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Dippoldiswalde
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Diskussionen bei Kranzniederlegung der Linken in Dippoldiswalde

Der 8. Mai sei der Tag des Sieges gegen die Unmenschlichkeit, daran will die Linke erinnern. Doch an anderen Punkten gibt es keine Einigkeit.

Von Siiri Klose
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Rico Gebhardt stellte in seiner Rede zum 8. Mai klar, dass Diplomatie das Primat vor militärischen Eingriffen haben sollte.
Rico Gebhardt stellte in seiner Rede zum 8. Mai klar, dass Diplomatie das Primat vor militärischen Eingriffen haben sollte. © Egbert Kamprath

Zur Kranzniederlegung auf dem Soldatenfriedhof der Roten Armee fanden sich nach Einladung der Linkspartei am Montag etwa 30 Menschen ein. Rico Gebhardt, Chef der Linken-Landtags-Fraktion, betonte in seiner Rede, dass es am Tag der Befreiung am 8. Mai darum gehe, der Millionen Opfer der menschenverachtenden Herrschaft Nazideutschlands zu gedenken und die Erinnerung an den opferreichen Kampf der Sowjetarmee und ihrer Alliierten wach zu halten.

Nach dem Niederlegen der Blumen gab es Diskussionen wegen des aktuellen Angriffskrieges Russlands auf die Ukraine. Während einige es als Zumutung empfanden, dass zugleich Soldaten der Roten Armee gedacht wird, sahen andere die Mitschuld Europas am Ukrainekrieg: "Die Nato-Osterweiterung hätte nicht kommen dürfen", sagte lauthals einer der Gäste.

Rico Gebhardt wies darauf hin, dass Finnland und Schweden erst durch diesen Angriffskrieg ihren Eintritt in die Nato anstrebten. "Wir verurteilen diesen Krieg zutiefst", sagte er, aber auch, dass er volles Verständnis für die Sorgen vieler Menschen habe, dass sich der Krieg zu einem Flächenbrand auswachsen könnte. Es sei legitim, Diplomatie anstelle kriegerischer Handlungen zu fordern. "Wir als Linke beharren auf dem Primat der Diplomatie."

Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus - darum gehe es am 8. Mai. Der Tag sei ein Tag des Sieges gegen die Unmenschlichkeit. Deshalb sollte ihn das Europaparlament europaweit zu einem Gedenk- und Feiertag zu erklären.