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Design-Torten aus Dippoldiswalde

Daniela Oehme hat sich als Konditorin selbstständig gemacht. Dafür hat sie sich einen Künstlernamen gegeben, weil sie Kunst für Auge, Nase und Gaumen macht.

Die Konditorin Daniela Oehme aus Schmiedeberg hat sich als "Dani Kuchenherz" selbständig gemacht und bietet besondere Torten auf Bestellung.
Die Konditorin Daniela Oehme aus Schmiedeberg hat sich als "Dani Kuchenherz" selbständig gemacht und bietet besondere Torten auf Bestellung. © Karl-Ludwig Oberthür

Torten können so viel. Es sind Skulpturen, die dem Auge Freude machen. Sie übermitteln Botschaften für liebe Menschen. Dem Gaumen bieten sie Geschmackserlebnisse. Für Daniela Oehme sind sie der Dreh- und Angelpunkt ihres neuen Gewerbes. Die Konditorin aus Schmiedeberg hat sich in Reichstädt selbstständig gemacht mit einem speziellen Angebot: Motiv- und Designtorten auf Bestellung.

Der lange Weg zu ihrem Traumberuf

Im Sommer hat die 27-Jährige ihre Meisterausbildung abgeschlossen. Und sie hat sich einen Künstlernamen gegeben. Auf der Visitenkarte steht „Dani Kuchenherz“. Das ist auch der Name ihrer Webseite.

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Damit erfüllt sie sich einen Traum. Bis dahin war es aber ein langer Weg. In der 10. Klasse des Gymnasiums in Dippoldiswalde hat sie festgestellt, dass ihr die Schule nicht so liegt. Sie wollte in einem praktischen Beruf gehen. Ihr ging damals viel durch den Kopf. Erzieherin wäre sie gerne geworden. Ihre Schwester ist Köchin. „Das fand ich auch cool, aber zweimal das Gleiche in der Familie …“, sagt sie. Schließlich fand sie Gefallen am Thema Backen, speziell an der Feinbäckerei. „Ich wollte mich kreativ ausleben“, sagt sie. Ihre Eltern, beide gelernte Landwirte, die jetzt in der Industrie arbeiten, ließen ihr bei der Entscheidung freie Hand.

Perlen und ein Hauch Blattgold machen aus der Torte fast schon eine Krone.
Perlen und ein Hauch Blattgold machen aus der Torte fast schon eine Krone. © Karl-Ludwig Oberthür
Wenn das Auge sein Vergnügen gehabt hat, wird die Torte angeschnitten und der Gaumen bekommt seinen Genuss.
Wenn das Auge sein Vergnügen gehabt hat, wird die Torte angeschnitten und der Gaumen bekommt seinen Genuss. © Karl-Ludwig Oberthür

Kreativ mit Ananas, Chili und Minze

Dann hat sie drei Bewerbungen geschrieben, zwei Zusagen bekommen und schließlich ihre Konditorenlehre bei der Bäckerei Leiteritz in Dippoldiswalde absolviert. Weitere Berufsstationen führten sie ins Bunte Häusel nach Altenberg. Dann leitete sie das Hofcafé in der Kunsthofpassage in der Dresdner Neustadt und schließlich betrieb sie gemeinsam mit einer Freundin das Café Nosh in Dresden.

„Ich habe dabei meinen Job immer mehr lieben gelernt. Man kann wirklich der Kreativität ihren Lauf lassen, vielleicht mal Thymian mit Apfel kombinieren. Neulich hatte ich Ananas, Chili und Minze in einem Macaron, einem gefüllten Plätzchen, gemischt“, sagt sie. Sie hat in den Cafés immer in der Küche gearbeitet. Dort konnte sie ihre Ideen umsetzen. Aber sie wollte noch mehr, sich den Traum von der Selbstständigkeit erfüllen.

Handwerkskammer war unerbittlich

Doch das geht im Konditorhandwerk nur mit einem Meistertitel. „Ich wollte aber nicht nochmal auf die Schulbank“, erinnert sich Oehme. Die Handwerkskammer war unerbittlich und hat ihre Anfrage nach einer Ausnahmegenehmigung abgelehnt. Also hat sie die Ausbildung in Chemnitz absolviert und diesen Sommer abgeschlossen.

Aus dem Café Nosh ist sie ausgestiegen. Derzeit arbeitet sie wieder in ihrem Lehrbetrieb und startet im Nebengewerbe ihre Selbstständigkeit. Dazu suchte sie einen Produktionsraum. „Ich brauche ja nicht viel“, sagt sie. Platz für einen Kühlschrank, eine Arbeitsfläche und ihre Anschlagmaschine, wie Konditoren ihre Rührmaschine nennen. Das hat sie in den Räumen des Cateringservices von Thomas Weimer in Reichstädt gefunden. Hier produziert sie seit diesem Monat und von hier liefert sie auch aus.

Vor allem zu den Wochenenden hat sie gut zu tun. "Viele Kunden kennen mich noch aus dem Café“, erzählt sie. In den sozialen Medien ist sie unterwegs, betreibt eine eigene Webseite. „Und ganz viele Kontakte ergeben sich durch Mund-zu-Mund-Propaganda“, sagt die Konditorin.

Mal ein Hauch Blattgold, mal ein Traktor

Für die Gestaltung der Torten arbeitet sie auch mit ihren Kunden zusammen. „Manche kommen mit einer Skizze, was sie sich vorstellen und fragen, ob ich das umsetzen kann“, erzählt sie. „Andere nennen mir nur den Anlass und überlassen den Rest mir.“

So produziert sie unterschiedlichste Motive und hat auch verschiedene Materialien für die Dekoration auf Vorrat. Vorsichtig nimmt sie ein kleines Briefchen aus dem Regal und zeigt ein hauchdünnes Scheibchen Blattgold. Auch das kann man auf seine Torte bekommen. Das ist zwar nichts für den Gaumen, aber fürs Auge. „Essen kann man das. Nur schmeckt es nach nichts, sieht aber cool aus“, erzählt die Konditorin.

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Eine andere Torte beispielsweise ist für Menschen gedacht, die es mehr mit handfester Landtechnik haben. Ganz in Grün und geschmückt mit einem Spielzeugtraktor fällt sie ins Auge. „Die habe ich schon öfter gemacht, mal für einen Jungen, der Traktoren liebt, ein andermal für einen Erwachsenen“, sagt Daniela Oehme. Wer so etwas will, muss für eine einfache Torte rund 50 Euro ausgeben. „Nach oben sind die Grenzen offen“, sagt Oehme.

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