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Stadt Dipps ist ein schlechter Vermieter

Die Stadt Dippoldiswalde besitzt 276 Wohnungen selbst und 788 über ihr Tochterunternehmen KWG. Bei den eigenen Wohnungen ist der Leerstand akut.

So aus der Luft aufgenommen, sieht die Siedlung in Naundorf nach einer idyllischen Wohnlage aus. Aber die Stadt Dipps hat mit ihrem Wohnungsbestand hier große Probleme.
So aus der Luft aufgenommen, sieht die Siedlung in Naundorf nach einer idyllischen Wohnlage aus. Aber die Stadt Dipps hat mit ihrem Wohnungsbestand hier große Probleme. © Egbert Kamprath

Dippoldiswalde. Der Stadt Dippoldiswalde gehören Hunderte von Wohnungen. Einen Großteil davon, der in der Kernstadt Dippoldiswalde und in Obercarsdorf steht, lässt die Stadt über ihr Tochterunternehmen Kommunale Wohnungsgesellschaft Dippoldiswalde (KWG) bewirtschaften, an dem auch noch die Städte Altenberg und Glashütte mit kleinen Anteilen beteiligt sind. Der KWG gehören 788 Wohnungen. Weitere 276 kommunale Wohnungen sind direkt im Eigentum der Stadt.

Unternehmen aus Berlin verwaltet die Wohnungen

Und hier gibt es Probleme. Der Großteil davon, 262 Wohnungen, steht im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Schmiedeberg. Aber die Kommune zeigt sich nicht als guter Wohnungsunternehmer. Schon die Gemeinde Schmiedeberg sparte an Investitionen in ihrem Wohnungsbestand und sie vergab 2013 auch die Verwaltung an ein Berliner Unternehmen, Dick Immobilien.

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Knapp ein Drittel der Wohnungen steht leer

Dieser Verwalter hat in Rostock seine Ursprünge, dann nach Berlin erweitert und auch in Richtung Dresden geschaut. Doch daraus ist nichts geworden, und die Arbeit in Schmiedeberg ist auch nicht sehr erfolgreich. Ein Drittel der Wohnungen dort stehen leer. 82 der 262. Das geht aus einem Informationspapier hervor, das Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU) dem Stadtrat vorgelegt hat.

In Naundorf ist die Situation besonders gravierend

Besonders gravierend ist die Situation in Naundorf. Dort schätzt Christian Herrmann (SPD), der stellvertretende Ortsvorsteher von Schmiedeberg, den Leerstand auf fast 50 Prozent. Nun ist die Situation in Naundorf schwierig, weil dort die Versorgung schlecht ist. Es gibt keine Geschäfte für den täglichen Bedarf und, wer kein eigenes Auto hat, muss zur Bushaltestelle nach Tal Naundorf gehen. In der Siedlung ist keine Haltestelle.

Aber das ist nicht der ausschlaggebende Grund. Denn die Schmiedeberger Wohnungsgenossenschaft hat dort ebenfalls Wohnungen, aber kein Problem mit Leerstand. Die Stadt und schon vorher die Gemeinde Schmiedeberg haben zu wenig in ihre Häuser investiert. Und ein Verwalter, der näher dran wäre, könnte vielleicht auch mehr für die Vermietung tun.

Einnahmelücke von 250.000 Euro im Jahr wegen Leerstand

Die Stadt hat im vergangenen Jahr 527.000 Euro aus ihren Wohnungen in Schmiedeberg und Naundorf eingenommen. Das hätten aber 250.000 Euro mehr sein können, wenn keine Wohnungen leer geblieben wären. 312.000 Euro hat Dipps für diese Wohnungen aufgewendet und 215.000 Euro als Ergebnis verbucht.

Aber die 250.000 Euro, die aus den leerstehenden Wohnungen fehlen, schmerzen natürlich. Um sofort groß in die Wohnungen zu investieren, fehlen der Stadt Geld und Personal. Aber Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU) will die Verwaltung der Wohnungen neu ausschreiben und hofft dann ein Wohnungsunternehmen zu finden, das auch mit eigenen Ideen antritt und hilft, möglichst viele leere Wohnungen neu zu vermieten. Wenn das schnell passiert, dann könnte der Stadtrat im September darüber entscheiden.

Die Unterschiede zwischen Dippoldiswalde und Schmiedeberg gehen auf Entscheidungen Anfang der 1990er-Jahre zurück. Damals nach der Wende bekamen die Städte und Gemeinden die öffentlichen Wohnungen zugesprochen. Manche entschieden sich, die ehemalige Gebäudewirtschaft, die sich nun zur KWG umgewandelt hatte, weiter mit der Wohnungswirtschaft zu beauftragen. Das waren damals Dippoldiswalde, Glashütte und die heute nach Dippoldiswalde und Altenberg eingegliederten Gemeinden Obercarsdorf und Zinnwald. Die anderen Gemeinden wie Schmiedeberg bewirtschafteten ihre Wohnungen in eigener Regie.

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