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Wann gibt es in Klingenberg überall schnelles Internet?

Klingenbergs Bürgermeister Torsten Schreckenbach spricht im Interview über das Zehnjährige der Gemeinde und künftige Herausforderungen.

Von Anja Ehrhartsmann
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Klingenbergs Bürgermeister Torsten Schreckenbach vor der sanierungsbedürftigen Grundschule in Pretzschendorf. Das Gebäude soll abgerissen und neu gebaut werden.
Klingenbergs Bürgermeister Torsten Schreckenbach vor der sanierungsbedürftigen Grundschule in Pretzschendorf. Das Gebäude soll abgerissen und neu gebaut werden. © Karl-Ludwig Oberthür

Die Gemeinde Klingenberg gibt es 2022 seit zehn Jahren. Wie wird das gefeiert, Herr Schreckenbach?

Wir haben dazu im Gemeinderat eine Arbeitsgruppe gebildet, die Anfang 2022 zusammenkommen will, um sich darüber Gedanken zu machen. Wie groß oder wie klein gefeiert werden kann, hängt natürlich auch vom Pandemie-Geschehen ab. Ich könnte mir als Idee zum Beispiel vorstellen, dass wir zu einem Gemeindeball einladen.

Fast so lange, wie es Klingenberg gibt, sind Sie nun auch schon Bürgermeister in der Gemeinde. Worauf sind Sie besonders stolz?

Darauf, dass das gesellschaftliche Miteinander so gut funktioniert, dass wir eine verlässliche Verwaltung in der Gemeinde haben, und nicht zu vergessen ist die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat, der seine Verantwortung für die gesamte Gemeinde wahrnimmt und das immer sehr konstruktiv.

Was denken Sie, wie gut sind die Altgemeinden heute zusammengewachsen?

Der Gemeindename Klingenberg trug zur Identitätsstiftung für alle Einwohner und Einwohnerinnen bei. Ich glaube, dass wir in unserer Gemeinde gut angekommen sind. Für uns war es jedoch genauso wichtig, dass die Identität jedes einzelnen Ortes erhalten bleibt. Mit der Erarbeitung eines Ortsentwicklungskonzeptes hatte jeder Einwohner die Möglichkeit, die Bedürfnisse seines Ortsteiles einzubringen. Die Ideen aus dem Konzept sollen in den nächsten Jahren möglichst umgesetzt werden. Das geht jedoch nur gemeinsam, also mit Vertretern aus den Ortsteilen, wie Vereinen, Feuerwehren oder den Ortsentwicklungs- und Kulturbeiräten. Und an dieser Zusammenarbeit lässt sich auch der Grad der Zufriedenheit ablesen. Vieles wurde bisher erreicht, jedoch bleibt dies ein ständiger Prozess in der Entwicklung einer Gemeinde.

Das Jahr 2021 ist fast vorbei. Wie fällt ihr Fazit aus?

Nun ja, dass 2021 ein schwieriges Jahr war, erkennt man allein daran, dass die coronabedingten Einschränkungen viele deutlich belasteten. Wir sind immer noch in einer Ausnahmesituation und ich hoffe, 2022 wird spürbar besser. Wir hatten besonders bei der Sicherstellung der Kinderbetreuung unsere Sorgen. Das war nicht immer einfach zu organisieren und nicht immer ausreichend für die Eltern. Ich bin deshalb froh, dass wir mit den Einrichtungen alles Vertretbare abstimmen konnten und diese gut mitgezogen haben. Kritik gab es trotzdem, aber das gehört in dieser Zeit wohl dazu.

Was lief gut in diesem Jahr?

Die Vorbereitungen zum Anschluss von Friedersdorf und Röthenbach ans Trinkwassernetz sind vorangekommen und der Gemeinderat hat sich dafür entschieden, die Grundschule in Pretzschendorf neu zu bauen, worüber ich sehr froh bin. Auch in der Diskussion zum Oberschulstandort Klingenberg sind wir ein gutes Stück weiter. Was den Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Colmnitz angeht, bekommen wir jetzt Planungssicherheit, mit dem Dorfgemeinschaftszentrum und Feuerwehrgerätehaus in Obercunnersdorf sind wir fast fertig.

