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Schloss Lauenstein erreicht Etappenziel

Mehrere Millionen Euro sind in die Sanierung geflossen. Vieles ist geschafft - einiges noch offen. Und manches bleibt rätselhaft.

Schloss Lauenstein aus der Vogelperspektive.
Schloss Lauenstein aus der Vogelperspektive. © Egbert Kamprath

So richtig zufrieden ist Altenbergs Bauamtsleiter Andreas Gabler nicht. Gern hätte er die Sanierung des gesamten Gebäudekomplexes beendet. Doch dafür hat das Geld nicht gereicht. So blieben einige Arbeiten liegen. Dennoch: Ein Teil des Lauensteiner Vorschlosses ist gerettet. Für 3,45 Millionen Euro konnte die Stadt Altenberg die Fassaden, Dächer und Wände von fünf der neun Gebäude in Ordnung bringen, vier erhielten komplett neue Dächer. Außerdem wurde ein Aufzug installiert, der jetzt auch vom Tüv abgenommen wurde. Innen ist man nicht so weit gekommen, so Gabler. Hier hat man nur gut die Hälfte der Arbeiten in Auftrag geben können.

So sieht der Gebäudeteil des Wirtschaftshofes aus, der saniert wurde.
So sieht der Gebäudeteil des Wirtschaftshofes aus, der saniert wurde. © Egbert Kamprath

Dennoch: Was geschafft wurde, kann sich sehen lassen. Dass so viel erreicht wurde, habe man auch Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) zu verdanken, der auf eine Fertigstellung gedrungen habe, ergänzt Gabler. Zu den Räumen, die besonders gelungen sind, zählt der Gewölbekeller im sogenannten Schweizerhaus. Der ist nicht wiederzuerkennen. "Hier haben wir einen Kalk-Zement-Putz aufgetragen und auf eine Bemalung verzichtet", erklärt Gabler. So können die Mauern, die 20 Jahre der Feuchtigkeit ausgesetzt waren, besser trocknen.

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Bauamtsleiter Andreas Gabler steht im sanierten Lutherkeller.
Bauamtsleiter Andreas Gabler steht im sanierten Lutherkeller. © Egbert Kamprath
So sah der Gewölbekeller vor der Sanierung aus.
So sah der Gewölbekeller vor der Sanierung aus. © Archiv: Egbert Kamprath

Der Fußboden ist gefliest und hat eine integrierte Fußbodenheizung bekommen. Es wurde auch eine moderne Beleuchtungsanlage installiert. Ähnlich sieht es in den beiden Nebenräumen aus, die als Catering-Küche und für Kleinkunst-Auftritte oder für Kammerkonzerte genutzt werden können.

Dieser Raum wird als Turnsaal genutzt, im Bild die vierte Klasse der Grundschule Lauenstein.
Dieser Raum wird als Turnsaal genutzt, im Bild die vierte Klasse der Grundschule Lauenstein. © Egbert Kamprath

Völlig anders wird die Etage darüber genutzt. Hier turnen die Mädchen und Jungen der Lauensteiner Grundschule. Beim SZ-Besuch absolviert eine vierte Klasse gerade ihren Sportunterricht. Die Bedingungen sind schon gut, sagt Sportlehrerein Heike Grieser. Die Räume sind hell, die Umkleiden und Sanitärräume modern eingerichtet. Nun fehlen noch die Sportgeräte und der Lärmschutz, sagt sie. Beides sei dringend nötig. Denn der Unterricht kann derzeit nur eingeschränkt stattfinden.

Außerdem ist es ziemlich laut. Gabler kennt die Wünsche. Der Lärmschutz wird kommen, sagt er. Er sei vergleichsweise einfach nachzurüsten. Auch mit der Ausstattung des Raumes habe man sich beschäftigt. Bisher sei es aber wichtiger gewesen, die Bauarbeiten abzuschließen. Denn bis zum Ende des Jahres muss er die Sanierung beim Bund abgerechnet haben.

