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Glashütte streicht Wirtschaftsförderung

Mit Mehrheit entschied der Stadtrat, die Stelle des Wirtschaftsförderers nicht zu verlängern. Das hat Konsequenzen auch für Altenberg.

Seit März 2029 arbeitet Christian Semmelrogge - hier mit einem Fragebogen - als Wirtschaftsförderer für die Städte Altenberg und Glashütte.
Seit März 2029 arbeitet Christian Semmelrogge - hier mit einem Fragebogen - als Wirtschaftsförderer für die Städte Altenberg und Glashütte. © Egbert Kamprath

Christian Semmelrogge arbeitet seit März 2019 als Wirtschaftsförderer für die Städte Altenberg und Glashütte. Damit könnte bald Schluss sein. Der Glashütter Stadtrat hat in der Sitzung am Dienstag mit Mehrheit die Weiterfinanzierung der Stelle nach  dem Mai 2021 abgelehnt. Das dürfte ein wichtiges Zeichen für Altenberg sein. Die Stadträte der Bergstadt hatten sich bereits am Montag mit dem Thema beschäftigt, allerdings keinen Beschluss gefasst. "Die Altenberger wollten abwarten, wie wir uns entscheiden", sagte Stadtrat Uwe Ahrendt (Grüne), der als erster stellvertretender Bürgermeister die Sitzung in Glashütte leitete. 

Mit diesem Votum hatte der Wirtschaftsförderer offenbar nicht gerechnet. Denn in einem kurzen Vortrag fasste er vor dem Beschluss seine bisherige Arbeit der letzten Monate zusammen und gab einen Ausblick auf Projekte, die er in den nächsten Jahren anpacken wolle. Unter anderem möchte er untersuchen, welche heimischen und externen Unternehmen in naher Zukunft Gewerbeflächen benötigen und wo es in Altenberg und Glashütte Flächen gibt, auf denen sich diese Gewerbebetriebe ansiedeln könnten. Außerdem möchte er an der Weiterführung der Standort-Marketingkampagne "Dresdens Weltklasse Provinz" mitarbeiten. 

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Viel Skepsis

In der kurzen Diskussion stellten gleich mehrere Stadträte kritische Fragen. Frank Göbel (CDU) erklärte, dass er nach einem reichlichen Jahr Wirtschaftsförderung keine greifbaren Ergebnisse sehe. "Für Studien habe ich nichts übrig", so der Stadtrat, der auch Unternehmer ist. 

Maik Lehmann (Wählervereinigung Zeitlos) erinnerte daran, dass der Glashütter Stadtrat es im Herbst 2019 mit Mehrheit abgelehnt hatte, die Errichtung eines gemeinsamen Gewerbegebietes im Altenberger Ortsteil Liebenau prüfen zu lassen. Damals stimmten neun Räte gegen die Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie, nur sieben waren dafür. Mit dem Plan, nun nach freien Gewerbeflächen suchen zu wollen, sehe er den Versuch, über die Hintertür das Thema Liebenau wieder auf die Tagesordnung zu bringen.  Und das sei nicht nötig, weil Glashütte im Flächennutzungsplan Gewerbeflächen in Luchau ausweisen möchte. 

Auch Tilo Bretschneider (AfD) stellte den Sinn solcher Untersuchungen infrage. Unternehmer, die ihre Firma erweitern wollen, finden Flächen, erklärte er. Das hätten die vergangenen 30 Jahre gezeigt.

Nur ein Fürsprecher

Für die Untersuchungen plädierte öffentlich nur Steffen Barthel (Wählervereinigung Johnsbach). Zwar sei derzeit das Geld knapp, aber es gebe auch eine Zeit danach. Andere Kommunen, sagt er, planen Gewerbegebiete und damit für die Zukunft. Wenn man hier  nicht mitzieht, könne es passieren, dass weitere Unternehmen in Nachbarkommunen abwandern. "Stimmen wir nicht zu, verbauen wir uns unsere Zukunft."

Barthels Appell überzeugte nicht alle. Für die Weiterführung der Wirtschaftsförderung votierten sechs Räte, dagegen zehn. Für die Erarbeitung einer Studie zu den Gewerbeflächen stimmten  lediglich zwei Räte, 13 waren dagegen, einer enthielt sich.

Damit dürfte das Kapitel Wirtschaftsförderer im Mai 2021 enden. Bis dahin läuft die gemeinsam von Altenberg und Glashütte finanzierte und vom Freistaat geförderte Stelle. 

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