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Dipps und Freital: Linke legen Kränze an Ehrenmal und auf Soldatenfriedhof nieder

Zum Tag der Befreiung am 8. Mai wird die Linke Opfer der Roten Armee würdigen - und macht einen Unterschied zur heutigen russischen Armee.

Von Siiri Klose
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Auf dem Soldatenfriedhof in Dippoldiswalde liegen 100 Angehörige der Roten Armee.
Auf dem Soldatenfriedhof in Dippoldiswalde liegen 100 Angehörige der Roten Armee. © Frank Baldauf

Die Kranzniederlegung am 8. Mai - dem Tag der Befreiung von der NS-Diktatur - auf dem Sowjetischen Soldatenfriedhof war für den Dippoldiswalder Stadtverband der Linken jedes Jahr Ehrensache. "Natürlich geht es um die Soldaten der Roten Armee, die hier noch am 6. und 7. Mai 1945 gefallen sind", sagt Edith Post, die für die Linke im Dippoldiswalder Stadtrat sitzt. "Für das, was die russische Armee jetzt in der Ukraine anrichtet, würden wir keinen Feiertag ausrufen."

Zumal unter den 100 Sowjetsoldaten, die auf dem Dippoldiswalder Friedhof gleich neben der B170 liegen, einige ukrainischer Herkunft sein dürften. Sie starben beim Vorstoß der Ersten Ukrainischen Front auf Prag. Der erfolgte von Dresden her, mit dem Ziel, die letzte schlagkräftige deutsche "Heeresgruppe Mitte" in Prag einzukesseln und zur Kapitulation zu zwingen - was auch gelang.

Auch in diesem Jahr würdigt die Linke in Freital und Dippoldiswalde den 8. Mai als Tag der Befreiung mit einer Kranzniederlegung. Auf dem Soldatenfriedhof in Dippoldiswalde hält Rico Gebhardt, Chef der Linken-Landtags-Fraktion, eine Rede, dazu gibt es ein musikalisch-poetisches Kulturprogramm. "Wir laden alle ein, sich 16 Uhr dazu einzufinden", sagt Edith Post. "Um Kriegsverherrlichung geht es uns auf keinen Fall."

Auch der Freitaler Ortsverband lädt zum Gedenken

In Freital gedenkt der Ortsverband der Linken um 10 Uhr am sowjetischen Ehrenmal am Platz der Jugend den Gefallenen. "Gleichzeitig soll daran erinnert werden, wieviel Leid und Elend Krieg bringt und dass es Faschismus nie wieder schaffen darf, die Oberhand zu gewinnen", schreibt Steffi Brachtel vom Ortsvorstand Freital-Wilsdruff-Tharandt.

"Es wird vor dem Hintergrund des verbrecherischen Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine ein stilles Gedenken", sagt auchJörg Mumme, Co-Vorsitzender des Freitaler Ortsverbandes. "Die Rote Armee von damals hat nichts mit der Armee Putins von heute gemein.“ Verena Meiwald, zweite Co-Vorsitzende, ergänzt: „Wir werden auf ewig in der Schuld der sowjetischen Armee stehen. Wir laden alle Freitaler und Freitalerinnen ein, mit uns gemeinsam zu gedenken.“