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Die schönsten Familienwandertouren im Osterzgebirge

Für die Wandersaison im Herbst gibt es neue Empfehlungen. Warum es dabei sogar teuflisch zugeht.

Von Anja Ehrhartsmann
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In Schellerhau gibt es einen neuen Wanderweg extra für Kinder. Offiziell wird er zwar am Sonnabend eingeweiht, doch schon jetzt lockt er die ersten Besucher.
In Schellerhau gibt es einen neuen Wanderweg extra für Kinder. Offiziell wird er zwar am Sonnabend eingeweiht, doch schon jetzt lockt er die ersten Besucher. © Egbert Kamprath

Die Herbstferien haben begonnen und locken nicht nur Touristen und Tagesausflügler, sondern auch viele Einheimische vor die Tür. Im Osterzgebirge gibt es allerhand zu entdecken, vor allem auch für Familien mit Kindern. Sächsische.de zeigt fünf unterschiedlich lange Touren, von Freital bis Altenberg, die Schwierigkeitsgrade bewegen sich dabei zwischen leicht und mittel.

Mit Teufelino rund um Schellerhau

Der acht Kilometer lange Kinderwanderweg „Teufelino“ wurde ganz neu angelegt und beginnt in der Ortsmitte von Schellerhau, beim öffentlichen Parkplatz gegenüber des Ahorn Waldhotels, am Pavillon mit "Teufel" und "Semmelmilda". Ausgangspunkt ist die Beschreibung der Teufels-Sage, die sich rund um die Ortsentstehung rankt, erklärt Ortsvorsteher Ingo Rümmler. Vom Pavillon führt der Teufel die Kinder als „Teufelino“ den Weg entlang, vorbei am Spielplatz, hinab auf den Mühlenweg Richtung Wald. Am Wegesrand gibt immer wieder „sagenhafte“ Plätze, die mit Informationen zum Ort sowie den heimischen Tieren und Pflanzen gespickt sind. Die Spiel- und Rätselstationen sind interaktiv gestaltet, auch erwartet die Kinder an der Roten Weißeritz ein Barfußweg der „Semmelmilda“.

"Konzipiert ist der Wanderweg für Kinder bis zwölf Jahre", sagt Ingo Rümmler. Es gibt ein kindgerechtes Begleitheft, das in sämtlichen öffentlichen Einrichtungen, Pensionen, Gaststätten und Hotels ausliegt. Die Kinder können sich an mehreren Stationen Stempel holen, was einen zusätzlichen Anreiz bieten soll.

Der neue Kinderwanderweg, der auch für geländegängige Kinderwagen geeignet ist, wurde durch eine Leader-Förderung möglich. Heimatverein und Ortschaftsrat haben das Konzept gemeinsam erarbeitet und umgesetzt. "Das war ganz schön sportlich", sagt Ingo Rümmler, der froh ist, dass alles rechtzeitig fertig wurde. Denn am Sonnabend, 23. Oktober, wird der neue Wanderweg um 10 Uhr im Kurpark feierlich eröffnet. Aber auch schon vorher können Kinder den neuen Wanderweg entdecken.

Der Schwierigkeitsgrad der Tour ist mittel. Der Rundkurs kann auch in Etappen gewandert werden.

Hoch auf den Geisingberg und hinab zum Wildpark

Der Geisingberg ist auch im Herbst ein lohnendes Ausflugsziel.
Der Geisingberg ist auch im Herbst ein lohnendes Ausflugsziel. © Archiv/Sächsische Zeitung

Die rund sechs Kilometer lange Strecke beginnt am Bahnhof in Altenberg. Von hier geht es zunächst links Richtung Edeka, über die Straße nach Hirschsprung und dann der Markierung zum Geisingberg nach. Oben auf 824 Metern angekommen, empfiehlt es sich, den Louisenturm zu erklimmen, bei Fernsicht zeigt sich das Panorama des Elbsandsteingebirges. In der Bergbaude besteht die Möglichkeit zur Einkehr. Der gesamte Geisingberg und große Teile seiner angrenzenden Hänge stehen unter Naturschutz. Hier wachsen nicht nur seltene Pflanzen. An regnerischen Tagen kann man mit etwas Glück den selten gewordenen Feuersalamander an Wegrändern entdecken.

Bergab führt die Tour dem Kammweg mit der grünen Markierung entlang, bis zur Gabelung nach dem Geisingborn. Hier links abbiegen, der Wegmarkierung mit dem grünen Punkt folgen, bis an den Lerchenhügel. Hier nach rechts auf den Weg "Hohe Straße" biegen, gerade aus weiter laufen bis zur Weggabelung, an der es rechts Richtung Geisinggrund geht. Die Wandertour endet unterhalb des Wildparks Osterzgebirge, wo es neben heimischen Tierarten noch vieles mehr zu entdecken gibt.

