merken
PLUS Dippoldiswalde

Klingenberg will 14 neue Bauplätze schaffen

Die Gemeinde will neue Bauplätze im Ortsteil Colmnitz anbieten, dabei aber kein Risiko eingehen. Dafür orientiert sie sich an einem Modell aus Neustadt/Sa.

Ein Blick auf das Wohngebiet am Pfarrbusch im Klingenberger Ortsteil Colmnitz. Dieses soll jetzt um 14 Bauplätze nach Osten erweitert werden. Im Foto ist das die Fläche rechts.
Ein Blick auf das Wohngebiet am Pfarrbusch im Klingenberger Ortsteil Colmnitz. Dieses soll jetzt um 14 Bauplätze nach Osten erweitert werden. Im Foto ist das die Fläche rechts. © Egbert Kamprath

14 neue Eigenheime in der Natur mit Kindergarten und Einkaufsmöglichkeiten im Ort. Das müsste in der jetzigen Zeit doch gefragt sein. Dies hat sich Klingenbergs Bürgermeister Torsten Schreckenbach (Bürger für Klingenberg) überlegt. Die Gemeinde kann solche Bauplätze im Wohngebiet „Am Pfarrbusch“ im Ortsteil Colmnitz anbieten.

Nach der Planung will sich die Gemeinde zurückziehen

Der Gemeinderat ist diesen Gedanken auf seiner Sitzung einstimmig gefolgt und hat erst Geld freigegeben und dann den Planungsauftrag an das Ingenieurbüro Wasser und Boden aus Possendorf erteilt. Das soll für rund 29.000 Euro die Genehmigungsplanung für die Straße ins Wohngebiet sowie die sonstige Erschließung ausarbeiten und den Baugrund untersuchen.

Anzeige
Familienabenteuerland Sachsen
Familienabenteuerland Sachsen

Die schönsten Regionen Sachsens, die besten Ausflugsziele und kulinarischen Highlights. Hier gibt's Geheimtipps, die garantiert noch nicht Jeder kennt.

Dann will sich die Gemeinde aus dem Projekt zurückziehen. „Wir wollen dann einen Bauträger suchen, der uns das Baugebiet abkauft, es erschließt und schließlich selbst vermarktet“, beschreibt Schreckenbach seine Vorstellungen. Er folgt damit einem Modell, das Neustadt in Sachsen mit der Baufirma Strabag praktiziert hat.

Die Probleme vermeiden, die einst Colmnitz hatte

Damit will der Bürgermeister die Probleme vermeiden, die sich die damals noch selbstständige Gemeinde Colmnitz mit dem ersten Abschnitt des Baugebiets am Pfarrbusch eingehandelt hatte. Sie hat damals einen Kredit für die Erschließung aufgenommen. Ab dem Jahr 2000 wurden die Parzellen angeboten, aber der Verkauf ist die ersten Jahre schleppend gelaufen. Bis 2007 waren ganze fünf Bauplätze verkauft. Erst in den letzten Jahren hat die Nachfrage angezogen, bis Ende letzten Jahres die letzte Parzelle verkauft wurde.

Die Klingenberger stellen sich die weitere Entwicklung so vor, dass das Planungsbüro dieses Jahr noch seine Ergebnisse vorlegt. Das wäre die Grundlage dafür, dass ein Bauträger seine Kosten kalkulieren könnte und den Preis, zu dem er die Parzellen anbieten will.

Privatfirma kann Gewinn machen, trägt aber ein Risiko

Dann könnte die Gemeinde das komplette Baugebiet an einen Bauträger verkaufen. "Wir hätten dann die notwendigen Vorleistungen gebracht, Baurecht geschaffen und die Planung erarbeitet", sagt Schreckenbach. Von einem Bauträger erwartet er, dass dieser die bisherigen Kosten der Gemeinde übernehmen und dann das Gebiet auf eigene Kosten erschließen wird. Die Bauplätze könnte er auf eigene Rechnung verkaufen.

Die öffentliche Straße müsste er am Ende wieder kostenlos an die Gemeinde übertragen. Der Bauträger kann damit Gewinn machen, müsste aber auch das Risiko tragen, wenn er die Parzellen nicht verkaufen kann. Damit ein solches Unternehmen eine Grundlage für seine Kalkulation hat, ist jetzt die Planung erforderlich. Wahrscheinlich müsste die Gemeinde dafür eine Ausschreibung machen.

Einwohner statt schnelle Einnahmen für die Gemeinde

Einen passenden Träger für so ein Vorhaben zu finden, ist nicht immer einfach. Das hatten seinerzeit auch die Neustädter erfahren müssen. Sie waren schon mit einem Erschließungsträger handelseins, der dann aber wieder abgesprungen ist. Es dauerte dann, bis die Stadt sich mit der Strabag einigte.

Weiterführende Artikel

Platz für Eigenheime in Colmnitz wird knapp

Platz für Eigenheime in Colmnitz wird knapp

Im größten Neubaugebiet der Gemeinde Klingenberg sind nur noch vier Parzellen zu haben. Doch für weitere Bauplätze gibt es schon Pläne.

„So eine Privatfirma will natürlich auch Gewinn machen. Aber sie hat auch andere Möglichkeiten als die Gemeinde mit ihrem Ausschreibungszwang und kann so manches günstiger machen“, erklärte Schreckenbach im Gemeinderat. Am Ende hätte die Gemeinde keine direkten Einnahmen aus dem Baugebiet, aber doch einen Einwohnerzuwachs, und das bringt auf lange Sicht auch Einnahmen. Der Gemeinderat nahm diese Vorstellungen ohne weitere Diskussion zur Kenntnis.

Mehr zum Thema Dippoldiswalde