Der ehemalige Gasthof in Obercunnersdorf wird zum Feuerwehrhaus und Dorfgemeinschaftszentrum umgebaut. Das freut Martin Seidel, stellvertretender Ortswehrleiter Obercunnersdorf (re.) und René Lang-Schatz, Sachbearbeiter im Bauamt Klingenberg.
Der ehemalige Gasthof in Obercunnersdorf wird zum Feuerwehrhaus und Dorfgemeinschaftszentrum umgebaut. Das freut Martin Seidel, stellvertretender Ortswehrleiter Obercunnersdorf (re.) und René Lang-Schatz, Sachbearbeiter im Bauamt Klingenberg. © Egbert Kamprath

Wie soll es an der Oberschule Klingenberg weitergehen?

Der Gemeinderat in Dorfhain und der Stadtrat in Tharandt haben sich dafür ausgesprochen, den Oberschulstandort in Klingenberg zu unterstützen. Einen Beschluss dazu werden wir im Januar im Gemeinderat ebenfalls behandeln, um dann gemeinsam mit den beiden Kommunen zu überlegen, wie eine Zusammenarbeit möglich wird. Ziel sollte sein, dass alle Oberschüler aus der Region in den kommenden Jahren in dieser Schule aufgenommen werden.

Wie ist der Stand am Sachsenhof im Ortsteil Klingenberg, wird 2022 weiter saniert?

Seit die beiden Mehrfamilienhäuser mit jeweils 24 Wohnungen fertig sind, ist die Nachfrage kontinuierlich gestiegen. Nach dem zu Beginn der Sanierung ein Großteil der Mieter gekündigt hatte, ist die Vermietung wieder auf dem Niveau vor der Sanierung. Die Auslastung liegt jetzt bei knapp 80 Prozent. Das spricht dafür, dass die etwas höheren Mietpreise in einem angemessenen Verhältnis zu der sehr guten Ausstattung der Wohnungen stehen. Auch in der Energiebilanz zeigen sich die sanierten Gebäude als sehr sparsam. Das wird in Zukunft immer wichtiger. Wir wollen 2022 im Gemeinderat darüber sprechen, wie es nun mit den verbleibenden beiden Wohnhäusern weitergehen soll.

Welche großen Vorhaben stehen noch an?

2022 soll der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Colmnitz beginnen. Die Finanzierung ist gesichert und der Planungsauftrag vergeben. Bis September ist der Abschluss des Planungswettbewerbes für die Grundschule Pretzschendorf vorgesehen. Auf die Ergebnisse bin ich schon sehr gespannt. Außerdem hoffe ich, dass wir die Fördergelder erhalten, um endlich die Breitbanderschließung zu beauftragen.

Die Feuerwehr in Colmnitz braucht dringend mehr Platz. Deshalb soll ein neues Gerätehaus gebaut werden.
Die Feuerwehr in Colmnitz braucht dringend mehr Platz. Deshalb soll ein neues Gerätehaus gebaut werden. © Egbert Kamprath

Wann wird es flächendeckend schnelles Internet geben?

Der Breitbandausbau in der Gemeinde ist jetzt so weit abgestimmt, dass wir wissen, wer baut und wie hoch die Kosten dafür sind. Da wir unseren Fördermittelantrag aktualisieren mussten, warten wir noch auf Rückmeldung. Wenn die Bescheide da sind, werden wir den Auftrag auslösen. Diese Erschließung ist für die Gemeinde sehr wichtig. Zum Abschluss haben wir dann in weiten Teilen der Gemeinde ein gutes Breitbandnetz.

Was wünschen Sie sich für 2022?

Dass ein normales privates, wirtschaftliches und gesellschaftliches Leben wieder möglich wird. Das wird aber nicht von allein kommen, dazu gehört, dass jeder seinen möglichen Beitrag leistet. Was die Gemeinde im Einzelnen dazutun kann, werden wir Anfang des nächsten Jahres im Gemeinderat besprechen. Wir haben noch eine anstrengende Zeit vor uns und wir haben gemerkt, wie sehr die Gemeinschaft sich untereinander auch braucht. In der Familie, in Vereinen, im Beruf, im Gesellschaftlichen.