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Zwei neue Höckertiere für Höckendorf

Der Chef des Tiergartenvereins setzt einen Akzent mit exotischen Tieren. Die Gemeinde ist stolz darauf.

Lena und Lana heißen die beiden Kamele, die der Tiergartenchef Hubert Sperlich am Dienstag in Höckendorf in Empfang genommen hat.
Lena und Lana heißen die beiden Kamele, die der Tiergartenchef Hubert Sperlich am Dienstag in Höckendorf in Empfang genommen hat. © Karl-Ludwig Oberthür

Der Tiergarten Höckendorf beherbergt seit dieser Woche zwei Exoten. Am Dienstag sind zwei Kamele, genauer gesagt zwei Trampeltiere, mit einem Transport aus Helmstedt angekommen, wo Tiergartenchef Hubert Sperlich sie gekauft hat.

Der Neue an der Spitze des Tiergartenvereins

Sperlich selbst ist auch neu an der Spitze des Tiergartens. Im Februar dieses Jahres hat er den Vorstandsvorsitz des Vereins Tiergarten Höckendorfer Heide übernommen. Das ist eine Überraschung und auch wieder nicht. Der 71-jährige Ingenieur für Elektrotechnik hatte bisher mit Viehzucht und Tierhaltung wenig zu tun.

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Sperlich ist aber in Höckendorf ein bekannter Mann. Er hat nach dem Studium beim VEB Elektronische Bauelemente Dorfhain zu arbeiten begonnen und nach der Wende mit zwei weiteren Gesellschaftern die Telegärtner Gerätebau GmbH in Höckendorf gegründet. Das Unternehmen hat er bis 2016 als Geschäftsführer geleitet. Weil er dem Ort verbunden ist, war er schon vor Jahren bei der Vereinsgründung für den Tiergarten als Mitglied dabei.

Die Suche nach besonderen Tieren

Als Anfang des Jahres der Vorstandsposten vakant war, stellte er sich an die Spitze. „Das ist jetzt eine Aufgabe, die mich ausfüllt“, sagt er. In das Thema hat er sich eingearbeitet. Bücher gelesen und sich Rat bei Fachleuten geholt. Matthias Hendel, Kurator für Tiere beim Zoo Dresden, unterstützt die Höckendorfer mit seinem Fachwissen.

So entstand dann auch die Idee, Kamele in den Tiergarten aufzunehmen. Im Tiergarten werden bisher Schweine, Ziegen, Rinder oder Vögel gehalten. Zwar durchaus seltene Rassen, im Prinzip aber Tiere, wie sie auch sonst in Ställen oder Volieren der Umgebung leben. „Ich wollte aber einen Anziehungspunkt, etwas Besonderes haben“, sagte Sperlich. Im Gespräch mit anderen Vereinsmitgliedern entstand so die Idee, Kamele anzuschaffen. 51 Mitglieder hat der Verein heute, 20 mehr als zu Jahresbeginn.

Fachliche Unterstützung vom Zoo Dresden

Hendel unterstütze die Idee. Die Voraussetzungen in Höckendorf passen. Der Platz reicht und die Futtergrundlage für die Kamele ist auch gegeben. Aber so einfach ist das nicht, ein Kamel zu bekommen. Hengste und Wallache sind Tiere mit einem eigenen Kopf und daher schwierig zu halten. Stuten sind umgänglicher, aber dafür kaum zu bekommen. Sperlich tourte durch halb Deutschland, besuchte sieben verschiedene Kamelhalter, bis er endlich in Helmstedt fündig wurde.

Trampeltiere halten Frost und Hitze stand

Er kaufte dort zwei Trampeltiere. Das ist die Kamelart, die aus Asien kommt und Temperaturen zwischen minus 40 Grad und plus 40 Grad aushält. Die andere Kamelart sind Dromedare, deren Heimat Afrika ist. Sie sind nicht so zäh. „Für die hätten wir einen Stall bauen müssen“, sagt Sperlich. Für die Trampeltiere reicht ein Unterstand. „Und nicht einmal der wäre unbedingt nötig. Aber die Tiere sollen es ja gut haben bei uns.“

Spendenaktion der Volksbank bringt 10.570 Euro

Dann gab es noch ein Problem. Kamele sind nicht billig. Daher hat Sperlich auf der Crowdfunding-Plattform der Volksbank Dresden Bautzen sein Projekt eingereicht und dort insgesamt 10.570 Euro Spenden gesammelt. 101 Unterstützer haben für die Kamele gespendet. „Das fing bei fünf Euro an. Der höchste Betrag waren 2.000 Euro“, berichtet Sperlich. Zusammen mit anderen Spenden kamen so 13.000 Euro zusammen. Das reichte für die beiden Kamele, den Transport von Helmstedt nach Höckendorf und das erste Futter.

Erst zu Reittieren entwickeln, dann Nachwuchs züchten

Jetzt hat der Tiergarten eine neue Attraktion, die Sperlich aber weiter entwickeln will. „Wir wollen die Tiere dahin bringen, dass man sie reiten kann“, sagt er. Das ist aber ein langer Prozess, in dem die Höckertiere Schritt für Schritt daran gewöhnt werden müssen. „Dafür gibt es ein genaues Ausbildungsprogramm“, sagt der Tiergartenchef.

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Wenn die Tiere etwas älter sind, wäre es sogar denkbar, mit ihnen eine Zucht zu starten. Aber bis dahin vergeht noch etwas Zeit. Die beiden Stuten sind jetzt eineinhalb Jahre alt, geschlechtsreif werden sie mit drei Jahren.

Der neue Stolz der Gemeinde sind die Tiere jetzt schon. Bürgermeister Torsten Schreckenbach (BfK) zeigte auf der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend stolz ein Foto mit den beiden neuen Höckertieren.

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