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Ärzte ohne Grenzen in Glashütte

Der Uhrenhersteller Nomos Glashütte unterstützt die Hilfsorganisation. Möglich machen das die Kunden.

Nomos-Geschäftsführerin Judith Borowski konnte unlängst Tankred Stöbe von der Organisation Ärzte ohne Grenzen in Glashütte begrüßen.
Nomos-Geschäftsführerin Judith Borowski konnte unlängst Tankred Stöbe von der Organisation Ärzte ohne Grenzen in Glashütte begrüßen. © Nomos/Jörgen Erkius

Prominenter Besuch in Glashütte. Vor einigen Tagen besuchte Tankred Stöbe den Uhrenhersteller Nomos Glashütte. Stöbe, der Intensivmediziner, Mitglied des internationalen Vorstands von Ärzte ohne Grenzen und Buchautor ist, hat eine besondere Beziehung zu dem von Uwe Ahrendt geführten Unternehmen. Seit zwölf Jahren wird die nobelpreisgekrönte Vereinigung Ärzte ohne Grenzen von Nomos  finanziell unterstützt.

Der Internist, der mehrere Male in verschiedenen Ländern für die Hilfsorganisation ehrenamtlich im Einsatz war und 2007 bis 2015 Präsident der deutschen Sektion von Ärzte ohne Grenzen war, und aktuell von einem Einsatz aus Jemen nach Glashütte kam, stellte zunächst die Arbeit seiner Organisation vor. Am Ende ging er auf sein Buch "Mut und Menschlichkeit" ein, informiert Judith Borowski, die auch Geschäftsführerin ist.

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Darin beschreibt Stöbe, was aus seiner Sicht im Leben wirklich zählt. Er berichtet, wie er als Arzt in Krisengebieten in der ganzen Welt unterwegs war, über einen heimlichen Grenzübertritt im Dschungel in Myanmar und über Tage und Nächte ohne Schlaf in einer Höhlen-Klinik in Syrien. Diese Einsätze verlangten ihm alles ab. Aber selbst in den ausweglosesten Situationen traf er auf selbstlosen Mut und tief berührende Menschlichkeit. Diese Erlebnisse gaben ihm Hoffnung: "Es lohnt sich, die eigenen Grenzen auszuloten, egal, in welchem Bereich. Jeder kann über sich hinauswachsen", heißt es in dem Buch.

Nun gibt es auch das Modell Ahoi mit (3.684 Euro) und ohne Datum (3.353 Euro) in der Sonderanfertigung mit roter Zwölf. Vom Verkauf jeder Uhr gehen 250 Euro an Ärzte ohne Grenzen.
Nun gibt es auch das Modell Ahoi mit (3.684 Euro) und ohne Datum (3.353 Euro) in der Sonderanfertigung mit roter Zwölf. Vom Verkauf jeder Uhr gehen 250 Euro an Ärzte ohne Grenzen. © Nomos

In Glashütte erklärte Tankred Stöbe, warum auch die Arbeit der Uhrmacher in Glashütte wichtig ist. Dabei spielt er auf die Kooperation von Nomos Glashütte mit seiner Hilfsorganisation an. Denn seit 2012 bringt Nomos limitierte Sondermodelle zugunsten der Hilfsorganisation auf den Markt. Zunächst produzierte das Unternehmen spezielle Varianten des Modells Tangente, später folgte Tangomat und jetzt ist es Ahoi. Das Markenzeichen der Sondermodelle ist die auffällige rote Zwölf. Seit 2012 wurden fast 9.000 Glashütter Uhren dieser Sondermodelle verkauft. "Jede einzelne Uhr unterstützt die humanitäre Arbeit weltweit. Wir sind nur Uhrmacher, doch auch Uhren können ein bisschen helfen, Leben zu retten. Bessere Zeiten für möglichst viele Menschen sind uns und unseren Mitarbeitern ein Anliegen“, erklärt Geschäftsführer Uwe Ahrendt. 

Ahrendt findet, damit sei die Kooperation mit Ärzte ohne Grenzen auch ein gutes Beispiel für typisch Glashütte. Demnach haben auch frühere Uhrenfabrikanten nicht immer nur zum eigenen Vorteil gehandelt, sondern auch im Interesse Dritter agiert. Mal war das die nachfolgende Generation, mal Mitarbeiter und Menschen vor Ort und ein anderes Mal Menschen, die weit weg waren. Diese Art des Wirtschaftens ist in Glashütte schon immer wichtig gewesen, so der Geschäftsführer. 

Der Beitrag von Nomos ist, dass von jeder verkauften Uhr der Sonderedition ein Teil des Erlöses an die Hilfsorganisation fließt. Waren es bei den ersten Uhren je 100 Euro, so sind es bei der aktuellen Edition 250 Euro. Seit dem Beginn der Kooperation konnte Nomos so bereits über eine Million Euro an Ärzte ohne Grenzen überweisen. 

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