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Kleines Klingenberg, großes Geld für Vereine

Insgesamt verteilt die Gemeinde dieses Jahr rund 66.000 Euro. Aber nicht mit der Gießkanne, sondern wohlüberlegt.

Tiergartenchef Hubert Sperlich ist hier mit den beiden neuen Kamelen zu sehen. Sein Verein wird von der Gemeinde unterstützt, weil er zu ihrer touristischen Attraktivität beiträgt.
Tiergartenchef Hubert Sperlich ist hier mit den beiden neuen Kamelen zu sehen. Sein Verein wird von der Gemeinde unterstützt, weil er zu ihrer touristischen Attraktivität beiträgt. © Karl-Ludwig Oberthür

Klingenberg gibt dieses Jahr rund 66.000 Euro für die Förderung der Vereine in den elf Ortsteilen aus. Das ist verhältnismäßig viel Geld für eine Gemeinde mit knapp 7.000 Einwohnern. Die Finanzspritze kommt 55 Vereinen zugute.

Die Bandbreite reicht von kleinen Jugendklubs, die zwischen zehn und 50 Mitglieder haben, bis zu den großen Sportvereinen, die mehrere Abteilungen und teilweise dreistellige Mitgliedszahlen haben. Der größte Verein ist dabei der Höckendorfer Fußballverein, zu dem 87 Jugendliche und 159 Erwachsene gehören. Er feiert dieses Jahr auch ein besonderes Jubiläum.

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Für die Vereinsförderung hat die Gemeinde eine detaillierte Richtlinie, die sie seit Jahren immer wieder verfeinert. Zuletzt wurde diese 2018 überarbeitet. Ins Gewicht fallen dabei vor allem zwei Kriterien, die Jugendförderung und das Ansehen der Gemeinde. Nach diesem ausgeklügelten Verfahren verteilt die Gemeinde ihr Geld aus sieben Töpfen. So funktioniert das:

Topf eins: Grundförderung besonders für Jugendarbeit

Nach sieben verschiedenen Kriterien verteilt die Gemeinde das Geld an die Vereine. Erstens gibt Geld als Grundförderung. Diese Summe bemisst sich nach der Mitgliederzahl und vor allem der Zahl der Jugendlichen im Verein. Für die Jugendarbeit gibt es einen höheren Zuschuss. 16.224 Euro zahlt Klingenberg aus diesem Topf aus.

Topf zwei: Zuschuss an Jugendklubs für Strom und Heizung

Zweitens zahlt die Gemeinde eine besondere Förderung an Jugendklubs für die Betriebskosten, also Strom, Heizung oder Wasser für die Klubs. Daran sind aber auch Bedingungen geknüpft. Die Klubs müssen aktiv sein und auch gemeinnützige Aktionen machen. So kommen dieses Jahr nur drei Klubs infrage für den Betriebskostenzuschuss in Höhe von maximal 500 Euro je Klub. Dies sind die Jugendklubs Ruppendorf, Colmnitz und Friedersdorf. Die anderen haben nichts beantragt oder fallen wegen des Alters der Mitglieder nicht mehr in die Förderung.

Topf drei: Geld für freies WLAN am Bahnhof Edle Krone

Drittens unterstützt Klingenberg im Rahmen der Projektförderung Einzelvorhaben wie Veranstaltungen oder Ausstellungen. Dafür hat der Förderverein Edle Krone 2.900 Euro beantragt. Mehrere Projekte hat er im Plan, erstens die Ausgestaltung des Bahnhofs Edle Krone, der auch mit einem Hunt geschmückt wird. Weiter sind Schautafeln zur Vereinsgeschichte geplant, ein Vorlesetag ist vorgesehen und die Installation eines freien WLAN-Netzes am Bahnhof. Dort ist derzeit der Handyempfang nur im Telekom-Netz möglich. Mit dem WLAN können auch Fahrgäste, Schüler und andere Zugang zum Internet bekommen.

Ähnliche Aktionen hat der Heimatverein Colmnitz geplant. Weiter erhalten die Kaninchen- und Geflügelzuchtvereine Gelder für ihre Ausstellungen und der Dorfverein Röthenbach für den Weißeritztallauf. Die Kulturfreunde Ruppendorf bekommen keine Förderung, weil die Mehrzahl der Mitglieder nicht im Gemeindegebiet wohnt. Denn der Gemeinde liegt daran, dass entweder ihre Bürger von der Förderung Nutzen haben oder dass Aktivitäten unterstützt werden, die über die Gemeinde hinaus ausstrahlen und somit das Image von Klingenberg fördern.

Topf vier: Sonderförderung für touristische Attraktionen

Gerade für solche Imageförderung hat die Gemeinde viertens auch einen Sondertopf. Daraus bekommt vor allem der Tiergartenverein einen großen Zuschuss von 31.000 Euro. „Der Verein übernimmt eine Aufgabe, die woanders die Gemeinde selbst macht“, sagt Bürgermeister Torsten Schreckenbach (Bürger für Klingenberg). Der Wildpark Osterzgebirge beispielsweise ist in Trägerschaft der Stadt Altenberg. Die großen Zoos gehören in der Regel den Städten.

Der Zuschuss der Gemeinde Klingenberg für den Tiergartenverein teilt sich auf in 23.000 Euro für Tierpflegerlohn, 5.000 Euro für erforderliche Investitionen und 3.000 Euro, um den wirtschaftlichen Bestand des Vereins zu sichern. Denn der war gefährdet. Aus dem Sondertopf bekommen auch der Förderverein Edle Krone, der Kulturring Höckendorf und das DRK Pretzschendorf Zuschüsse. Beim DRK ist das quasi ein Dankeschön dafür, dass er die Gemeinde beim Corona-Testzentrum unterstützt hat.

Topf fünf: Gemeinde unterstützt Investitionen

Fünftens greift die Gemeinde den Vereinen unter die Arme, die eine Investition in Angriff nehmen. Der Anglerverein Höckendorf bekommt beispielsweise 825 Euro für Arbeiten am Anglerheim, der Höckendorfer Fußballverein 5.760 Euro für den Kauf eines Mähroboters oder der Röthenbach e.V. 1.950 Euro für den Anschluss des Vereinsgebäudes an das Trinkwassernetz. Insgesamt gibt die Gemeinde 11.790 Euro Zuschuss an fünf Vereine.

Topf sechs: Jubiläen sind der Kommune etwas wert

Sechstens zeigt sich die Gemeinde erkenntlich, wenn ein Verein ein Jubiläum feiert. Das beginnt beim Zehnjährigen, das dieses Jahr der Förderverein Edle Krone begeht. Dafür und für jedes weitere volle Jahrzehnt gibt es 100 Euro Zuschuss. Für das Hundertjährige, das die Höckendorfer Fußballer feiern, die 1921 gegründet wurden, gibt es 250 Euro.

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