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Glashüttes Wunsch nach einer Oberschule

Bürgermeister Markus Dreßler (CDU) versteht das und würde gern eine Schule bauen. Doch dazu müssten mehrere Bedingungen erfüllt sein.

Manuel Schneider - hier mit seinen Dominik und Sarah - wünscht sich, dass es in Glashütte bald wieder eine Oberschule gibt. Doch das ist nicht so einfach.
Manuel Schneider - hier mit seinen Dominik und Sarah - wünscht sich, dass es in Glashütte bald wieder eine Oberschule gibt. Doch das ist nicht so einfach. © Egbert Kamprath

Manuel Schneider hatte eine schöne Schulzeit. Und kurze Wege. Die Grundschule konnte er in seinem Heimatort Schlottwitz besuchen, zur Mittelschule musste er nur ins benachbarte Glashütte fahren. Seine Kinder werden es nicht so gut haben. Denn in Schlottwitz gibt es keine Grundschule mehr. Und die Mittelschule, die jetzt eine Oberschule wäre, ist Geschichte. In Glashütte gibt es seit 2006 keine weiterführende Schule mehr. Das wurmt viele Glashütter und spiegelt sich auch im Familienkompass wider. Zwei Drittel aller Teilnehmer waren damit unzufrieden.

Manuel Schneider kann das verstehen. Als er sich als Stadtratskandidat aufstellen ließ, trat er mit dem Ziel an, eine Oberschule in Glashütte zu gründen. Diese hätte er lieber heute als morgen. Das wäre für die Entwicklung der Stadt gut. Eine Oberschule wäre ein gutes Argument, um Familien für einen Umzug nach Glashütte zu begeistern. Zwar gebe es in Glashütte und Reinhardtsgrimma gute Grundschulen, doch danach müssen die Schüler fahren -  zu den Oberschulen und Gymnasien in Geising, Altenberg, Dippoldiswalde, Schmiedeberg und Kreischa. Schneider weiß, dass es nicht einfach wird, eine Oberschule zu gründen, will sich aber trotzdem dafür weiter einsetzen.

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"Grundsätzlich sind ortsnahe Schulen immer wünschenswert", sagt auch Bürgermeister Markus Dreßler (CDU). Er erinnert an die Vorgeschichte. Wegen  geringerer Schülerzahlen  musste 2006 eine Mittelschule in der Region schließen. Es traf die  in Glashütte. Es waren  zu wenig Kinder angemeldet. 

Neue Schulen können nur dort eingerichtet werden, wo die Schülerzahlen dies erforderlich und möglich machen. Zuletzt war das in Wilsdruff der Fall. Dort wurde ein Gymnasium gegründet. In Glashütte geben es die Schülerzahlprognosen nicht her. "Für die Einrichtung einer weiteren Oberschule im Stadtgebiet Glashütte fehlen die Schüler." Nach einer mittelfristigen Prognose der Stadt wird deren Zahl bis 2024/25 nicht zunehmen, sondern zwischen 49 und 68 schwanken.

Würde Glashütte trotzdem eine Schule gründen, würde diese den Bestand einer anderen Oberschule gefährden. Das kann weder sinnvoll sein, noch würde das von den zuständigen Behörden gefördert, so Dreßler. Und letztlich steht die alte Frage: Würden alle Kinder aus dem Stadtgebiet diese Oberschule auch besuchen? 

Das ist nicht zu erwarten, da je nach Lage des Ortsteils andere Schulen näher wären. Und das bestätigt zum Beispiel Frauensdorfs Ortsvorsteher Martin Walther (Wählervereinigung Reinhardtsgrimma). Über mangelnde Schulvielfalt werde hier nicht geklagt. Viele ältere Schüler besuchen das Gymnasium und die Oberschule in Dippoldiswalde. "Die beliebteste Oberschule ist die in Schmiedeberg", sagt der Frauendorfer. Diese Einrichtung ist in acht Minuten mit dem Auto zu erreichen. "Die Eltern und die Schulleitung kämpfen aber seit circa 15 Jahren für eine Buslinie durch den Molchgrund", sagt Walther. Diese würde die Schule noch beliebter machen.

In Glashütte wechseln aktuell etwa 50 Prozent der Grundschüler an die Gymnasien in Altenberg oder Dippoldiswalde, so Dreßler. "Die Anbindung an die beiden Orte ist für die Schüler überwiegend sehr gut." Doch nicht nur die Ortsnähe ist den Eltern wichtig, sondern vor allem auch die Qualität, so Dreßler. "Letztlich entscheiden die Eltern, welche Schule die Kinder besuchen." Das sollte mit bedacht werden.

Gesamtbewertung
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Familienfreundlichkeit
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Medizinische Versorgung
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Arbeit und Familie
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Kita-Bewertung
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Wohnen
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Der Neubau einer Oberschule hat nur dann eine Chance, wenn es erheblich mehr Einwohner und dementsprechend mehr Kinder im Einzugsbereich geben würde. Ein oder zwei Baugebiete würden nicht reichen, so Dreßler. Glashütte müsste einen deutlichen Einwohnerzuwachs haben. "In dem Sinne hatte ich bereits darauf hingewiesen, dass eine Oberschule ein denkbarer 'Anker' in einem neuen Ortsteil sein könnte", so Dreßler. An dieser Idee arbeite die Stadt. "Aber bekannt ist auch, dass offen ist, ob und wann sich eine solche Vision wird umsetzen lassen." Völlig offen ist auch, wo die Oberschule gebaut werden soll. 

In der Kernstadt gibt es kein geeignetes Gebäude. In der früheren Mittelschule sind heute der Hort und die Bibliothek untergebracht. Außerdem wurden Vereinszimmer geschaffen. "Die frühere Mittelschule ist nicht groß genug, um den Ansprüchen, die heute an eine neue Oberschule gestellt werden, gerecht zu werden." 

Bereits früher gab es Platzprobleme. Es müsste also ein Neubau entstehen. Da es in der Kernstadt kein geeignete Grundstück  dafür gibt, müsste der Neubau in einem anderen Ort entstehen. Dort müsste dann auch eine Turnhalle errichtet werden. "Die Stadt müsste enorme Mittel für die Investition bereitstellen." Viele andere, geplante Investitionen müssten zurückgestellt werden. "Dies wiederum kann nur dann gerechtfertigt werden, wenn eben wiederum der Bedarf hinreichend gesichert ist."

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