu einer Arbeitsgemeinschaft vereint und die Ausschreibung gewonnen haben. Beide Firmen überprüfen ab Anfang des kommenden Jahres den Bedarf an Tonnen. Ein wichtiges Kriterium sind die Rückmeldungen der Bürger über die Telefon-Hotline von Kühl und Becker. "Erfahrungswert aus anderen Ausschreibungsgebieten ist, dass im Regelfall die 240-Liter-Tonnen die Bürger überzeugen", so Wessel. Denn die benötigte Standfläche einer 240-Liter-Tonne ist nur marginal größer als die einer 120-Liter-Tonne. In die kleine Tonne passen umgerechnet nur 1,33 Gelbe Säcke hinein. 

Wie oft werden die Gelben Tonnen entleert?

Am Rhythmus ändert sich nichts. Die Gelben Tonnen werden alle zwei Wochen geleert.

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