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Letzte Parzelle in Colmnitz verkauft

Jahrelang gab es kaum Interesse an dem Baugebiet "Am Pfarrbusch". Jetzt gingen die Bauplätze aber binnen weniger Jahre flott weg. Wie es nun weitergeht.

Ein Haus wird im Wohngebiet Pfarrbusch im Klingenberger Ortsteil Colmnitz neu gebaut. Inzwischen ist das Baugebiet an seine Grenzen gekommen.
Ein Haus wird im Wohngebiet Pfarrbusch im Klingenberger Ortsteil Colmnitz neu gebaut. Inzwischen ist das Baugebiet an seine Grenzen gekommen. © Egbert Kamprath

Die letzte Parzelle ist verkauft auf dem Baugebiet am Pfarrbusch im Klingenberger Ortsteil, und das obwohl ein Interessent abgesprungen ist. Es geht um einen Bauplatz mit 700 Quadratmetern Fläche, die für 44.800 Euro, das ist ein Quadratmeterpreis von 64 Euro, verkauft werden soll. Schon im Oktober hatte der Gemeinderat einen solchen Verkauf beschlossen. Jedoch sind die Interessenten wieder abgesprungen. In früheren Jahren wäre das ein Problem gewesen, nicht aber in der jetzigen Zeit. Der Gemeindeverwaltung liegt bereits ein neuer Kaufantrag zum gleichen Preis vor, wie Mitarbeiterin Annett Boldt den Gemeinderat informierte.

Erst in den letzten Jahren kam Schwung rein

Damit sind auf dem Baugebiet am Pfarrbusch keine Flächen mehr zu haben. Das ist eine Entwicklung, die sich erst in den letzten Jahren so ergeben hat. Denn die Geschichte dieses Wohngebiets geht 30 Jahre zurück. Gleich nach der Wende kam die Idee auf, in Colmnitz ein Wohngebiet zu schaffen. Aber der Gemeinde fehlte das Geld dafür. 1997 hat dann die Planung begonnen. Im September 1998 war der erste Spatenstich für die Straßen und Kanäle und im Sommer 1999 standen die ersten Bauplätze zum Preis von 112 D-Mark bereit, rund 56 Euro.

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Einfamilienhäuser statt Reihenhäuser

Doch den großen Bauboom der 1990er-Jahre hatte die Gemeinde damit schon verpasst und sie hat auch Planungsfehler gemacht. Die Nachfrage nach den Bauflächen war gering. Vor allem waren auch Reihen- und Doppelhäuser vorgesehen, um auch Mietwohnungen zu schaffen. Aber danach gab es null Nachfrage, nur Einfamilienhäuser waren interessant. In den ersten zwei Jahren nach Erschließung wurden ganze drei Parzellen verkauft. Auch eine Preissenkung belebte die Nachfrage kaum. Der Kredit über rund 700.000 Euro, den die Gemeinde für die Erschließung aufgenommen hatte, drückte aber. Auch weitere Preissenkungen auf 51 Euro für den Quadratmeterpreis konnten kein Interesse wecken. Ein Makler wurde eingeschaltet, ohne durchschlagenden Erfolg.

2021 kommt Planung für neue Baumöglichkeiten

Erst im Jahr 2007 kam wieder etwas Bewegung in das Baugebiet und die Gemeinde verkaufte drei weitere Flächen. Richtig Schwung kam dann Mitte der 2010er-Jahre in das Baugebiet. Bis 2017 waren zehn Parzellen verkauft und die Gemeinde änderte den Bebauungsplan und ermöglichte den Bau von mehr Einfamilienhäusern. Die ursprünglich geplanten Reihenhäuser fielen dafür weg. Danach wurde eine Parzelle um die andere verkauft, bis jetzt die letzte weg ist.

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