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Klingenberg schafft Bauland mit Festpreis

"Am Pfarrbusch" in Colmnitz ist Platz für weitere Einfamilienhäuser. Eine Freiberger Firma will nun Geld in die Hand nehmen und Bauplätze schaffen - mit Preisgarantie.

Von Anja Ehrhartsmann
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Das Wohngebiet "Am Pfarrbusch" im Klingenberger Ortsteil Colmnitz wird weiter erschlossen.
Das Wohngebiet "Am Pfarrbusch" im Klingenberger Ortsteil Colmnitz wird weiter erschlossen. © Egbert Kamprath

Die ehemalige Gemeinde Colmnitz hat in den 1990er-Jahren am Pfarrbusch eine Fläche mit dem Ziel gekauft, die Wohnbebauung im Ort zu steuern und außerdem die erwartete Nachfrage nach Bauplätzen abzudecken. Das Gebiet wurde damals in drei Bereiche aufgeteilt, wobei im ersten Bauabschnitt zwischenzeitlich alle Grundstücke verkauft sind.

Die Gemeinde Klingenberg, zu der Colmnitz mittlerweile gehört, beabsichtigt nunmehr, das Baugebiet zu erweitern und auch den zweiten Bauabschnitt als Bauland zur Verfügung zu stellen. Da die Grundstücke im ersten Bauabschnitt aber eher schleppend verkauft wurden, will Klingenberg nun einen anderen Weg gehen: "Wir wollen nicht selbst erschließen, sondern bieten das Baugebiet zum Verkauf an und nehmen so das Risiko von der Gemeinde", sagte Bürgermeister Torsten Schreckenbach (Bürger für Klingenberg) auf der jüngsten Gemeinderatssitzung.

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Der Gemeinderat hatte deshalb Anfang des Jahres festgelegt, dafür einen privaten Bauträger oder Investor zu suchen. Der Verkauf wurde unter anderem an die Bedingung geknüpft, dass die Erschließung und Vermessung der Baugrundstücke in einem vertraglich festgelegten Zeitraum erfolgen soll. Für den zweiten Bauabschnitt gibt es zudem bereits einen gültigen Bebauungsplan, ebenso eine Entwurfsplanung - beides Instrumente, mit deren Hilfe die Gemeinde festlegt, wo beispielsweise die Straße verläuft und nach welchen Bedingungen gebaut werden kann. Um zu verhindern, dass die Baugrundstücke hinterher überteuert verkauft werden, hat sich die Gemeinde zudem eine Besonderheit einfallen lassen: der Bauträger oder Investor ist zunächst auf zwei Jahre an den verabredeten Quadratmeterpreis gebunden.

Der Käufer verpflichtet sich außerdem, Verträge mit den entsprechenden Medienträgern für Trinkwasser, Abwasser und Elektroenergie abzuschließen und die Baugrundstücke anschließend zu vermarkten. Die öffentlichen Verkehrsflächen sollen dann wieder kostenfrei an die Gemeinde rückübertragen und öffentlich gewidmet werden.

12 bis 16 Baugrundstücke sollen entstehen

Im öffentlichen Verfahren hatte die Gemeindeverwaltung einen Käufer gesucht. Angebotsfrist war der 10. März. Obwohl es mehrere Nachfragen gab, hat am Ende nur die Freiberger Firma Landschaftsgestaltung, Straßen-, Tief-und Wasserbau GmbH ein Angebot abgegeben, sagte Torsten Schreckenbach. Das Gebot liegt bei 255.000 Euro, was einem Quadratmeterpreis von 22,90 Euro entspricht. Das Angebot deckt die Kosten der Gemeinde.

Der Gemeinderat beschloss daraufhin einstimmig, das Bauland an die Freiberger Firma zu verkaufen. "Ich bin froh, dass wir das hinbekommen haben", sagte Bürgermeister Schreckenbach nach der Beschlussfassung. Die Firma plane mit fünf Monaten Bauzeit. Bis zum Frühjahr 2023 soll die Erschließung und Vermessung der Grundstücke abgeschlossen sein. Unter der Maßgabe, dass die Grundstücke zwischen 600 und 800 Quadratmeter groß sind, werden zwischen 12 und 16 Parzellen entstehen, schilderte Bürgermeister Schreckenbach. Hinterher soll der maximale Bodenpreis bei 135 beziehungsweise 145 Euro pro Quadratmeter liegen, je nach dem, ob mit oder ohne Gasleitung erschlossen wird.

Mit der Freiberger Firma soll nun neben dem Kaufvertrag ein städtebaulicher Vertrag geschlossen werden. "Wir haben den Vertrag im Vorfeld gemeinsam abgestimmt und haben jetzt eine rechtlich saubere Vereinbarung", so Torsten Schreckenbach.