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Die neuen Wirte in Ruppendorf

Das "Erbgericht" hatte seit 2017 keinen Betreiber mehr. Ausgerechnet in der jetzigen schwierigen Zeit wagt ein Dresdner Paar dort den Neuanfang.

Claudia und Maik Hartmann haben Anfang Dezember das "Erbgericht" in Ruppendorf übernommen. Trotz der schwierigen Umstände sind sie zuversichtlich.
Claudia und Maik Hartmann haben Anfang Dezember das "Erbgericht" in Ruppendorf übernommen. Trotz der schwierigen Umstände sind sie zuversichtlich. © Karl-Ludwig Oberthür

Der Gasthof „Erbgericht“ im Klingenberger Ortsteil Ruppendorf hat nach langem Leerstand ein neues Wirtsehepaar: Claudia und Maik Hartmann. Damit ist in dem Haus, das seit über zwei Jahren leer stand, wieder Leben eingekehrt. Und die Hartmanns legen trotzdem los, auch wenn wegen der Corona-Einschränkungen kein normaler Betrieb möglich ist. Im Schaukasten hängt die aktuelle Karte. Dort können sich die Gäste Essen zum Mitnehmen bestellen.

Claudia Hartmann ist Hauswirtschafterin, Maik Hartmann Koch und Fleischer. „Ich habe zu DDR-Zeiten im Hotel Newa in Dresden gelernt“, erzählt der 53-Jährige. Danach hat er aber sein Hobby, die Feuerwehr, zum Haupterwerb gemacht und bei der Berufsfeuerwehr in Dresden gearbeitet. Am Herd stand er nur noch im privaten Rahmen. Dabei wurde er aber immer wieder auf seine gute Küche angesprochen.

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"Einen besseren Koch finden sie nicht"

So hat er dann die Liebe zum Kochen neu entdeckt. Er fing wieder an, professionell zu kochen und arbeitete in verschiedenen Häusern. „Bis ich zu meiner Frau sagte, lass uns doch die Sache in eigene Hände nehmen“, erinnert sich Hartmann. Sie übernahmen das Vereinsheim der Gartensparte „Sommerland“ in Dresden-Strehlen. Deren Vorsitzender Steffen Pätzig sagt: „Einen besseren Koch finden sie für Ruppendorf nicht.“

Hartmann hat dann noch die Gaststätte „Zur Post“ in Langebrück übernommen. Das Vereinsheim "Sommerland" wurde hingegen geschlossen. Auf das "Erbgericht" Ruppendorf wiederum ist Hartmann aufmerksam geworden, weil er seine Pferde auf dem Weidegut im Nachbarort Paulsdorf stehen hat.

Der Saal im Erbgericht bietet Platz für über 200 Besucher. Die letzten Jahre hat ihn der Elferrat genutzt.
Der Saal im Erbgericht bietet Platz für über 200 Besucher. Die letzten Jahre hat ihn der Elferrat genutzt. © Karl-Ludwig Oberthür
Das Erbgericht liegt zentral mitten im Dorf und hat auch die Bushaltestelle vor der Tür.
Das Erbgericht liegt zentral mitten im Dorf und hat auch die Bushaltestelle vor der Tür. © Karl-Ludwig Oberthür
Das Kaminzimmer im Erbgericht ist für kleine gemütliche Runden geeignet.
Das Kaminzimmer im Erbgericht ist für kleine gemütliche Runden geeignet. © Karl-Ludwig Oberthür

Der letzte Wirt im Erbgericht hatte 2017 aufgehört. Man konnte zwar die Räume noch nutzen, musste sich aber selbst um die Versorgung kümmern. Der Elferrat Ruppendorf beispielsweise hat jedes Jahr den Saal gestaltet, die Gastronomie mit eigenen Leuten organisiert und in der Küche Unterstützung vom Heidepark in Dippoldiswalde bekommen. „Die haben uns wirklich geholfen“, sagt Lars Bobe vom Karnevalsverein.

Jetzt gab es schon erste Gespräche mit dem neuen Wirtepaar. „Und wir hoffen natürlich auf eine gute Zusammenarbeit“, sagt Bobe. Dann soll es wieder die klassische Aufgabenteilung geben. Die Karnevalisten machen Programm und Spaß, der Wirt kümmert sich um Essen und Trinken.

Die Gemeinde Klingenberg war auch schon im Gespräch mit dem früheren Eigentümer, wie der zentrale Treffpunkt für Ruppendorf erhalten bleiben kann. „Wenn sich jetzt ein neuer Betreiber gefunden hat, ist das doch eine gute Lösung“, sagt Bürgermeister Torsten Schreckenbach (Bürger für Klingenberg).

Als Landgasthof etablieren

Das Erbgericht steht zentral im Dorf. Vor dem Gasthof halten die Busse und führt die Staatsstraße von Dippoldiswalde nach Klingenberg vorbei. „Das ist eine sehr gute Lage“, sagt Hartmann. „Vor eineinhalb Monaten haben wir das Haus gekauft.“ Bisher sind die neuen Wirte immer von Mittwoch bis Sonntag in Ruppendorf. An diesen Tagen kann auch Essen bestellt und abgeholt werden. Später wollen die Hartmanns auch im Gasthof einziehen. Die Räume, die sie dafür ins Auge gefasst haben, nutzt derzeit aber noch der Elferrat als Lagerraum für seine Requisiten.

Hartmann will das Haus wieder als Landgasthof etablieren, mit einer klassischen deutschen Küche. Dabei will er zeigen, dass Klassiker wie Strammer Max oder Bauernfrühstück lecker schmecken. Auf Bestellung will er Tatar anbieten oder auch Spezialitäten, die sich viele nicht trauen, selbst zu machen wie Eisbein oder Grillhaxe.

Idee: Stammtisch für US-Car-Freunde

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Auch die verschiedenen Räume will Hartmann neu beleben. Neben der Gaststube führt die Treppe hoch in den kleinen und den großen Saal, der gut 200 Menschen Platz bietet. Außerdem gibt es das Kaminzimmer für kleine, gemütliche Runden und das Billardzimmer will er auch wieder so einrichten, dass es seinem Namen gerecht wird. „Ich habe Kontakte in die US-Car-Szene von Dresden, vielleicht kommen die zu einem Stammtisch ins Haus“, sagt der neue Wirt. Einen Tanztee am Nachmittag für Ältere kann er sich vorstellen und auch Veranstaltungen wie Kabarett.

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