Das ist der Spielboden, den Museumsleiterin Gabriele Gelbrich auch für Puppentheateraufführungen nutzen möchte.
Das ist der Spielboden, den Museumsleiterin Gabriele Gelbrich auch für Puppentheateraufführungen nutzen möchte. © Egbert Kamprath
So sah der Spielboden während der Sanierung aus.
So sah der Spielboden während der Sanierung aus. © Archiv: Egbert Kamprath

Eine Etage über dem Mehrzweckraum, in dem der Falkner vor der Sanierung seine Flugschauen zeigte, ist der Spielboden mit Puppentheaterbühne entstanden. "Diesen Raum wird das Museum nutzen", sagt Gabler. Die Bühne fürs Puppentheater steht schon, auch die Stühle und die Beleuchtungstechnik sind da. Wann sich hier der Vorhang für den Kasper und die anderen Handpuppen heben wird, ist vom Verlauf der Corona-Pandemie abhängig, sagt Gabler.

Dieser Raum gehört zum Spielboden. Für die Fertigstellung fehlte Altenberg das Geld.
Dieser Raum gehört zum Spielboden. Für die Fertigstellung fehlte Altenberg das Geld. © Egbert Kamprath

Gabriele Gelbrich, die Leiterin des Museum, hat noch weitere Ideen, wie der Raum genutzt werden soll. Unter anderem möchte sie hier Ausstellungen zeigen. Unklar ist indes, wie es mit dem benachbarten Raum weitergeht, der sich im Rohbauzustand befindet. "Er gehört zum Spielboden", sagt Gabler. Geld, auch diesen vorzurichten, hatte Altenberg nicht. Ähnlich sieht es in den Räumen aus, in denen eine Wohnung und eine Wohneinheit für Jugendliche entstehen sollte. Und auch für die Sanierung des Stuckzimmers und der Nebenräume im Schlosstorhaus reichte das Geld.

Diese Wandmalerei wurde im Schlosstorhaus entdeckt. Um sie den Besuchern zeigen zu können, muss noch viel passieren.
Diese Wandmalerei wurde im Schlosstorhaus entdeckt. Um sie den Besuchern zeigen zu können, muss noch viel passieren. © Egbert Kamprath

"Uns standen zwar 3,45 Millionen Euro zur Verfügung", sagt Gabler. Doch rund 551.000 Euro mussten als Mehrwehrsteuer wieder abgeführt werden. Für Planung und Bau standen also rund 2,9 Millionen Euro zur Verfügung. 782.000 Euro kostete allein die Planung. "Für den grundhaften Ausbau blieben 2,12 Millionen Euro übrig", sagt Gabler. Mit anderen Worten, nur 55 Prozent der Förderung standen tatsächlich für Bauleistungen zur Verfügung. Um alles fertigzustellen, bräuchte die Stadt noch einmal rund 1,6 Millionen Euro. Denn zu tun gibt es noch eine ganze Menge.

Der Stuckssal im Schlosstorhaus wartet immer noch auf eine Sanierung
Der Stuckssal im Schlosstorhaus wartet immer noch auf eine Sanierung © Archiv: Egbert Kamprath

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Dazu gehört nicht nur die Fertigstellung der Wohnung und der Wohngruppe, sondern auch das Stuckzimmer im Schlosstorhaus und der Raum daneben, wo frühe Wandmalereien entdeckt wurden. Das Besondere daran: Die Bilder zeigen Bienenkörbe. Die Hintergründe dazu sind noch nicht erforscht. Völlig offen ist auch, wie es mit den anderen Gebäuden des Vorschlosses weitergeht. "Diese sind in einem ähnlich schlechten Zustand wie es die Häuser waren, die jetzt saniert wurden. Wir bemühen uns um Förderprogramme", versichert Gabler. "Wann die Arbeiten dort beginnen können, steht in den Sternen."

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