merken
PLUS Dippoldiswalde

Stelle im Bauamt bleibt vorerst unbesetzt

Eine Mehrheit im Glashütter Stadtrat möchte erst die Bürgermeisterwahl abwarten. Auch dem Chef der Bauverwaltung passt das nicht.

Glashüttes Bauamtsleiter Mario Wolf weiß nach der Sitzung des Stadtrates nicht, ob er im September eine neue Mitarbeiterin bekommt.
Glashüttes Bauamtsleiter Mario Wolf weiß nach der Sitzung des Stadtrates nicht, ob er im September eine neue Mitarbeiterin bekommt. © Archiv/SZ/Maik Brückner

Glashüttes Bauamtsleiter Mario Wolf muss weiter auf personelle Unterstützung warten. Der Stadtrat hat es in seiner Sitzung am Dienstagabend in Reinhardtsgrimma mit knapper Mehrheit abgelehnt, den Bürgermeister zu beauftragen, bereits jetzt den Arbeitsvertrag mit Helena Melenberg, der Gewinnerin einer Ausschreibung, zu unterschreiben.

Den Anstoß, die Entscheidung zu verschieben, kam von Stadtrat Jörg Prasser (Wählervereinigung Zeitlos). Er stellte gleich zu Beginn der Sitzung den Antrag, dieses Thema von der Tagesordnung zu nehmen.

Anzeige
Charlie Cunningham eintrittsfrei erleben!
Charlie Cunningham eintrittsfrei erleben!

Der Palais Sommer 2021 findet statt – mit deiner Unterstützung!

Der Glashütter begründete das ausführlich und bezog sich auf die avisierten Tätigkeitsfelder der Mitarbeiterin. Diese soll sich seines Wissens nach um das Stadtsanierungsprogramm kümmern. Allerdings sei noch gar nicht klar, ob Glashütte in dieses Programm aufgenommen wird, erklärte er.

Stadträte wollen Ausgang der Bürgermeisterwahl abwarten

Zum anderen sollte die Stadt die Bürgermeisterwahl abwarten. Es könnte sein, dass der künftige Amtsinhaber andere Schwerpunkte in der Kommunalpolitik setzen möchte. Und letztlich sei es auch eine Frage der Finanzen. Prasser verwies auf die Nachbarstadt Dippoldiswalde, wo der Vertrag mit dem Beigeordneten Peter Antoniewski nicht verlängert wurde - auch dort seien finanzielle Erwägungen ein Grund gewesen.

Bürgermeister Markus Dreßler (CDU) zeigte sich überrascht vom Antrag. Denn er ging bisher davon aus, dass es im Stadtrat Konsens sei, dass die Stelle der Stadtplanerin wieder neu besetzt werden soll. Schließlich sei das Bauamt nach dem Weggang von Stadtplanerin Claudia Richter Ende 2020 unterbesetzt.

Bauamtsleiter warnt vor den Folgen

Deshalb habe man die Stelle, die auch im Haushaltsplan verankert ist, ausgeschrieben. Er sei froh, dass man im zweiten Anlauf eine gute Kandidatin gefunden habe. Die Mitarbeiterin werde dringend gebraucht, um die Arbeit im Bauamt zu bewältigen. Sie soll sich nicht nur um das Stadtsanierungsprogramm, sondern unter anderem auch um Fragen der Bauleitplanung, die weitere Bearbeitung des Flächennutzungsplans und um das Beantragen und Abrechnen von Fördermitteln kümmern, so Dreßler.

Bauamtsleiter Mario Wolf bestätigte das in der Sitzung. Die Mitarbeiterin soll sich um verschiedene Aufgaben kümmern. Und er erinnert die Stadträte an die Pläne für das laufende Jahr: Die Stadt habe sich ein umfangreiches Investitionsprogramm vorgenommen, dass mit dem derzeitigen Personal nicht in der gewünschten Geschwindigkeit abgearbeitet werden könne. "Das ist nicht zu schaffen", so Wolf.

Doch das überzeugte nicht alle Stadträte. Neun sprachen sich dafür aus, nicht über die Personalie zu entscheiden, nur acht wollten sich mit dem Thema beschäftigen. Ein Rat enthielt sich der Stimme. Damit war das Thema vom Tisch.

Personalie soll Thema in den Ausschüssen werden

Dreßler war sauer. Er kritisierte, dass der Antrag erst zu Beginn der Sitzung und ohne Vorwarnung gestellt wurde. Die Unterlagen seien dem Stadtrat seit einer Woche bekannt. Gegenüber der Kandidatin sei das kein schöner Zug.

Der Rathauschef kündigte gegenüber Sächsische.de an, dass er das Thema in den Ausschüssen beraten wolle. Dort will er die Stadträte überzeugen, weshalb die Stelle der Stadtplanerin neu besetzt werden muss. Die Themen der Stadtplanung sind unabhängig von der Person des Bürgermeisters zu bearbeiten, ergänzte er.

Weiterführende Artikel

Was Glashütte in diesem Jahr plant

Was Glashütte in diesem Jahr plant

Trotz Corona-Pandemie gibt es viele Vorhaben, die die Verwaltung realisieren möchte. Das letzte Wort hat aber der Stadtrat.

Glashütte hat nun eine Stadtplanerin

Glashütte hat nun eine Stadtplanerin

Für eine kleine Stadt ist solch ein Posten ungewöhnlich. Das dachte sich auch Christine Girlich. Sie bewarb sich trotzdem.

Er hofft, dass die Stadträte die Entscheidung später korrigieren werden. Die Zeit dazu hätten sie. Die Verwaltung plant bisher, dass die Stelle zum 1. September besetzt wird. Die Stelle der Stadtplanerin gibt es seit 2014.

Mehr Nachrichten aus Dippoldiswalde, Glashütte und Schlottwitz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dippoldiswalde