Der Schwierigkeitsgrad der Tour ist mittel. Für die Strecke sollten 1,5 Stunden Gehzeit eingeplant werden. Nach Altenberg zurück oder Richtung Dresden geht es mit der Müglitztalbahn. Den Fahrplan gibt es im Internet unter www.vvo-online.de

Burgruine und Märchenwiese Reinhardtsgrimma

Auf der Märchenwiese in Reinhardtsgrimma gibt es bekannte Märchen zu entdecken.
Auf der Märchenwiese in Reinhardtsgrimma gibt es bekannte Märchen zu entdecken. © SZ/Maik Brückner

Die rund drei Kilometer lange Tour beginnt in Reinhardtsgrimma am Wanderparkplatz, der direkt gegenüber der Märchenwiese liegt. Von hier geht es wenige Meter der Straße entlang, vorbei an den Buschhäusern, der Einstieg in den Wanderweg links zur Burgruine Grimmstein ist markiert. Im Tal lädt bereits eine Sitzgruppe zur Rast ein. Ein Anstieg führt immer durch den Wald zur Burgruine hinauf. Auf dem gleichen Weg geht es dann wieder zurück. Zum Abschluss steht die Märchenwiese auf dem Programm. Alle großen und kleinen Märchenfreunde können hier zehn beliebte Märchen entdecken.

Der Schwierigkeitsgrad der Tour ist leicht. Für die Strecke sollte eine Stunde Gehzeit eingeplant werden. Eine Bushaltestelle befindet sich am Startpunkt, Haltestelle "Buschhäuser". Das Parken auf dem Wanderparkplatz ist kostenfrei, ebenso der Eintritt zur Märchenwiese.

Durch den Rabenauer Grund

Der Weg durch den Rabenauer Grund führt immer wieder auch an der Bahnstrecke entlang.
Der Weg durch den Rabenauer Grund führt immer wieder auch an der Bahnstrecke entlang. © Egbert Kamprath

Die rund 10 Kilometer lange Tour startet am Bahnhof der Weißeritztalbahn in Freital-Coßmannsdorf. Von hier geht es zunächst etwa 400 Meter der Straße entlang, bis zum Freizeitbad Hains als Orientierungspunkt. Der tatsächliche Einstieg der Wandertour ist noch einmal 300 Meter weiter - dazu muss eine Stahlbrücke überquert werden, dann geht es links Richtung ENSO-Energieerlebnispfad mit der grünen Wandermarkierung. Auf dem Rabenauer-Grund-Weg geht es weiter, vorbei an Triebwasserstollen, dem Wasserschloss, Kaskaden sowie Rastplätzen, Schautafeln und verschiedenen Stationen des Erlebnispfades. Der Weg schlängelt sich durch das Naturschutzgebiet entlang der Weißeritz bis zur Rabenauer Mühle, wo etwa die Hälfte der Tour geschafft ist. Wer mag, kann in der Gaststätte „Zum Wanderer“ einkehren.

Der Weg geht weiter flussaufwärts, einige Stufen den Felsen hinauf und hinab, und führt schließlich auf die andere Seite der Roten Weißeritz. Nach dem Haltepunkt Seifersdorf muss zunächst der Bahnübergang überquert werden, kurz danach biegt der Weg nach rechts in die Rumbergwiese ein. Es geht die Wiese hinauf und dann rechts in den Wald. Hier der Markierung Bahnhof Malter folgen. Der Weg führt dicht an der Bahnstrecke auf und ab und gibt immer wieder den Blick auf die Gleise frei, bis die Talsperre Malter erreicht ist.

Der Schwierigkeitsgrad der Tour ist leicht. Für die Wegstrecke sollten drei Stunden Gehzeit eingeplant werden. Vom Bahnhof Malter geht es mit der Weißeritztalbahn zurück, außerdem fahren ab Dippoldiswalde Busse Richtung Dresden.

Durch den Räuberwald zum Weidegut Colmnitz

Auch im Herbst ein schöner Anblick: Der Bauerngarten am Weidegut Colmnitz.
Auch im Herbst ein schöner Anblick: Der Bauerngarten am Weidegut Colmnitz. © SAE Sächsische Zeitung

Start der etwa neun Kilometer langen Rundtour ist der Bahnhof Klingenberg-Colmnitz. Von hier geht es unter den Gleisen hindurch, dann links am Gewerbegebiet entlang und nach 250 Metern auf der alten Salzstraße Richtung Naundorf in den Wald hinein. Nach etwa zwei Kilometern kommt ein markanter Aussichtsfelsen, der nach dem sagenumwobenen Räuberhauptmann Lips Tullian benannt wurde. Weiter geht es die Salzstraße entlang, bis nach weiteren 1,5 Kilometern rechterhand eine Schutzhütte auftaucht. Gegenüber zweigt ein mit gelbem Strich markierter Weg ab und führt hinab in den Tännichtgrund, zum geografischen Mittelpunkt Sachsens.

Entlang des Colmnitzbaches geht zwei Kilometer bis zum Naturerlebnishof Weidegut Colmnitz, wo es einen Spielplatz mit Tiergehege gibt. Der Rückweg führt bergan, durch den Wald hinauf zur Salzstraße und zum Bahnhof zurück.

Der Schwierigkeitsgrad der Tour ist leicht. Für die Wegstrecke sollten drei Stunden Gehzeit eingeplant werden. Auf dem Parkplatz am Bahnhof Klingenberg-Colmnitz kann geparkt werden. Auch geht es mit dem Zug zurück Richtung Dresden.