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Neustart in der Hirschbachmühle

Das Ausflugslokal im Lockwitzgrund hat einen neuen Betreiber: Robert Kluge kennt das Haus und die Wünsche der Gäste. Das Internet hilft ihm bei der Vermarktung.

Robert Kluge hat die Gaststätte Hirschbachmühle im Lockwitztal übernommen.
Robert Kluge hat die Gaststätte Hirschbachmühle im Lockwitztal übernommen. © Egbert Kamprath

Mit 29 hat sich Robert Kluge seinen Traum erfüllt. Seit Jahren hat der Maxener darauf hingearbeitet, ein kleines Hotel mit Gastwirtschaft zu führen. Nun ist er fast am Ziel. Er hat die Hirschbachmühle im Lockwitztal übernommen - zunächst als Pächter. Bis Ende des Jahres möchte er mit der Besitzerin alle Modalitäten zum Kauf abgeschlossen haben.

Trotz seines jungen Alters hat Robert Kluge schon viel Erfahrung in der Branche sammeln können. Nach seiner Ausbildung zum Restaurantfachmann, die er von 2006 bis 2009 absolvierte, arbeitete er über mehrere Jahre in Deutschland und in Österreich in Hotels, bei Caterern und an Bord eines Ausflugsdampfers in der Wachau. 2014 kam er nach Sachsen zurück, arbeitete zunächst als Mietkellner, unter anderem auch in der Hirschbachmühle. 2017 übernahm er ein kleines Restaurant in Dresden-Naußlitz, das er bis Ende Mai erfolgreich führte. "Wir konnten den Umsatz gegenüber dem Vorbesitzer verdreifachen", sagt er. Gern hätte er das Lokal weitergeführt, doch dann kam das Angebot, die Hirschbachmühle zu übernehmen. Das sei zu verlockend gewesen. Und es kam auch etwas überraschend, gesteht er.

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Am 26. Februar erfuhr er, dass die langjährige Besitzerin der Hirschbachmühle verstorben war. Deren Tochter fragte ihn, ob er "Lust und Laune" habe, das Haus zu übernehmen. Robert Kluge, der das Gasthaus zwischen Kreischa und Reinhardtsgrimma gut kannte, brauchte nicht lange, um sich zu entscheiden. "Einen Tag später sagte ich ihr zu." Anfang März konnte er sich seinen Traum erfüllen. Von den Vorgängern übernahm er nicht nur das Gasthaus, sondern auch das Personal, die Kellnerin und den Koch. "Beide kenne ich schon seit vielen Jahren", sagt Robert Kluge.

Schnitzel oder Fisch für 11,11 Euro

Ein paar Tage nach der Übernahme zwang ihn die Corona-Pandemie dazu, die Gaststätte zu schließen. "Klar, der Umsatz fehlt mir", sagt er. Dennoch sei es im Rückblick nicht ganz so tragisch gewesen. "Wir haben uns über Wasser gehalten und haben einen Imbiss eröffnet, der gut besucht wurde, bis Juni/Juli Essen außer Haus verkauft." Und seit der Wiedereröffnung Mitte Mai laufe das Geschäft richtig gut. 

"Es kommen auch wieder viele Einheimische", sagt Robert Kluge. Das freue ihn. Gelungen ist ihm das vor allem mit der Speisekarte. Während seine Vorgängerin den Schwerpunkt auf Bio- und vegane Speisen legte, kehrte er zu gut bürgerlicher Küche zurück. Klassiker wie Würzfleisch, Schnitzel, Bauernfrühstück und Haxe stehen auf der Speisekarte. Die Gerichte kosten zwischen 3,90  Euro und 17,80 Euro. "Gut angekommen sind unsere Aktionstage." An denen bietet sein Gasthaus Haxen-, Schnitzel-, und Fischgerichte für 11,11 Euro an. Das lockte die Leute und vor allem die Einheimischen ins Lokal und in den Biergarten.

Auch die Vermietung seiner sechs Doppel- und drei Einzelzimmer ist gut angelaufen, nachdem er seine Unterkunft über booking.com vermarktet. Gut 90 Prozent der Anfragen kommen über dieses Internetportal. Deren Betreiber verlangen nicht gerade wenig an Provision, dafür lotsen sie viele Gäste zu ihm. "Gegenwärtig liegt die Auslastung bei 80 Prozent", sagt er. Zum Wochenbeginn kommen viele, die auf Montage sind, zum Wochenende eher Touristen, die drei, vier Tage in der Region verbringen. Unter ihnen sind derzeit viele Holländer, Polen, Österreicher und Schweizer. "Wir liegen zentral, Dresden, die Sächsische Schweiz und Altenberg sind von uns aus gut zu erreichen." Um noch bekannter zu werden, nutzt er vor allem Internetplattformen wie Facebook und Instagram und seine WhatsApp-Kontakte. 

Die Gaststätte an der Lockwitztalstraße gehört zu Hirschbach bei Glashütte.
Die Gaststätte an der Lockwitztalstraße gehört zu Hirschbach bei Glashütte. © Egbert Kamprath

Nach der kompletten Übernahme möchte er auch ein paar Veränderungen am Haus vornehmen. Dieses wurde Mitte der 1990er-Jahre saniert. Hier und da gebe es nun Sanierungsbedarf, so zum Beispiel in den Gästezimmern, die aufgehübscht werden müssten, sagt er. Gern würde er den Gästen auch WLAN anbieten. Die Leitung, die von Kreischa aus zu seinem Hotel führt, würde das zwar zulassen. Doch das Signal, das bei ihm ankommt, sei zu schwach. Hier möchte er gern eine Lösung finden, weil immer mehr Gäste WLAN haben möchten.

Perspektivisch möchte er das Hotel auch für Biker attraktiver machen und es als Biker-Herberge einstufen lassen. "Dazu muss ich aber noch einige Kriterien erfüllen."

Dass er künftig auch an Sonntagen arbeiten muss, stört Robert Kluge nicht. "Sonntags zu arbeiten, macht mir Spaß. Ich wüsste gar nicht, was ich am Wochenende sonst machen sollte. Ich kenne das nicht anders", sagt er und lächelt. "Ich mache es auch für meine Familie."

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